Lohn oder Frucht im Weinberg?
Wir lesen: Mt. 19, 27-30/ Mt. 20, 1-16 (vgl. Mt. 5, 12)
Im Königreich der Himmel gelten andere Regeln als auf der Erde.Der Hausherr hat Arbeiter eingestellt, von denen er wusste, wie lange sie die harte Arbeit in der Hitze durchhalten - von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends. Auch abends hat er noch Arbeiter eingestellt, für eine Stunde. Alle bekamen am Ende den gleichen Lohn. Die Letzten bekamen zuerst ihren Denar.
Im Vergleich erscheint das ungerecht. Die Ersten murrten voll Missgunst, Neid und Eifersucht. Es geht bei dieser Arbeit aber nicht um den Lohn. Wer nicht an den Weinberg denkt, geht erst zur letzten Stunde hin. Jesus schenkt jedem als Lohn das ewige Leben, einen überaus großen Schatz. Da gibt es keine Unterschiede, denn der Vater liebt alle gleich. Der Weinbergbesitzer will einen guten Wein. Dazu braucht er viele gute Arbeiter, mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Es geht um das Werk. Ein Arbeiter, der das Ziel sieht, macht sich damit eins. Dann entsteht auch kein Neid untereinander.
Wie ist das bei dir, wenn du Gottes Ziel vor Augen hast, geht es dir dann um den Lohn? Oder stellst du dich zur Verfügung und lässt dich nach deinen Fähigkeiten einstellen? Dann ist dir egal, ob du als Erster oder Letzter deinen Lohn bekommst. Wir sollten uns darauf einstellen, zu tun, was unser Herr will. Dann tun wir Dinge, die uns etwas kosten, auch in großer Hitze. Das müssen wir nicht über unser Vermögen tun, sondern so wie wir es durchhalten. Wir müssen uns damit keinen Stress machen.
Phil. 3, 13b-15: Paulus hatte das Ziel erkannt. Es war sein Antrieb. (vgl. 1. Kor. 15, 30-32/ 2. Kor. 11, 23-28/ 2. Tim. 4, 7.8). Er hat viel Hitze ertragen und sich innerlich etwas erobert. Geistliche Kämpfe und der Einsatz im Reich Gottes bewirken etwas: Wir bekommen Übung und Disziplin, werden stark im Herrn und bringen Frucht.im Geist. Das Maß der Frucht kann bei jedem unterschiedlich sein (Mt. 13, 23). Bei der Arbeit im Reich Gottes gibt es oft Tränen, Mühe, Frustrationen, Kämpfe, Enttäuschungen, Gegenwind, Durststrecken, mühsame Kleinarbeit, Entbehrungen. Das bewirkt am Ende die Frucht im Geist.
Ps. 126, 1-6: Ein Sämann weiß genau, dass der Same Frucht bringt und sich sein Ausharren lohnt. Er kennt Ziel und Sinn und geht durch die Hitze der Drangsal hindurch. Wenn die Frucht erscheint, kann er jubelnd ernten. Das kann ihm niemand mehr nehmen. Wenn wir uns einsetzen im Reich Gottes, erobern wir uns eine Frucht, die uns zum Jubeln bringt, je nachdem wie stark die Hitze war.
Haben wir die gleiche Frage wie Petrus, und diese Einsicht?:
„Herr, egal was es kostet, ruf mich, setz mich ein, in deinen Dienst, egal an welche Stelle. Egal wie stark die Hitze ist, ich werde säen und alles auf mich nehmen, um in deinem Reich zu arbeiten. Herr, es darf mich alles kosten. Ich schaue nicht auf den Lohn. Ich vergesse das,was hinter mir liegt, sondern schaue nach vorne auf das Ziel.“