Die Taufe im Wasser
J.E. van den Brink
Die Bedeutung der Taufe im Wasser
VORWORT DER ZWEITEN ÜBERSETZER
VORWORT DER ERSTEN ÜBERSETZER
VORWORT DES VERFASSERS
1. DIE TAUFE DES JOHANNES
Die Taufe als Bekehrung
Der Bruch mit dem Alten Bund
Vom Himmel oder von Menschen
2. JESUS ALS TÄUFLING
Johannes tauft Jesus
Keine Besprengung der Kinder
Alle Gerechtigkeit erfüllen
3. PAULUS ALS WIEDERTÄUFER
Eine Wiedertaufe
Die Taufe des Johannes gehörte zum Alten Bund
Wiedertaufe in unserer Zeit
4. DIE TAUFE ALS BAD DER WIEDERGEBURT
Ein neuer Weg
Wiedergeburt
Wie der Wind
Die Taufe
5. DIE TAUFE ALS ABBILD DER BESCHNEIDUNG DES HERZENS
Die Beschneidung im Alten Bund
Die wahre Beschneidung
Beschneidung und Taufe im Neuen Bund
6. DIE TAUFE ALS BEGRÄBNIS
Die Sintflut
Der Durchzug durch das Rote Meer
Auch das Prinzip des Gesetzes ist begraben
Mit Christus begraben
7. DIE TAUFE ALS AUFERSTEHUNG
Los von der Sünde
Das Weizenkorn
Das Auferstehungsleben
8. DIE TAUFE ALS BITTE UM EIN GUTES GEWISSEN
Jesus bat um den Heiligen Geist
Wassertaufe und Geistestaufe
Die Bitte um ein gutes Gewissen
9. TAUFBEFEHL UND TAUFFORMEL
Was sind Nachfolger Christi
Die richtige Abfolge und die richtige Weise
Die Taufformel
10. DIE TAUFE MIT FEUER
Jesus als der Stärkere
Jesus als das Vorbild
Die Feuertaufe
Die große Scheidung
11. WAS MACHEN WIR NUN MIT UNSEREN KINDERN?
Unsere Kinder sind heilig
Geheiligt durch die Eltern
Darbringung in der Gemeinde
12. WESHALB WIR DIE KINDERTAUFE VERWERFEN
Verwässert
Eine unbiblische Handlung
Die Taufe eines ganzen Hauses
VORWORT DER ÜBERSETZER der 3.Auflage
Nachdem wir erst viel später die 3. Auflage des Originalbuches erhalten haben, fanden wir es gut, diese Auflage auch in der deutschen Übersetzung zu überarbeiten.
Die Gedanken vom Königreich der Himmel bringen uns auf ein anderes Niveau.
So erlebten wir gerade in einem Taufseminar, indem wir über mehrere Treffen die Botschaft über die Wassertaufe gründlich untersuchten, wie gut es ist, die Botschaft des wiedergeborenen Menschen zu entdecken. Wir erfuhren neue Inspirationen, die so manche biblische Wahrheiten ganz neu in unser Leben hineinbrachten.
Wer nicht sterben will, soll sich nicht taufen lassen.
Wer nicht aufstehen will, das heißt erneuert werden will, soll sich nicht taufen lassen.
Wer mit Christus sterben will, soll sich taufen lassen.
Wer mit Christus aufstehen will, das heißt erneuert werden will, soll sich taufen lassen.
Die zitierten Bibelstellen sind der revidierten Elberfelder-Bibelübersetzung entnommen.
Wiederum danke ich dem Herrn auch für die Menschen, die uns auf diesem Weg bereits vorausgegangen sind. Ich freute ich mich darüber, die Erkenntnisse, die Bruder J. E. van den Brink in diesem Buch aufgezeigt hat, erneut zu überdenken.
Immanuel - eine Gemeinde des vollen Evangeliums e.V., Griesheim
Juni 2004
Paul Brenner
VORWORT DER ZWEITEN ÜBERSETZER
Gott schweigt nicht. Er will sich offenbaren; und dazu sucht er Menschen, die hören wollen, was sein Geist den Gemeinden sagen will und die auf prophetische Weise seine klaren Gedanken weitergeben können.
Wir erfahren immer mehr, dass der Heilige Geist uns Kraft und Weisheit gibt, das volle Evangelium von Jesus Christus und damit die Geheimnisse und Schätze des Reiches der Himmel aufzudecken und auszuleben. Menschen werden in ihrem Denken frei, und so manche Schleier über dem Wort werden beseitigt.
Wir danken dem Herrn auch für die Menschen, die uns auf diesem Weg bereits vorausgegangen sind. So haben wir auch die Erkenntnisse, die Bruder J. E. van den Brink in diesem Buch aufgezeigt hat, in eigenen Bibelstunden unserer Gemeinde ausgearbeitet und gespürt, wie der Heilige Geist auch darin sehr viele Geheimnisse und Zusammenhänge ans Licht gebracht hat.
Da die Lehre von den Taufen ein wichtiges Fundament im Leben eines jeden Christen darstellt und es in der kirchlichen und religiösen Welt die unterschiedlichsten theologischen Lehrmeinungen und Praktiken darüber gibt, wurde es uns wichtig, die erste Übersetzung der holländischen Originalfassung noch einmal zu überarbeiten, so dass sie verständlicher wird und dennoch die klaren Gedanken des Verfassers unverfälscht wiedergibt. Als weitere Hilfe für den Leser haben wir all die Bibelverse als Fußnoten mit aufgenommen, die nicht bereits im laufenden Text wörtlich zitiert wurden. Sie stammen aus der revidierten Elberfelder Übersetzung.
Wir beten und wünschen, dass sehr viele Leser dieser Ausgabe die tiefgreifende Bedeutung der biblischen Wassertaufe entdecken und danach ihr Leben ausrichten.
Immanuel - eine Gemeinde des vollen Evangeliums e.V., Griesheim
Oktober 1999
Jutta Schnell
Paul Brenner
VORWORT DER ERSTEN ÜBERSETZER
Für den kritischen Bibelleser, der den Gegensatz zwischen dem Zeugnis der Heiligen Schrift einerseits und den widersprüchlichen Lehrmeinungen und sakramentalen Praktiken der Hochkirchen andererseits stets deutlicher erkennt, stellt das Buch von Bruder Johannes E. van den Brink, das hier erstmalig in deutscher Übersetzung vorliegt, eine überzeugende Antwort auf die Frage nach der apostolischen und damit für jeden Christen verbindlichen Taufbedeutung dar.
Wie zwingend die Ergebnisse des Verfassers, der aus der Reformation Calvins hervorgegangen ist, auf jeden unvoreingenommenen Leser wirken, mag etwa auch die Auffassung des allgemein anerkannten, jüngst verstorbenen Baseler Hochschultheologen Prof. Dr. Karl Barth belegen, der in einem aufrüttelnden Mahnruf die Rückkehr der Kirchen zur allein biblischen Glaubens‑Taufe ‑ bislang leider vergeblich ‑ gefordert hat (s. Kap. XII dieses Buches). Dass die Abhandlung von Bruder van den Brink nicht auf einseitige Beweisführung basiert, bestätigt beispielsweise seine objektive Darstellung der biblischen Tauflehre in ihrer ursprünglichen Einheit von Wassertaufe und Geistesempfang. Die Mündigkeit vieler Christen machte bereits die zweite Auflage der niederländischen Original‑Ausgabe erforderlich. Somit dürfte die Aktualität des Themas dieses Werkes über jeden Zweifel erhaben sein. Die Übertragung rechtfertigt sich infolge dessen von selbst.
Als Gebet der Übersetzer möge der Wunsch, dass auch die deutschsprachigen Gläubigen der Gegenwart sich durch die Kraft des Heiligen Geistes schriftgemäß auf die Wiederkunft Jesu Christi zubereiten lassen, den vorliegenden Band über die Bedeutung der Taufe begleiten.
Huizen ('t Gooi)
Im Frühling 1969
Wijgert Gooijer
Helmut Saake
VORWORT DES VERFASSERS zur Dritten Auflage
Es ist eine Freude für meine Frau und mich, dass jetzt die 3.Ausgabe von „Die Bedeutung der Taufe“ schienen ist. Das Büchlein wurde überarbeitet und auf verschiedenen Seiten ergänzt, um die Bedeutung der Taufe noch deutlicher herauszustellen. Seit dem Erscheinen der ersten Auflage in 1966 haben sich die Erkenntnisse erweitert, so dass wir nun mehr Einsicht haben, was die ersten Schritte angeht, die im Königreich der Himmel gemacht werden.
Aus Erfahrung weiß ich, dass viele Christen aus Mangel an Einsicht an der Kinderbesprengung festhalten. Das Lesen dieses Buches kann ihr Denken erneuern. Die Taufe gehört zu den ersten Steinen des biblischen Fundamentes. Es ist schwierig, ja sogar unmöglich, im Glauben weiter zu bauen, wenn das Fundament untauglich ist.
Es ist meine Bitte, dass der ungetaufte Leser die Ausführungen über die wahre Taufe nicht nur annehmen, sondern dass diejenigen, die Kinder Gottes sind und wiedergeboren sind, sich auch taufen lassen werden, als Anfang eines neuen Lebens in der geistlichen Welt.
Gorinchem, Oktober 1976
Der Verfasser
VORWORT DES VERFASSERS
Von meiner Jugend an wurde ich in den Bekenntnisschriften der Reformierten Kirche erzogen und unterwiesen. Natürlich bejahte ich auch die Lehre von der Kindertaufe. Beim selbständigen Studium der Bibel begegnete ich später jedoch mehreren Ungereimtheiten in der Lehre, wofür dort keine Erklärung gegeben war. Auch entdeckte ich Wahrheiten, von denen ich vor dieser Zeit niemals gehört hatte.
Eine der Ungereimtheiten, auf die ich stieß, war, dass die Bibel von der Lehre der Taufen spricht.
Die Taufe in dem Heiligen Geist wurde in meinen Lehrbüchern nicht erwähnt, und die praktizierte Kinderbesprengung rief zahlreiche Fragen bei mir hervor.
Während einer Gebetsstunde wurde ich in aller Stille vom Herrn in dem Heiligen Geist getauft. Seitdem kannte ich diesen Segen aus Erfahrung.
Nach der Geburt meiner Kinder wurde ich immer mehr zu einer klaren Entscheidung gedrängt, die schließlich zur völligen Ablehnung der Kindertaufe führte. Obwohl ich die volle Bedeutung der Taufe nicht kannte, ließ ich mich im Gehorsam gegenüber Gottes Wort durch Untertauchen taufen. Meine Frau vollzog diesen Schritt einige Zeit später. Die Kinder folgten, als sie ihre persönliche Entscheidung getroffen hatten und alt genug waren, um von ihrem Glauben in der Taufe Zeugnis abzulegen.
In weiteren Nachforschungen begann ich, den Zweck der Taufe besser zu verstehen, und die Ergebnisse dieser Untersuchung legte ich in diesem Buch nieder. Zugleich wurde mir durch die Einsicht in das Königreich des Himmels, die Gott mir schenkte, alles deutlicher, und die Taufe bekam für mich eine tiefere Bedeutung.
Aus Erfahrung kenne ich den Kampf, der entsteht, wenn man sich von seinen alten Ansichten trennt und mit der herkömmlichen Lehre und Praxis bricht. Möge deshalb dieses Buch viele Kinder Gottes überzeugen und ihnen helfen, den Kampf auf sich zu nehmen, und sie dazu bewegen, sich auf biblische Weise taufen zu lassen.
Johannes E. van den Brink
1. DIE TAUFE DES JOHANNES
Die Taufe als Bekehrung
Als das Morgenrot des Neuen Bundes aufleuchtete, ertönte in den Dörfern und Städten Palästinas der Ruf Johannes des Täufers: „Tut Buße! Denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen." (Matth. 3,2) Auch die Propheten des Alten Bundes riefen zur Bekehrung auf. Sie ermahnten das abgefallene Volk, sich erneut zu Gott, der es einmal aus Ägypten führte, zu bekehren und seine Gebote zu halten. Im Aufruf des Johannes jedoch kam ein neuer Gesichtspunkt hinzu. Die Veränderung des Herzens wurde mit dem Königreich der Himmel in Verbindung gebracht, also mit dem Eintritt eines Menschen in das unsichtbare Reich Gottes. Klar und deutlich predigte Johannes, dass eine vollständige Lebenserneuerung notwendig sei, wenn ein Mensch in dieses Königreich eintreten wolle. In seinem alten Wesen ist der Mensch „tot in seinen Vergehungen und Sünden". (Eph. 2,1)[1] Niemand aber kann mit dem Bösen in Verbindung stehen und dabei leben. Tot sein bedeutet, Gemeinschaft mit dem Reich der Finsternis haben und im Dienst der Dämonen stehen, die mit dem Tod als Sold bestrafen. (Röm. 6,23)[2] Wenn jemand sich bekehrt, wendet er sich vom Feind und Überwältiger ab, der ihn zum Tod führt. Innerlich reißt er sich von seinen Begleitern und Unterdrückern los. Er hört nicht mehr auf die Stimme des Bösen. Er weigert sich, ihm noch länger zu gehorchen, und will seine Werke nicht mehr ausführen. Er macht seinen erschöpften und mit dem Tod verbundenen Geist los von der Finsternis und richtet ihn aus auf die Sonne der Gerechtigkeit, auf den Heilbringer und Lebenserneuerer, Jesus Christus. Durch den Glauben (eine Wirkung seines Geistes) streckt sich der Mensch bei seiner Bekehrung in der unsichtbaren Welt nach Gott aus. Sein Geist sucht Gemeinschaft mit Gott, der Geist ist. Und Gott sehnt sich auch selbst danach, sich mit dem Menschen zu verbinden. So steht auch geschrieben, dass die Thessalonicher sich von ihren Abgöttern bekehrt und ihren Glauben auf Gott gerichtet hatten (1.Thess. 1,8-9)[3]. In seiner Bekehrung nimmt der Mensch bei Gott Zuflucht, um von ihm die Vergebung der Sünden und das Leben zu empfangen. Johannes der Täufer kannte keinen anderen Weg. „... aber damit er Israel offenbar werde, deswegen bin ich gekommen, mit Wasser zu taufen.“ (Joh. 1,31) Allen, die zu seiner Taufe kamen, sagte er: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt". (Joh. 1,29) Die Taufe des Johannes beruhte also auf der Bekehrung und hatte die Abwaschung der Sünden zum Ziel. Wenn der Sünder mit dem Bösen brach und sich Gott zuwandte, wurde seine Schuld vergeben. Seine Taufe war mit dem Bekenntnis der Sünden verbunden, „... um Ungehorsame zur Gesinnung von Gerechten zu bekehren..." (Luk. 1,17)[4].
Der Bruch mit dem Alten Bund
Die Taufe ist der Bruch mit dem Alten Bund. Johannes lehrte die Vergebung und Versöhnung der Sünden ohne Tempelzeremonien. Er sprach nicht von Sündopfer, sondern vom Lamm Gottes. Das Volk sollte an den glauben, der nach ihm kam, das heißt an Jesus. (Apg. 19,4)[5]
In seiner Botschaft fand die Gesetzeserfüllung des Alten Bundes keinen Raum. Johannes zerbrach die Säulen, auf denen die Haushaltung des Alten Bundes basierte. Das Königreich der Himmel war nahe herbei gekommen. Der Aufruf zum Neuen Bund lautet: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen ...!" (Apg. 2,38)[6]. Das Wasser ist einer der drei Zeugen des neuen Werkes Gottes auf Erden. Die Wassertaufe ist die sichtbare Handlung (das Zeugnis) und zugleich das Abbild eines unsichtbaren Geschehens in der geistlichen Welt. Das Königreich Gottes ist unsichtbar. Man kann also nicht auf natürlichem, fleischlichem Wege hineingelangen. Durch die Taufe geht ein Mensch nicht in das Reich Gottes ein, sondern dadurch, dass er sich taufen läßt, beweist er seinen Glauben an den unsichtbaren Weg, durch den er in das Königreich Gottes eingegangen ist.
Dies hörten auch die Pharisäer und Sadduzäer, als sie probierten, sich von Johannes taufen zu lassen. Diese führenden Persönlichkeiten waren jedoch nicht „von oben" gerufen. Sie besaßen Amt und Würden in der religiösen Welt, indem sie sich auf ihre Abkunft und ihre gesellschaftliche Position stützten. Johannes war der Wegbereiter des Neuen Bundes. Seine Berufung stammte unmittelbar aus dem Himmel und nicht von Menschen. Seine Taufe war ein verbindlicher Auftrag Gottes und beruhte nicht auf irgendwelcher Überlieferung: „... der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen..." (Joh. 1,33)[7].
Wohl erst nach langen Streitgesprächen und viel Zögern werden die Pharisäer und Sadduzäer beschlossen haben, sich taufen zu lassen. Sie konnten nicht länger leugnen, dass am Jordan eine Erweckung begonnen hatte. In Johannes wurde die religiöse Heuchelei Lügen gestraft. Sie mussten sich mit Johannes auseinandersetzen. Johannes war eine unbezahlte Rechnung der Kirche. Es war nicht länger möglich, ihn und seine Taufe tot zu schweigen. Man mußte diesem Sektierer um der Scharen der Getauften willen ein Zugeständnis machen, der ohne irgendeine offizielle Zustimmung Tausende taufte. Denn alle hielten Johannes für einen Propheten. (Matth. 21,26)[8]. Die führenden Persönlichkeiten fühlten, dass sie die neue Zeit nicht aufhalten konnten. Deshalb beschlossen sie, die Taufe des Johannes in verstärkt in kirchliche Bahnen zu leiten, und meldeten sich auch selbst zur Taufe. Johannes mochte ein Prophet sein, aber „auch ihnen waren die Worte Gottes anvertraut“. Kraft des Bundes zwischen Gott und Abraham und seinem Samen - meinten sie, ein Anrecht auf die Taufe zu haben. Am Tag des Gerichts, an dem der Zorn Gottes auf Erden geoffenbart werden sollte, würden sie auf diese Taufe zurückgreifen und entkommen können.
Sie konnten jedoch durch ihr Kommen keinen Eindruck auf Johannes machen. Er wies sie ab, da sein Auftrag ihm nur allzu deutlich vor Augen stand. Johannes ließ nicht mit sich handeln, denn er besaß die Gabe der Geisterunterscheidung. Jesus erkannte er als das Lamm Gottes an, diesen leitenden Persönlichkeiten aber zog er die fromme Maske herunter: „Otternbrut, wer hat euch gewiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen?" (Luk. 3,7) Sie begriffen nicht, dass die Zeit reif war, in der ganz andere Dimensionen Gültigkeit gewonnen hatten. Sie verstanden nicht die Zeichen der Zeit. Den Teufel hatten sie zum Vater, und er hatte ihnen den Wink gegeben, das Vergangene mit dem Neuen zu verbinden. Konnte er die neue Zeit schon nicht aufhalten, so wollte er doch wenigstens nichts unversucht lassen, um den neuen Flicken an das alte Kleid zu heften. Johannes fand sich jedoch zu keinem einzigen Zugeständnis in Sachen Wassertaufe bereit. Er traf die leitenden Persönlichkeiten in ihrer kirchlichen Verständnis: „...und meint nicht, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater! Denn ich sage euch, dass Gott dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken vermag.“ (Matth. 3,9). Im Neuen Bund gelten weder Geschlechtsregister noch Denominationen der Väter. Jede natürliche Herkunft ist hier ohne jegliche Kraft und ohne Rechtsgrundlage. Die Pharisäer und Sadduzäer meinten, auf Grund ihrer Herkunft und ihrer Stellung in der religiösen Welt um die Taufe bitten zu können. Sie waren doch Gottes Volk und eine neue Zurüstung durch Bekehrung und Sündenbekenntnis war für sie überflüssig. Aber selbst der Taufe des Johannes ‑ obwohl sie noch nicht die vollendete Taufe des Neuen Bundes darstellte - mußten persönliche Bekehrung unter Sündenbekenntnis und das Empfangen der Schuldvergebung vorangegangen sein. Allein deshalb schon gehört die Kindertaufe nicht zum Neuen Bund.
Was der Teufel durch die Pharisäer und Sadduzäer nicht hat erreichen können, ist ihm später durch die Kindertaufe gelungen. Dadurch, dass man die Taufe an die Stelle der Beschneidung rückt, versucht man, den Alten Bund im Neuen fortleben zu lassen. Die Kindertaufe ist einer der wichtigsten Fäden, mit dem man den alten Lappen und das neue Kleid aneinander heften will. Weil bei Säuglingen weder von Bekehrung noch von Sündenbekenntnis die Rede ist, woraufhin die Vergebung der Schuld erfolgen kann, hat man es bei der Kinderbesprengung nur mit der natürlichen Herkunft und nicht mit dem unsichtbaren Königreich der Himmel zu tun. Wer ein Kind wegen der gläubigen Eltern taufen läßt, lebt noch auf dem Boden des Alten Testaments. Denn der wahre Same Abrahams besteht nicht aus natürlichen Kindern, sondern aus Gläubigen. „Wenn ihr aber (durch den Glauben) des Christus seid, so seid ihr damit Abrahams Nachkommenschaft und nach Verheißung Erben." (Gal. 3,29)
Vom Himmel oder von Menschen?
Für seine Taufe konnte sich Johannes nicht auf menschliche Vorschriften oder Verfügungen berufen. Er stand im Dienste dessen, „der ihn gesandt hatte". Als man später den Herrn Jesus fragte, in welcher Vollmacht er seine Wunder vollbrächte, antwortete er: „Auch ich will euch ein Wort fragen; und sagt mir: War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen?" (Luk. 20,4). Was begriffen die Hohenpriester und Schriftgelehrten von einer Bevollmächtigung zu ihrer Zeit begreifen, wo doch diese Vollmacht nicht auf schulischer Bildung oder menschlicher Autorität basierte, sondern unmittelbar in der unsichtbaren Welt begründet war? In dieser Hinsicht unterschieden sie sich kaum von manchen kirchlichen Autoritäten unseres Jahrhunderts. Die Zeit war gekommen, die Herzen der Väter zu den Kindern zu bekehren. Dieses neue Geschlecht ließ unter der Leitung des für israelitische Begriffe sehr jungen Johannes keinerlei Zugeständnis zu. Wenn sich die Ältesten ihnen anschließen wollten, müssten sie sich nach den Einsichten dieser „Kinder" richten. Denn jeder, der die Hand an den Pflug legt und zurückschaut, ist nicht tauglich für das Königreich Gottes.
Im Hinblick auf seinen Vorläufer sagte Jesus: „Wahrlich, ich sage euch, unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer aufgestanden als Johannes der Täufer ...“ (Matth. 11,11). Legte er doch die Axt an die Wurzeln des Baumes des Alten Bundes. Daher stand er (Johannes) außerhalb des Tempelbezirkes und im Jordan. Die Praxis der Kindertaufe beseitigt wieder diese Axt und stützt erneut den schon morschen Baum.
Bekehrung und Vergebung der Sünden sind unsichtbare Vorgänge. Sie gehören zum Königreich der Himmel. Die Taufe bildet diese Vorgänge in der sichtbaren Welt ab. Der Täufling wird nicht zum Wasser getragen, sondern er geht selbst dort hin. „Da ging zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und die ganze Umgegend des Jordan; und sie wurden von ihm im Jordanfluss getauft, indem sie ihre Sünden bekannten.“ (Matth. 3,5-6) Ebenso ist auch die Bekehrung eine Tat des Menschen in der unsichtbaren Welt. Viele behaupten jedoch, dass der Sünder sich nicht bekehren kann. Deshalb setzen sie die Wiedergeburt vor die Bekehrung. Oder sie lehren, dass Bekehrung und Wiedergeburt dasselbe bedeuten. Auf Grund dieser Lehre der Väter wird jedoch für Tausende der Weg in das Königreich der Himmel verschlossen, weil ihnen dargelegt wird, dass sie sich nicht bekehren können, sondern dass sie warten müssen, bis Gott es bewirkt. Man behauptet, dass ein geistlich Toter nicht hören und darum sich auch nicht bekehren könne. Jesus aber sagt: „...es kommt die Stunde und ist jetzt da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie gehört haben, werden leben." (Joh. 5,25) Sich bekehren ist eine Handlung des Menschen und sich taufen lassen ebenfalls. Deshalb sollten die Eltern ihre Kinder nicht zum Taufbecken tragen oder sie tragen lassen, sondern sich lieber selbst erst zu einem Platz begeben, „wo viel Wasser ist“, um sich dort biblisch taufen zu lassen. Die Vergebung der Sünden wird abgebildet in der Reinigung durch Wasser. Bei der Besprengung hingegen wird dieser Symbolik Gewalt angetan.
Eine Protestantin fragte einmal einen katholischen Priester, wo in der Bibel der Text zu finden sei, auf Grund dessen die Kirchenglocken mit Weihwasser besprengt werden müßten. Dieser Geistliche antwortete darauf: „Unmittelbar nach Ihrem Text für die Säuglingsbesprengung." Die Kindertaufe stammt nicht vom Himmel, sondern von Menschen. Gottes Wort erwähnt sie nicht. Wollen Sie Gott mehr gehorchen als den Menschen? „Und nun, was zögerst du? Steh auf, laß dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst!" (Apg. 22,16).
2. JESUS ALS TÄUFLING
Johannes tauft Jesus
Jeder der Evangelisten im Neuen Testament schenkt der Taufe des Johannes große Aufmerksamkeit. Neben den die Geschlechtsregistern und den Berichten über die Geburt und Kinderjahre Jesu hat Johannes der Täufer und seine Taufe eine bedeutsame Stelle auf den ersten Seiten des Neuen Testamentes. In den synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas) finden wir sogar dreimal den Bericht über das Streitgespräch mit den Hohenpriestern und Ältesten, worin Jesus seine Kritiker durch die Frage zum Schweigen brachte: „Woher war die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von Menschen? Sie aber überlegten bei sich selbst und sprachen: Wenn wir sagen: vom Himmel, so wird er zu uns sagen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt? Wenn wir aber sagen: von Menschen, so haben wir die Volksmenge zu fürchten, denn alle halten Johannes für einen Propheten." (Matth. 21,25-26).
Hier überführte Jesus seine Feinde durch seine Einsicht und klares Denken. Nur eine kleine Anzahl von den führenden Persönlichkeiten leugnete damals die wahre Taufe auf Grund der Bekehrung, dem Sündenbekenntnis, der Vergebung der Schuld und dem Abwaschen der Ungerechtigkeit, abgebildet durch das Untertauchen des Täuflings im Wasser. Auch heutzutage gibt es in der Christenheit sehr viele, die diese Taufe nicht anerkennen.
Jeder Christ sollte der Taufe Jesu durch Johannes in den Wassern des Jordan große Aufmerksamkeit schenken. Es war der erste Schritt des Herrn in seiner öffentlichen Wirksamkeit: Jesus ging von Galiläa zum Jordan, um sich taufen zu lassen. Die Entfernung betrug ungefähr hundert Kilometer. Darum mussten die Beweggründe, die er hierfür hatte, sehr wichtig sein. Auch in unserer Zeit legen viele Täuflinge wieder große Strecken zurück, um sich auf dieselbe Weise wie Jesus taufen lassen zu können.
Mit welcher Herrlichkeit bekräftigte der Vater die Taufe seines Sohnes! Der Geist Gottes stieg wie eine Taube auf ihn herab. Bei diesem Gehorsamsschritt wurde Jesus auf eine besondere Art verherrlicht. Seine Taufe wurde durch eine göttliche Bestätigung über die normalen Ereignisse hinausgehoben, als der Vater sagte: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe." (Matth. 3,17) Zum ersten Mal in der Geschichte wurden hier die Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes gleichzeitig genannt.
Seine Taufe deutete auf den vor ihm liegenden Weg, den er gehen mußte, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen, das ist sein Sterben, um unserer Sündenschuld zu bezahlen und seine Auferstehung, damit wir durch seine Kraft als Gerechte leben können (Röm 4,25)[9]. In der erhabenen Taufe Jesu Christi im Wasser des Jordan sollte von nun an jeder Gläubige sein Vorbild finden. Auch wir müssen den Weg des Sterbens und Auferstehens mit ihm gehen. Dadurch, dass sich Jesus taufen ließ, bejahte er, dass dieser Weg nötig sei, um Anteil am Neuen Bund und am Königreich Gottes zu erlangen. Zion sollte durch Gerechtigkeit erlöst werden. Als Jesus ausrief: „Es ist vollbracht!", wurde diese Gerechtigkeit erfüllt. Damit bekundete er, dass sein Erlösungswerk abgeschlossen sei. In seiner Taufe bezeugte Jesus, dass er freiwillig den Weg des Kreuzes gehen würde, um die Menschheit zu erlösen. Wie er sich später bei seinem Kreuzestod mit dem Sünder gleichstellen sollte, so tat er dies bereits auch in seiner Taufe: „... und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz." (Phil. 2,8) Jesus wurde nicht zufällig gekreuzigt, sondern er starb freiwillig den Fluch‑Tod, sowie er sich ebenfalls freiwillig durch Johannes taufen ließ. In seiner Taufe gab er sich für den Sünder hin, der sich mit ihm durch die Taufe in den Tod begraben lassen sollte (Röm. 6,3)[10]. Die Taufe von Jesus fand nicht stellvertretend statt, denn dann hätten sich die Gläubigen nicht mehr taufen lassen müssen, sondern Er war ein Vorbild. Jesus war in allem der Erste unter vielen Brüdern, auch in seiner Taufe.
Keine Besprengung und keine Kinder
Jesus ließ sich durch Johannes taufen, obwohl dieser hierfür keine Befugnis durch den Hohen Rat besaß. Wir wollen hier darauf hinweisen, dass Johannes keine kleine Kinder taufte. Später brachte man sie freilich zu Jesus, damit er sie umarmte, ihnen die Hände auflegte und sie segnete. Auch Jesus selbst wurde nicht als Säugling zum Jordan gebracht, sondern, als die Zeit dafür reif war, kam er selbst zu Johannes mit der Bitte, getauft zu werden ‑ ebenso alle anderen Erwachsenen. Dies ist der göttliche Maßstab. Johannes erhob jedoch dagegen Einspruch und versuchte, ihn davon abzubringen.
Er sagte: „Ich habe nötig, von dir getauft zu werden. Und du kommst zu mir?" Jesus löste die Schwierigkeiten des Johannes, indem er sagte: „Laß es jetzt so sein! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen." (Matth. 3,14-15) Johannes hatte einen direkten Auftrag Gottes, die Gläubigen zu taufen. Wahrscheinlich war er selbst nicht getauft, andernfalls nämlich hätte er diese Bitte nicht geäußert. Indem Jesus antwortet, dass auf diese Weise alle Gerechtigkeit erfüllt werde, deutet er an, dass die Taufe auch für jeden seiner Nachfolger von großer Wichtigkeit sei, damit auch sie ihre Gerechtigkeit erfüllen. Wenn sie sich nicht taufen lassen, bleiben sie auf dem Weg der Gerechtigkeit irgendwo im Ungehorsam stecken.
Johannes tauchte Jesus im Wasser des Jordan unter, denn es heißt: „Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf." (Matth. 3,16; Mark. 1, 10) Indem Jesus „so" sagt, deutet er darauf hin, dass man auf diese Weise getauft werden müsse. Er wurde in das Wasser getaucht, und nach seiner Taufe stieg er aus dem Wasser. Mit klaren und unmißverständlichen Ausdrücken beschreiben uns diese Verse, was das Wort „Taufen" bedeutet. Eine christliche Taufe muß auf der Lehre der Bibel basieren. Diese aber kennt nur die Taufe durch Untertauchen. Daher dürfen wir keine andere Art der Taufe gelten lassen. Das griechische Wort „BAPTIZO" bezeichnet den Wörterbüchern zufolge „UNTERTAUCHEN". Luther sagte: „Der Ausdruck ‚baptizein‘ ist ein griechisches Wort. Am besten wird es mit ‚tauchen‘ wiedergegeben. Wir tauchen etwas in das Wasser, so dass es gänzlich vom Wasser bedeckt werde.“ Calvin sagt: „Das Wort taufen bedeutet ‚untertauchen‘.“ Dr. G. de Ru kommt in seinem Buch „De Kinderdoop en het Nieuwe Testament" (Die Kindertaufe und das Neue Testament) bei der Abhandlung der Tätigkeitswörter „baptein" (tauchen) und „baptizein" (taufen) zu folgender Schlußfolgerung: „Ursprünglich also ist die Taufe eine Untertauchung." Jesus erstand aus dem Wassergrab als Erstling der neuen Schöpfung und als Erster von vielen Brüdern. Wollen Sie auch „so" getauft werden? Wollen Sie in den Fußstapfen Jesu schreiten? Wer lediglich mit einigen Wassertropfen besprengt wurde, ist nicht wie Jesus getauft.
Gelehrte Theologen schreiben umfangreiche Bände, um die Kindertaufe zu rechtfertigen, während doch die Bibel mit keinem Wort von ihr spricht. Sogar die Proselytentaufe in Israel wird herangezogen, um zu belegen, dass Kinder getauft werden müssten. Auch hierfür findet man keine Stütze in der Bibel, sondern nur in einigen rabbinischen Schriften des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts. Dr. G. de Ru merkt im Zusammenhang dieser Proselytentaufe an: „In erster Linie finden wir hier also ebenfalls in den ältesten Christengemeinden die vollständige Untertauchung.“ Wir können uns vorstellen, dass möglicherweise auch die Kinder der Proselyten (zum Judentum übergetretene Heiden) getauft wurden, denn man wurde durch seine Ahnen in den Alten Bund hineingefügt. Völlig anders ist es im Neuen Bund. Auch hier werden „Kinder" getauft (Kinder Gottes). Doch sind diese „...nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren." (Joh. 1,13) Die Gotteskindschaft im Neuen Bund besteht „ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlechtsregister". Hierin ist der Gläubige dem Sohn Gottes gleichgestellt. (Hebr. 7,3)[11]. Durch die Kindschaft Gottes wird man Bürger des Neuen Jerusalem, des unsichtbaren Königreiches Gottes. Es ist unmöglich, dass Fleisch und Blut dieses Königreich erben können. Gott bestätigt im Neuen Bund seine Verheißung (die Verheißung des Geistes) an jedem wiedergeborenen Kind (Gal. 3, 7[12] und 14[13]; Apg. 2, 39[14].) und so können wir singen: „Der Bund mit Abraham, seinem Freund, bestätigt er von wiedergeborenem zu wiedergeborenem Kind.“ (ein niederländisches Lied). Jeder, der durch den Glauben in das Reich Gottes hineingegangen ist, legt davon Zeugnis auf Erden ab, indem er sich taufen lässt.
Alle Gerechtigkeit erfüllen
Zunächst weigerte sich Johannes, die Bitte Jesu zu erfüllen, ihn zu taufen. Predigte er doch eine Taufe auf Grund der Bekehrung und des Sündenbekenntnisses. Wenn er an diesem Prinzip festhielt, konnten die Rollen eher vertauscht werden, so dass Jesus ihn taufte. Der Herr dagegen antwortete ihm: „Lass es jetzt so sein; denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen." (Matth. 3,15) Johannes durfte Jesus taufen. Jesus sprach: „Es gebührt uns so." Das bedeutet, beide müssen es tun. Der Herr wollte damit sagen, dass er das Werk des Johannes übernehmen und Johannes durch die Taufe Jesu den Neuen Bund einleiten dürfte. Zusammen vollführten sie die ersten Schritte auf dem neuen Weg in das Königreich Gottes. Dies ist der unsichtbare, der hohe Weg in die geistliche Welt. Durch diese Tat des Johannes wurde mit dem Alten Bund vollkommen gebrochen. Der Alte Bund war nämlich von der Erde, der Neue Bund hingegen ist vom Himmel, aus der unsichtbaren Welt. Was der Vorläufer begonnen hatte, sollte Jesus vollenden. Das Natürliche endete und das Übernatürliche, das Himmlische, nahm seinen Anfang. Zusammen schickten sie sich an, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Johannes und Jesus drücken in dieser Taufe sinnbildlich den gesamten Weg, auf dem Gott den Menschen zu erlösen beschlossen hatte, aus, das heißt den Menschen zu befreien von dem Reich der Finsternis und ihn in das Königreich Gottes zu versetzen. Mit dieser Taufe beginnt die Realisierung des Königreich Gottes.
Auch die Kräfte der unsichtbaren Welt üben dann ihre Wirkung aus: Der Heilige Geist wird ausgegossen, Dämonen werden ausgetrieben, Kranke geheilt und Gebundene befreit. Verschiedentlich ist Jesus später zu der Stelle, an der Johannes ihn getauft hatte, zurückgekehrt. Viele haben dort den Glauben an ihn gefunden und sagten: „Johannes tat zwar kein Zeichen; aber alles, was Johannes von diesem gesagt hat, war wahr." (Joh. 10,41-42) Im Neuen Bund kann das wiedergeborene Gotteskind gemäß der Gerechtigkeit Gottes und den Gesetzen seines Königreichs wandeln.
Die Taufe des Johannes handelte von Sündenbekenntnis und Vergebung der Schuld. Jesu Taufe dagegen reichte weiter und wirkte tiefer. „Um alle Gerechtigkeit zu erfüllen", wurde Jesus getauft. Er verband die Taufe mit der Gerechtigkeit oder Rechtfertigung aus dem Glauben. Nur Gerechtfertigte lassen sich taufen. Diesbezüglich sagte Petrus, dass die Taufe die Bitte um ein gutes Gewissen sei. (1.Petr. 3,21)[15]. Bei der Taufe wird folglich das neue Leben bewusst angenommen.
Der Täufling wird mit Christus getauft. Mit Christus ist er auch auferstanden und zum Erben Gottes und Miterben Jesu geworden. Er tritt hinzu „mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewissheit des Glaubens, die Herzen besprengt (und damit gereinigt) vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.“ (Hebr. 10,22) Wenn er aus dem Wassergrab aufsteht, bezeugt er nicht, dass er bis zum Tod Sünder bleibt, sondern dass er durch die Gemeinschaft mit Jesus Christus gerechtfertigt ist. Mit Hilfe dieser Lebensgrundlage kann er die Sünde überwinden. Das Gotteskind triumphiert nicht auf Grund eines Bekenntnisses seiner Bosheit, sondern auf Grund der Bejahung dessen, dass es „verwachsen ist mit der Gleichheit seines Todes" und, während es sich aus dem Wassergrab erhebt, „so auch mit seiner Auferstehung." (Röm. 6,5) Wer glaubt, bejaht, dass „alle Gerechtigkeit" in ihm oder ihr zustande kommen kann, und auf Grund dieses Glaubens lässt er sich taufen. In seiner Taufe legte Jesus von der Gotteskindschaft Zeugnis ab, obwohl er sie infolge seiner Geburt und nicht auf Grund von Wiedergeburt erlangt hatte. Eine Stimme aus dem Himmel bestätigte das mit den Worten: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe." (Matth. 3,17) Die ihm in das Wassergrab folgen, werden ebenfalls Zeugnis von ihrer Gotteskindschaft ablegen, die sie jedoch durch die Wiedergeburt erlangt haben. Säuglinge entbehren der Gerechtigkeit, die man durch den Glauben erhält. Bei ihnen kann man lediglich von einer natürlichen Geburt sprechen. Die Kinderbesprengung ist deshalb inhaltslos. Sie ist eine nichtige Handlung, weil allein Wiedergeborene am Neuen Bund Anteil haben.
3. PAULUS, DER WIEDERTÄUFER
Eine Wiedertaufe
Während seiner dritten Missionsreise begegnet Paulus in der Hafenstadt Ephesus zwölf Jüngern (Apg. 19,1-7)[16]. Er stellt diesen Männern zwei Fragen. Die erste lautet: „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid?" Die Jünger gestehen ehrlich, dass sie diese Erfahrung nicht gemacht haben und nicht einmal wissen, dass es den Heiligen Geist gibt und er ausgegossen ist. „Wir haben nicht einmal gehört, ob der Heilige Geist überhaupt da ist.“ Das Dogma, dass jeder Gläubige selbstverständlich und automatisch auch mit dem Heiligen Geist getauft wäre, war ihnen völlig unbekannt. Sie begriffen jedenfalls, dass das Empfangen des Heiligen Geistes ein reelles Erlebnis sein müsste.
Unverzüglich stellt der Apostel darauf die Frage: „Worauf seid ihr denn getauft worden?“ Sie sprachen: „Auf die Taufe des Johannes." Die Wassertaufe muß natürlich immer auf eine grundlegende Unterweisung folgen. Es steht geschrieben: „Macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie ... und lehrt sie ..." (Matth. 28,19-20)[17]. Paulus antwortete ihnen darauf: „Johannes hat mit der Taufe der Buße getauft, indem er dem Volk sagte, dass sie an den glauben sollten, der nach ihm komme, das ist an Jesus.“ Zweifellos hat Paulus ihnen dieser Stelle zufolge den Weg Gottes klarer ausgelegt, wie es auch Priscilla und Aquila bei Apollos getan hatten (Apg. 18,26)[18]. Johannes der Täufer hatte durch seine Belehrung die Menschen zu Jesus geführt, der als das Lamm Gottes die Sünde der Welt wegnehmen sollte. Er sagte: „Ich zwar taufe euch mit (in) Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich ...; er wird euch mit (in) Heiligem Geist und mit (in) Feuer taufen." (Matth. 3,11) Im Anschluss an die Unterweisung des Apostels können sie nach der Taufe in Wasser (im Namen Jesu) auch die Taufe im Heiligen Geist und in Feuer erwarten. Bereits Petrus machte das durch seinen Aufruf deutlich: „...und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi (als das wahre Fundament) zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen." (Apg. 2,38) Wasser- und Geistestaufe sollten einander folgen. Davon findet die eine in der sichtbaren, die andere in der unsichtbaren Welt statt. Deshalb gibt es „eine Lehre der Taufen (Waschungen)" (Hebr. 6,2)[19]. Die Taufe des Johannes beruhte auf Bekehrung und hatte die Abwaschung der Sünden zum Ziel. Indem der Sünder mit dem Bösen brach und sich Gott zuwandte, war seine Schuld vergeben. Seine Taufe war mit dem Sündenbekenntnis verbunden, weil durch die Bekehrung der Ungehorsamen zu der Gesinnung der Gerechten, dem Herrn endlich ein zugerüstetes Volk bereitet würde. (Luk. 1,17)[20]
Johannes vergab die Schuld bereits auf neutestamentliche Weise, das heißt ohne Opfer, indem er auf das Lamm Gottes als das wahre Opfer hinwies und von „der herzlichen Barmherzigkeit unseres Gottes" ausging (Luk. 1,78)[21]. Dieser geisterfüllte Bote kannte den Ratschluß Gottes für seine Zeit. Er verursachte daher eine gewaltige geistliche Umwälzung, aber die traditionellen und konservativen „Pharisäer und die Gesetzesgelehrten machten den Ratschluss Gottes für sich selbst wirkungslos, indem sie sich nicht von ihm (Johannes) taufen ließen." (Luk. 7,30) Die Lehre der Väter lag in Streit mit der des Erneuerers Johannes. Er verkündigte schon das Kommen des unsichtbaren Königreichs der Himmel, das nicht gebunden ist an irgendwelche Äußerlichkeiten.
In ihrer Abkehr von diesem Gottesmann gehörten die religiösen Leiter sicher zu denen, die Johannes an Herodes ausgeliefert hatten. (Matth. 4,12)[22]. Sogar in dieser Zeit führte die biblische Taufe schon zu Verfolgung.
Dem Apostel Paulus jedoch genügt die Taufe des Johannes nicht mehr. Sie muss der Taufe weichen, die Jesus selbst brachte und die in Seinem Namen vollzogen wurde. Paulus kennt den Ratschluss Gottes für seine Zeit. In diesem neuen Licht weigert er sich daher, die Taufe des Johannes noch länger aufrechtzuerhalten. Ist sie doch veraltet und durch die Wirklichkeit als überholt erwiesen, denn „was aber alt ist und sich überlebt hat, ist dem Verschwinden nahe." (Hebr. 8,13)[23]. Dass Johannes zum Alten Bund gehört, wird ausdrücklich hervorgehoben.
Seine Taufe, die lediglich auf Bekehrung und Vergebung der Sünden beruht, genügt nicht im Licht des Neuen Bundes. Verkündigte Paulus die Botschaft vom Königreich Gottes, so war Johannes nur dessen vorbereitender Bote. Paulus macht ‑ ebenso wie Johannes ‑ keine Zugeständnisse, da auch er ein Berufener ist. Seine Briefe beginnt er mit der Einleitung: „Paulus, ein berufener Apostel Jesu Christi". Die Johannesjünger müssen sich deshalb der apostolischen Lehrautorität unterwerfen, weil Jesus wachsen und Johannes abnehmen sollte. (Joh. 3,30)[24]. Würden sie sich weigern, so würden sie verlieren, was sie besaßen. Sie mussten also den Preis zahlen, um in das Himmelreich eingehen zu können.
Wieder wurden somit diese Jünger durch Untertauchen getauft. Zum zweiten Mal in ihrem Leben bedeckte sie das Wasser. Von nun an gehörte für sie die Taufe des Johannes zu einem verflossenen Zeitabschnitt. Johannes war nicht das Licht gewesen, aber er war gekommen, um vom wahrhaftigen Licht Zeugnis abzulegen. (Joh. 1,6-8)[25]. Der Auftrag des Paulus war darüber hinaus größer und herrlicher als der des Johannes. Diese Wiedertaufe dürfte wohl eine außerordentliche Erschütterung hervorgerufen haben. War die Taufe des Johannes somit nicht mehr ausreichend? Sollte allein Paulus das Richtige wissen?
Mussten sich demzufolge die Scharen der Johannesjünger allesamt wiedertaufen lassen? Die zwölf Jünger erkannten die neue Zeit durch einen Gehorsamsakt an, und Gott bestätigte diese Wiedertaufe mit einer Ausgießung seines Geistes auf diese zwölf Männer, so dass sie alle in neuen Zungen zu sprechen begannen und die Gabe der Weissagung empfingen.
Die Taufe des Johannes gehörte zum Alten Bund
Wie schwer diese Wiedertaufe durch Paulus für manche zu verkraften ist, beweist die Auslegung dieser Begebenheit etwa durch Calvin. Er verneint die Tatsache, dass Paulus diese Jünger tatsächlich getauft hat, und schreibt in seiner „lnstitutio": „Obendrein spricht Lukas dort nicht von einer Art Wiedertaufe durch Paulus.“ Er berichtet einfach, wie Paulus den Johannesjüngern eine Erklärung über den Dienst ihres Meisters gibt. Johannes lehrte, das Volk solle an den glauben, der nach ihm käme; und die diese Lehre annahmen, ließen sich durch die Johannestaufe zu Jüngern machen. „‘Und als sie dies hörten, ließen sie sich im Namen des Herrn Jesus taufen.‘ Diese Aussage nimmt Bezug auf den vorangehenden Vers 4, wo von Johannes die Rede war. Sie wurden also von Johannes auf den Namen des kommenden Christus getauft." Calvins gekünstelte Auslegung ist durchaus nicht überzeugend und scheint uns eher durch seine Abkehr von den Wiedertäufern als durch die Schrift selbst angeregt zu sein. Hieraus sollte immerhin geschlossen werden, dass Johannes „im Namen des Herrn Jesu" getauft und dessen (Jesu) Name öffentlich bekannt gemacht hat, bevor Jesus selbst in der Öffentlichkeit auftrat. Als jedoch Johannes Jesus an den Jordan zu sich kommen sieht, äußert er: „Und ich kannte ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, dieser ist es, der mit Heiligem Geist tauft.“ (Joh. 1,33) Jesus müsste demzufolge durch Johannes in seinem eigenen (Jesu) Namen getauft worden sein. Jedoch kam Er nicht zu seiner eigenen Taufe, sondern zu der des Johannes! Wenn die Taufe des Johannes identisch wäre mit der „im Namen des Herrn Jesu", dann müsste er zum Neuen Bund gezählt werden.
Entweder gehört Johannes zum Alten Bund (dann aber auch seine Taufe, mit der er kraft seines Namens unzertrennlich verbunden war), oder er gehört mit seiner Taufe bereits zum Neuen Bund. Es wird aber deutlich darauf hingewiesen, dass Johannes der Größte im Alten Bund war. „Unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer aufgestanden als Johannes der Täufer; der Kleinste aber im Reich der Himmel, ist größer als er." (Matth. 11,11). Über Johannes wurde geweissagt, dass er sein Volk belehren sollte über deren Heil in der Vergebung ihrer Sünden (Luk. 1,77)[26]. Nicht das Heil brachte Johannes, sondern die Kenntnis davon.
In Jesus wurde das Heil, die Heilung oder die Heilung offenbart, denn er sagte: „Geht hin und verkündet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde werden sehend, und Lahme gehen, Aussätzige werden gereinigt, und Taube hören, und Tote werden auferweckt, und Armen wird gute Botschaft verkündigt." (Matth. 11,4-5)
Die Taufe des Johannes beendete den Alten Bund und bildete dessen Höhepunkt, aber in seiner Taufe stellte Johannes den Wegbereiter des Neuen Bundes dar. Die Taufe des Johannes gehörte zu dem alten Bund, daher zum Zeitlichen, zum Vergänglichen. In Apostelgeschichte 18, 24‑28[27] wird ein Mann beschrieben, der in der heiligen Schrift sehr bewandert war. Er war brennend im Geist und lehrte richtig von Jesus, „obwohl er nur die Taufe des Johannes kannte". Eben darum war seine Botschaft auch nicht zeitgemäß, so dass er von dem Ehepaar Priszilla und Aquila sich den Weg Gottes genauer auslegen lassen musste. Apollos musste seine Tauflehre künftig nach der Bedeutung richten, die die Taufe im Neuen Bund besitzt. Man betrachtete es als einen Lehrmangel bei ihm, dass er nur die Taufe des Johannes kannte, während diese doch bereits unter den ersten Christen nicht mehr anerkannt wurde. Wenn auch kein Zeugnis davon vorliegt, dass Apollos wiedergetauft wurde, so besagt das weiter nichts. Lesen wir doch auch in Apg. 4,4[28], dass viele von denen, die dem Wort zugehört hatten, gläubig wurden und dass die Zahl der betreffenden Männer sich auf 5000 belief. Von der Taufe wurde hier nicht gesprochen, während hingegen in Apg. 2,41[29] ausdrücklich überliefert wird, dass die Jünger nicht vor Massentaufen zurückschreckten. An einem Tag wurden beispielsweise 3000 Seelen getauft. Es dürfte doch wohl verwunderlich sein, wenn sich unter ihnen keine Jünger von Johannes dem Täufer fanden. Dass die Taufe der zwölf Jünger in Ephesus aufgezeichnet wurde, wird nicht der Besonderheit ihrer Wiedertaufe verdankt, sondern der Tatsache, dass diese Männer darauf ohne Ausnahme in Zungen sprachen und weissagten.
Wiedertaufe in unserer Zeit
Die christliche Taufe ist herrlicher als die des Johannes; deshalb wurde der Apostel Paulus ohne Bedenken Wiedertäufer. Auch in unserer Zeit wird wohl noch von Wiedertaufe gesprochen. Man meint damit, dass jemand, der als Säugling besprengt wurde, sich der biblischen Taufe durch Untertauchen unterzieht. Wenn wir einen Vergleich ziehen, so fällt auf, dass der Unterschied zwischen der Taufe des Johannes und der Taufe Jesu viel geringer ist als der Unterschied zwischen der Säuglingsbesprengung und der Taufe des Neuen Bundes. Die Taufe des Johannes hatte einen Inhalt. Welche Bedeutung aber kann eigentlich der Besprengung eines kleinen Säuglings zukommen? Denn bei der Kindertaufe vermisst man die Voraussetzung und die in der biblischen Taufe sinnbildlich dargestellten Wahrheiten. Dort ist doch weder von Bekehrung oder Vergebung der Schuld noch von Wiedergeburt oder dem alten und neuen Menschen die Rede, das heißt also von dem Begraben des alten und von der Auferstehung des neuen Menschen. Folglich hat sie noch weniger Inhalt als die Taufe durch Johannes. Die Kindertaufe greift zurück auf die alttestamentliche Beschneidung, wo man die Kinder nur auf Grund ihrer natürlichen Herkunft beschnitt.
Auch hier fehlt die Grundvoraussetzung für das Königreich der Himmel, das mit leiblicher Abstammung nichts zu tun hat.
Man hat schließlich die Handlung der Wassertaufe auf die Besprengung mit nur wenigen Tropfen beschränkt, so dass die Säuglingsbesprengung nicht mehr mit der biblischen Taufe übereinstimmt. Wie die Pharisäer und Schriftgelehrten verwirft man somit ebenfalls den Rat Gottes für sich selbst.
Bei den Menschen, die die Taufe durch Johannes empfangen hatten ‑ eine Taufe, die Gott selbst eingerichtet hatte und die eine unmissverständliche Bedeutung hatte ‑ vollzog Paulus die Wiedertaufe. Um wie viel mehr müssen wir dann in unserer Zeit diejenigen wiedertaufen, die nur als Säuglinge besprengt worden sind, eine Handlung, von der in der Bibel nicht gesprochen wird und deren Bedeutung in keiner Hinsicht mit der biblischen Taufe übereinstimmt. Allerdings werden wir die Schmach dafür tragen müssen, die auch den Wiedertäufern in allen Jahrhunderten widerfuhr. Stellen wir uns nochmals die Frage, wodurch die christliche Taufe die Taufe des Johannes überragt. Selbstverständlich hat auch sie die Bekehrung zur Voraussetzung. Zu Pfingsten sagte Petrus: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen..." (Apg. 2,38). Jeder wahre Nachfolger Jesu muß sich von dem Reich der Finsternis abwenden und mit den menschlichen Überlieferungen brechen. Wer Jesus annimmt, erhält Anteil an der Vergebung der Schuld. Damit gehört er zu dem Volk, das sich für den Herrn bereitet hat, aber die folgenden, wichtigen Bedeutungen waren in der Taufe des Johannes unbekannt:
1. Die Taufe als Bad der Wiedergeburt (Titus 3,5)[30].
2. Die Taufe als Abbild der Beschneidung des Herzens (Kol. 2,11)[31].
3. Die Taufe als Begräbnis (Röm. 6,3 u. 4)[32].
4. Die Taufe als Auferstehung (Röm. 6,4)[33].
5. Die Taufe als Bitte um ein gutes Gewissen (1.Petr. 3,21)[34].
Diese Aspekte wollen wir nun in den folgenden fünf Kapiteln näher betrachten.
4. DIE TAUFE ALS BAD DER WIEDERGEBURT
Ein neuer Weg
In Johannes 3, 1 und 2[35] lesen wir, dass Nikodemus, ein Oberster der Juden, bei Nacht mit Jesus ein Gespräch führte. Laut den Aussagen dieses Rabbiners war allgemein anerkannt, dass Jesus einen göttlichen Auftrag hatte. „Denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm." So haben doch Zeichen und Wunder ihre Ursache nicht in der sichtbaren, sondern in der unsichtbaren Welt. Indem sie den Gläubigen folgen, ist bewiesen, dass das Reich Gottes gekommen ist. Mit dem Auftreten Jesu wurde der Weg in dieses Königreich gebahnt. Nun wurden die Kräfte der zukünftigen Welt (der neuen Schöpfung) offenbart.
Wer den Weg mit Jesus gehen will, muss Bürger des Himmelreiches werden. Nirgendwo schließt nämlich der Neue Bund an den Alten an. So wenig wie die Erde am Horizont in den Himmel übergeht, ebenso wenig stellt auch der Neue Bund eine Fortsetzung des Alten dar. Als die Synagogenbesucher Jesus in Kapernaum auftreten sahen, waren sie sehr erstaunt, „... so dass sie sich untereinander befragten und sagten: Was ist dies? Eine neue Lehre mit Vollmacht? Und den unreinen Geistern gebietet er, und sie gehorchen ihm." (Mark. 1,27). In der Verkündigung dieses unsichtbaren Reiches Gottes liegt die Erlösung von jeder menschlichen Not: seine Rettung, seine Erlösung, seine Heilung und seine vollkommene Wiederherstellung. Für alle dagegen, die noch im Alten Bund verbleiben, gilt: „Seht, ihr Verächter, und verwundert euch und verschwindet! Denn ich wirke ein Werk in euren Tagen, ein Werk, das ihr nicht glauben werdet, wenn es euch jemand erzählt." (Apg. 13,41) Wer Jesus nachfolgen will, muss mit dem alten Weg rücksichtslos brechen. Er muss den heiligen (hohen) Weg gehen, das heißt den Weg in der unsichtbaren Welt (Jes. 35,8)[36]. Der Alte Bund war nur ein Schatten des zukünftigen. Jesus wies Nikodemus auf diesen vollkommen neuen, auf diesen himmlischen Weg, mit den Worten hin: „Wahrlich, wahrlich, ich sage Dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen" (Joh. 3, 3)[37].
Wiedergeburt
Wenn ein Mensch sich von seinem alten Weg, der ihm kein Heil schenkte, abwendet und sein Vertrauen auf Gott richtet, antwortet Gott damit, dass Er ihm neues Leben schenkt. Aus der Gemeinschaft von Gott, der Geist ist, mit dem Geist des Menschen wird durch das Wort der neue Mensch geboren. Durch diesen Geburtsvorgang erhält er Anteil an der himmlischen Wirklichkeit. Er wird somit als Bürger des Himmelreiches, des neuen Jerusalem, eingeschrieben.
Allein durch diese Position als Kind Gottes kann die vollkommene Überwindung des Reiches der Finsternis erreicht werden, das sich durch Sünde, Krankheit und Tod im Menschen offenbart. Der wiedergeborene Mensch führt nicht wie der Gläubige im Alten Bund einen Streit auf Erden, sondern einen Kampf in der himmlischen Welt. (Hiob 7, 1)[38]; (Eph. 6, 12)[39].
Der Wiedergeborene hat nach dem inneren Menschen den unsichtbaren Gott zum Vater. Somit ist er „wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem durch das lebendige und bleibende Wort Gottes.“ (1.Petr. 1,23) Dieser unvergängliche oder geistliche Same des Vaters ist das Wort. Durch das Wort wird der Glaube im Menschen auf Gott gerichtet, weil der Glaube auf dem Gehörten beruht.
Bei der Wiedergeburt wird der Geist, der durch Sünden und Missetaten in dem Tod gefangen gehalten wird, frei und lebendig. Das Wort Gottes hat doch die Schuld des Menschen weggenommen und deshalb braucht er nicht länger in der Finsternis leben. Er glaubt dem Wort der Vergebung der Sünden durch das Blut Jesu und wird als Gerechter versetzt in das Königreich Gottes. Der Mensch hat dann einen erneuerten Geist.
Gott hätte auch Menschen schaffen können, die miteinander eine neue Schöpfung bilden könnten. Aber das tat er jedoch nicht. Gott kreiert aus der ersten Schöpfung die neue, daher sprach Jesus: „Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.“ (Joh 3,5)
Das Wasser ist das Bild von Gottes Wort. Nikodemus, der die Schriften kannte, hätte das aus Jes 55,10.11[40] wissen können. Dort wird das Wort Gottes verglichen mit dem Regen und dem Schnee, der vom Himmel fällt. Jesus selbst sprach zu seinen Jüngern: „Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe“ (Joh 15,3). Ihr inwendiger Mensch war also gewaschen. Paulus schrieb in 1.Kor 6,11 von ehemaligen Sündern: „aber ihr seid abgewaschen“. Das war geschehen, weil sie der Botschaft des Apostels geglaubt hatten. In Titus 3,5[41] ist die Rede von dem „Bad (Waschung) der Wiedergeburt“ und in Hebr 10,22 lesen wir „und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.“ Die Wassertaufe drückt diesen Reinigungsprozess deutlich aus.
Die Wiedergeburt ist eine innerliche „Erneuerung des Denkens“ durch das lebendige Wort Gottes. Das Denken, das verbunden war mi Sünde, Lüge, Gesetzlosigkeit und Tod, ist nun gereinigt und verbunden mit dem Leben, er Gerechtigkeit und der Wahrheit des Wortes Gottes, also mit der Denkweise von Gott. Der letzte Adam, das fleischgewordene Wort, ist ein „lebendig machender Geist“. In diesem Text in 1.Kor 15,45[42] sehen wir deutlich, dass das Wort den Geist erneuert bzw. lebendig macht. Es ist der menschliche Geist, der durch die Kraft des Wortes Gottes und durch seine reinigende Wirkung wiedergeboren wird und eintritt in das Reich Gottes. Daher denken wir, dass mit dem Wort „Geist“ in Joh 3,5 der menschliche Geist gemeint ist und nicht der Heilige Geist. Der Ausdruck „aus dem Geist geboren“ steht dem „aus dem Fleisch geboren“ gegenüber, sowie die geistliche Welt gegenüber der natürlichen steht und das geistliche Denken gegenüber dem natürlichen, welches sich nur beschäftigt mit all dem, was mit Sinnesorganen wahrzunehmen ist. Das natürliche Leben ist dem Obersten der Welt unterworfen. Ihm ist der wiedergeborene Mensch entzogen worden, denn der Apostel Paulus schreibt in Kol 1,13: „Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe.
Der Ausdruck „wieder" geboren kann auch mit „von oben" geboren übersetzt werden. Man findet diesen Ausdruck „von oben" beispielsweise in Joh. 3, 31 und 19, 11: „Der von oben kommt, ist über allen." und „... wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre...“. Das Wort „oben" deutet auf die unsichtbare Welt, nämlich das Königreich Gottes, hin.
„Von oben geboren" bedeutet also eine Geburt in die geistliche Welt, so dass man dadurch auch die Tatsachen des Reiches Gottes mit geistlichen Augen sehen und deren Auswirkungen verstehen kann. Man erlangt somit Einsicht in die Gesetze des Geistes und wird zugleich durch die unsichtbaren, geistlichen Kräfte erneuert.
Wie der Wind
Die alte Schöpfung ist aus Fleisch geboren. Dort ist nämlich auch die Rede vom Blut, vom Willen des Fleisches, dem Willen eines Mannes, also von natürlicher Herkunft. Bei der Wiedergeburt hingegen heißt es: „... die ... aus Gott geboren sind." (Joh. 1,13)[43]. Hier wird also von Gottes Wille und seinem Ratschluss gesprochen. Nikodemus kannte diese geistliche Welt ebenso wenig, wie auch viele in unserer Zeit nichts von der Teilhabe an der himmlischen Berufung begriffen haben (Hebr. 3,1)[44]. Für den Juden, der ein natürlicher Abkömmling Abrahams war, bedeutete Wiedergeburt „zum zweiten Mal in den Leib seiner Mutter eingehen und geboren werden." (Joh. 3,4)[45], das also wiederum auf einem natürlichen Weg.
Die neue Schöpfung aber ist für irdische Augen unsichtbar. Sie ist dem Wind gleich: „Er weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist." (Joh. 3,8) Folglich gleicht die neue Schöpfung dem Wind in seinem Ursprung. Sie entsteht aus der Verborgenheit im inwendigen Menschen. Man hört nun durch das Zeugnis dieses neuen Menschen das „Wehen des erneuerten Geistes". Wie beim Wind, so kennt man auch bei ihm seine Richtung und erfährt seine Kraft, weiß aber nicht, wo er hingeht. So steht auch geschrieben: „Jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden." (1.Joh. 3,2)[46]. Das endgültige Ziel, das das Kind Gottes im Plan seines Schöpfers hat, ist noch nicht bekannt.
Wenn bei der Wiedergeburt der Geist lebendig gemacht wird, wird die Seele ebenfalls gereinigt und erlangt neues Leben. Der Mensch empfängt ein neues Herz. Das Seelenleben ist das unsichtbare, natürliche Leben. Hierzu gehören das Herz als ein Symbol für das Gefühlsleben (Liebe und Hass, Freude und Schmerz), der Wille und der Verstand. Die Seele wird gereinigt, weil das Blut Jesu die Schuld wegnimmt und daraufhin das Herz und der Verstand erneuert wird. Durch den Geist, der jetzt mit Gott verbunden ist, gelangt das neue Leben auch in die Seele. „Belebe mich nach deiner Gnade.“ Ps 119,88 Nunmehr ist der Zorn abgewendet, den sich ein Mensch auf den Tag des Gerichts aufgehäuft hat, und man kann jetzt beginnen, sich Schätze zu sammeln im Himmel (Röm. 2, 5)[47]; (Matth 6,20)[48].
Auf diese Weise offenbaren sich die Wiedergeborenen in der sichtbaren Welt als veränderte Menschen. Sie beweisen es im Vollbringen der Gerechtigkeit. „Wenn ihr wisst, dass er gerecht ist, so erkennt, dass, auch jeder, der die Gerechtigkeit tut, aus ihm geboren ist." und „Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde...", „Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt ...“ (1.Joh. 2,29; 3,9[49]; 5,4[50]).
Die Taufe
In Titus 3,5[51] steht geschrieben, dass Gott „nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt“ uns errettete. In der Taufe wird also die geistliche und unsichtbare Geburt abgebildet. Indem der Gläubige sich taufen lässt, bezeugt er, dass er vorher in der natürlichen Welt lebte. Das Wasser, das ihn umschließt, ist das Symbol dafür. Dann erhebt er sich aus diesem Wasser. Er wurde also aus der Finsternis in das Licht, aus der Herrschaft Satans in das Reich Gottes, aus der Knechtschaft der Sünde in die Gotteskindschaft versetzt.
In Epheser 5, 25‑26 steht geschrieben, dass „... auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort ..." Wer sich taufen lässt, bezeugt damit, dass er ein neuer Mensch geworden ist. Für ihn gilt jetzt: „Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe." (Joh. 15,3)
Der Herr sagt: Du bist nun rein, heilig, gerechtfertigt, du bist jetzt Erben Gottes und Miterben Christi. Du bist ein König und Priester, du bist mein Sohn und mein Eigentum. Der Gerechte lebt aus dem Glauben an diese Worte Gottes.
Die Säuglingsbesprengung kann dagegen dieses Geheimnis der Wiedergeburt niemals abbilden. Wurde jemand von Johannes getauft, so war er gerechtfertigt. Wenn aber jemand in der Taufe, die Jesus einführte, aufsteht, dann bekennt er, dass er ein wiedergeborener Mensch ist.
Die Wiedergeburt findet statt in der unsichtbaren Welt. Dort aber ist jegliche Abstammung belanglos. Keine natürliche Abstammung und keine Kirche der Väter ist dort von irgendwelcher Bedeutung. Die Wiedergeburt erhebt den Menschen aus der sichtbaren Welt und versetzt ihn in die unsichtbare. Von diesem unsichtbaren Geschehen in seinem Leben legt der Christ durch die Taufe in der sichtbaren Welt Zeugnis ab. Er bezeugt dabei das Werk, das Gott in seinem Leben bereits vollbracht hat. Er bezeugt, dass das alte Leben bei ihm vergangen ist und das neue begonnen hat. Bei der Kindertaufe hingegen vermisst man die Bekehrung, den Glauben an die Vergebung der Schuld und die Wiedergeburt. Die Kinderbesprengung greift allein nach der sichtbaren Welt. Deshalb hat sie keine einzige Bedeutung im Reich Gottes, sondern bildet vielmehr ein Hindernis, um zur wahren Taufe zu gelangen.
Die Bibel sagt, dass das Natürliche zuerst kommt und danach das Geistliche (1.Kor 15,46[52]). Die Lehre von der „vorausgesetzten Wiedergeburt“, die davon ausgeht, dass ein Kind vor seiner natürlichen Geburt wiedergeboren sein kann, ist deshalb unbiblisch. „Und wie wir das Bild des Irdischen getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen“ (1.Kor 15,49). Ein Kind trägt also das Bild des Irdischen und entwickelt sich auf natürliche Weise. Der Wiedergeborene trägt im Prinzip das Abbild Jesu und kann diesem Abbild des Sohnes vollständig gleichförmig werden. Von der Wirkung Gottes im Leben eines Menschen und von seiner Erneuerung ein Zeugnis abzulegen, erweckt die erbitterte Feindschaft der Mächte der Finsternis.
Denn sie beeinflussen dann auch den natürlichen Menschen, damit er dieses Zeugnis hasst und an dem, womit er die biblische Taufe ersetzt, festhält. Ist es demnach verwunderlich, dass in dieser Welt die Kindertaufe noch auf keinerlei Widerstand gestoßen und noch niemand ihretwegen verfolgt worden ist? Dagegen wird die wahre Taufe als Zeugnis des wiedergeborenen Menschen von den bösen Mächten der unsichtbaren Welt gehasst. Waren doch beispielsweise von den zweitausend Blutzeugen, die die niederländische Geschichte kennt, dreiundsiebzig Prozent Wiedertäufer!
Demzufolge müssen wir uns also zwischen der Kinderbesprengung, die auf menschlichen Erwägungen basiert und durch den Bösen beeinflusst ist, und der Taufe vom Himmel, die Jesus selbst für die Gläubigen und Wiedergeborenen einsetzte, entscheiden. Für den richtigen Entschluss muss der Mensch den Preis bezahlen und das Kreuz der Verfolgung auf sich nehmen, das aus Schmach, Verachtung und Spott besteht.
5. DIE TAUFE ALS ABBILD DER BESCHNEIDUNG DES HERZENS
Die Beschneidung im Alten Bund
Die Beschneidung war das Zeichen des Alten Bundes, den Gott mit Abraham und seinen natürlichen Nachkommen geschlossen hatte. „Dies ist mein Bund, den ihr halten sollt zwischen mir und euch und deinen Nachkommen nach dir: alles, was männlich ist, soll bei euch beschnitten werden; und zwar sollt ihr am Fleisch eurer Vorhaut beschnitten werden! Das wird das Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euch." (1.Mose 17,10-11)
Abraham war bereits vor seiner Beschneidung gläubig. Auf Grund seines Glaubens hatte er auch die Gerechtigkeit empfangen. Weil er Gott glaubte, hatte er in das gelobte Land einziehen können, sei es auch nur als Fremdling.
Als Abraham Ur in Chaldäa verließ, hatte er bereits die Zusage erhalten, dass durch ihn alle Geschlechter der Erde gesegnet werden sollten. (1.Mose 12,3)[53] Er hatte das Versprechen erhalten, dass er Erbe der Welt sein sollte. (Röm. 4,13)[54]
Das Erhabenste, was es auf dieser Erde geben würde, sollte aus ihm hervorgehen: Christus und die in Christus sind. Hätte Abraham auch sehr viele Kinder gehabt, so war darin noch keine Gewissheit gelegen, dass seine Nachkommen Weltbeherrscher und so zahlreich wie der Sand des Meeres sein sollten.
Sein Glaube wurde aber insbesondere darin geprüft, dass er überhaupt keine Kinder besaß. Als er auf Anraten der Sara ihre Sklavin Hagar zur Frau nahm, stand dies nicht mit seinem Glauben an die Verheißung in Widerspruch. Der Herr wollte ihm damals vielmehr noch deutlich machen, dass die Verheißung sich nicht auf den Sohn der Magd, sondern auf den der Freien bezog. Die Beschneidung war das sichtbare Zeichen von dem, was Abraham durch den Glauben erlangen sollte, und von dem nur ein unscheinbarer Bruchteil in seinem Leben offenbart wurde: nur einen Sohn und zwei Enkel.
Abraham ließ sich mit seinem Sohn Ismael und mehr als 300 Hausgenossen beschneiden. Der Sohn der Verheißung jedoch war noch nicht unter ihnen. Auch die Sklaven und diejenigen, die im Hause ihres Herrn geboren worden waren, sollten später im Volk Israel das Zeichen des Bundes tragen. Das war also kein Siegel oder Unterpfand des Glaubens, sondern nur ein Beweis dafür, dass man zum natürlichen Geschlecht Abrahams hinzugezählt wurde. Bei Abraham dagegen war die Beschneidung sehr wohl das Siegel der Gerechtigkeit aus Glauben (Röm. 4,11)[55].
So konnte es geschehen, dass ein beschnittenes Volk wegen seines Unglaubens nicht in das Gelobte Land kam, dafür aber ein unbeschnittenes Volk unter Josua. Ein beschnittenes Volk kam in der Wüste um, weil es Gott nicht geglaubt und sein Vertrauen nicht auf ihn gerichtet hatte (Hebr. 3,19)[56].
Die Beschneidung war ein äußerliches, aber verhülltes Zeichen. Konnte man es doch nicht an jemandes Gesicht ablesen, dass er zum Volk Gottes gehörte. Dieses verhüllte Zeichen nun stand im Bezug zur Weitergabe des natürlichen Lebens. Wer jetzt noch die Kindertaufe an die Stelle der Beschneidung setzt, bejaht wieder die natürliche Geschlechterfolge. Dann hat es die Taufe folglich mit dem natürlichen und rein zeitlichen Leben zu tun. Man kann nämlich Glauben nicht von einem zu taufenden Kind fordern oder erwarten, so dass dann für die Kindertaufe das Wort des Apostels seine Gültigkeit besitzt: „Ich sage euch, dass Christus euch nichts nützen wird, wenn ihr euch beschneiden laßt." (Gal. 5,2) Deshalb ragen die Volks‑ und Familienkirchen nicht über die geistliche Ebene des alten Israel hinaus. Vielmehr bleiben sie stets auf demselben Niveau und prägen keine geistlichen Menschen.
Die wahre Beschneidung
Die im Neuen Bund „Same Abrahams" genannt werden, sind diejenigen, die ‑ genauso wie er ‑ an die Verheißungen Gottes glauben, nun allerdings an die „besseren Verheißungen", auf denen der Neue Bund beruht (Hebr. 8,6)[57]. Im ersten Bund war es ein Zeichen am Fleisch, und der Bund galt den Nachkommen. Im Neuen Bund hingegen findet sich das Zeichen am Herzen, und der Bund bezieht sich auf den Geist, d. h. auf die unsichtbare Welt und damit auf den inneren Menschen, auf den Verstand und das Herz.
„Denn dies ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Meine Gesetze gebe ich in ihren Sinn und werde sie auch auf ihre Herzen schreiben..." (Hebr. 8,10)[58]. Der Neue Bund ist keine Fortsetzung des Alten, sondern er läuft parallel zu ihm ‑ freilich auf höherer Ebene. Diese beiden Bündnisse gleichen zwei Wegen, von denen der eine auf der Erde verläuft, der andere dagegen sich durch den Himmel, die unsichtbare Welt, hinzieht. Im Alten Bund war alles auf die Erde und die sinnliche Welt abgestimmt. In dem besseren Bund aber, der auf bessere Verheißungen gegründet ist, ist alles auf den Himmel und die geistliche Welt ausgerichtet.
So gab es im Alten Bund ein irdisches Heiligtum und im Neuen Bund gibt es ein himmlisches, wahres Heiligtum (Hebr. 8,2)[59]. Es gab damals irdische Priester, jetzt hingegen gibt es eine himmlische Priesterschaft. (1.Petr. 2,9)[60] Es gab einen irdischen Hohenpriester, und es gibt jetzt einen himmlischen Hohenpriester. (Hebr. 8,1)[61] So gab es auch das Gesetz von Sinai als einen Schatten des wahren Gesetzes, während es nun das Gesetz des Geistes gibt, „Denn wenn das Priestertum geändert wird, so findet notwendig auch eine Änderung des Gesetzes statt." (Röm. 2, 8)[62]; (Hebr. 7, 12) Wurde der Alte Bund mit dem natürlichen Volk Israel geschlossen, so der Neue mit dem geistlichen Israel Gottes. In diesem Zusammenhang rühmt sich Paulus nicht der Malzeichen, die er als ein natürlicher Sohn Abrahams trug, sondern der Malzeichen Jesu, die durch die Beschneidung des Herzens entstanden waren. (Gal. 6,15-17)[63]. Nach der ersten Schöpfung ruhte Gott von all seinen Werken, und deshalb hielt auch das Volk des Alten Bundes seinen irdischen Sabbat. In der Neuen Schöpfung wiederum ruhte Gott auf Grund dessen von all seinen Werken, dass er den gesamten Erlösungsratschluss seinem Sohn übergeben hatte. Indem wir an diesen Sohn glauben, werden auch wir von unseren Mühen so wie Gott von den Seinen all unsere Tage ruhen.
Der Sabbat bekommt im neuen Bund auch eine geistliche Bedeutung. Wer das nicht sieht, leugnet den Weg Jesu und steht hier neben den Pharisäern, die den Herrn immer wieder mit der Frage bedrängten: „Warum machst du das und warum machen das deine Jünger am Sabbat?“ Die Antwort war, dass Jesus auch der Herr des Sabbats war. Er brachte diesen Tag aus dem Schatten der alten Zeit in die Wirklichkeit des Neuen Bundes, von der Erde in den Himmel. Jesus vergeistlichte den Sabbat, denn er sprach: „Kommt zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen. Und ich werde euch Ruhe geben.“ Wer sich auf seine Worte einlässt, hat Anteil an der Sabbatsruhe, die für das wahre Volk Gottes aufbewahrt ist. Ein solcher Mensch, lernt im Werk seines Sohnes zu ruhen (Hebr 4,9.10[64])
Während es im Alten Bund eine Beschneidung gab, die mit Händen ausgeführt und durch die ein äußerliches Zeichen angebracht wird, besitzt der Neue Bund eine Beschneidung, die kein Werk von Menschenhand ist: „In ihm seid auch ihr beschnitten worden mit der Beschneidung, die nicht mit Händen geschehen ist, (sondern) im Ausziehen des fleischlichen Leibes, in der Beschneidung des Christus, mit ihm begraben in der Taufe ..." (Kol. 2,11‑12)[65]. Der Beschneidung Christi wird die des Mose gegenüber gestellt (Joh. 7,22)[66]; eine Handlung, in der ein Christ durch den Heiligen Geist beschnitten wird. Deswegen ist die Beschneidung des Herzens, nicht aber die Taufe, an die Stelle der Beschneidung des Alten Bundes getreten.
Während nun die Beschneidung des Herzens ein Bestandteil des Vorgangs der Wiedergeburt ist, stellt die Taufe ein Zeugnis des wiedergeborenen Menschen dar. In seiner Taufe wird abgebildet, was in der unsichtbaren Welt an ihm geschehen ist und was er im Glauben ergriffen hat.
Die Beschneidung im Alten Bund war allein auf männliche Nachkommen ausgerichtet, denn „aus dem Willen eines Mannes" werden Kinder gezeugt. (1.Mose 17,10[67]; Joh. 1,13[68]) Somit galt der Alte Bund dann auch der natürlichen Nachkommenschaft.
Demgegenüber rechnet der Neue Bund nur mit dem geistlichen Menschen. Er kennt keinen Unterschied zwischen Mann und Frau (Gal. 3,28)[69], so dass die Beschneidung des Herzens und das Zeugnis von ihr in der Taufe allen Kindern Gottes ohne Unterscheidung des Geschlechts gilt. „Da ... wurden getauft, sowohl Männer als Frauen." (Apg. 8,12)[70]
Beschneidung und Taufe im Neuen Bund
Worin besteht nun die Parallele zwischen der Beschneidung im Alten Bund und der Beschneidung des Herzens im Neuen? Der Beschneidung des Abraham ging der Glaube voraus. Das Erste, was ein Mensch tun muß, um in den Neuen Bund aufgenommen zu werden, ist, sich bekehren und seinen Glauben auf die Verheißung Gottes ausrichten. Was ist nun der Inhalt dieser Verheißung? Die Antwort der Heiligen Schrift lautet darauf: „...so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben." (Joh. 1,12) Indem ein Mensch Jesus, das Wort Gottes, annimmt, geschieht auch von Gottes Seite etwas. Abraham glaubte fest an den, der geboren werden sollte. Der bekehrte Mensch erwartet die Gotteskindschaft.
Was nun folgt, wird ohne Ausnahme in der Taufe versinnbildlicht. Durch die Kraft von Gottes Wort wird aus dem toten Menschen eine neue Schöpfung geboren. Das sprießende, neue Leben befreit sich vom alten. Der neue Mensch ist geboren, und er muß von seinem alten Leben völlig losgemacht werden. Wie im natürlichen Leben die Nabelschnur zwischen Mutter und Kind durchgeschnitten wird, so wird auch beim inneren Menschen durch die Beschneidung, die ohne Hände geschieht, das alte Leben vom neuen abgetrennt. Der neue Mensch wird vom alten völlig geschieden. In der unsichtbaren Welt ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass jemand ein Kind Gottes geworden ist. Er trägt das Merkmal: „...Jeder, der den Namen des Herrn nennt, stehe ab von der Ungerechtigkeit!" (2.Tim. 2,19)[71]. Durch die Beschneidung des Herzens ist er vom alten Leben befreit und empfängt die Kraft, um in der Neuheit des Lebens aufzuerstehen. Das also ist die Beschneidung Christi, denn „wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein." (Joh. 8,36)
Es ist ein erster Anfang, aber der neue Mensch ist Bürger des Königreiches der Himmel geworden und dort eingeschrieben. Die Taufe versinnbildlicht, dass diese Beschneidung stattgefunden hat. Das alte Leben wird im Wasser zurückgelassen, damit es wie eine Nachgeburt begraben werde. Der neue Mensch erhebt sich als ein Kind Gottes aus dem Wasser und trägt das „verborgene" Bundeszeichen der Beschneidung in seinem Herzen. Sein neues Herz beweist, dass Jesus ihm ewiges Leben gegeben hat. Die wahre Beschneidung ist „die des Herzens, im Geist, nicht im Buchstaben.“ (Röm. 2,29)[72] Sie ist also eine Beschneidung gemäß dem Gesetz des Geistes und nicht dem Gesetz des Sinai. „Denn wir sind die Beschneidung, die wir im Geist Gottes dienen und uns in Christus Jesus rühmen und nicht auf Fleisch vertrauen." (Phil. 3,3)
Die Beschneidung des Herzens gehört zum geistlichen Geburtsvorgang. Über die, welche im Alten Bund geboren waren, musste der Prophet sagen: „Und (was) deine Geburt (betrifft): an dem Tag, als du geboren wurdest, wurde deine Nabelschnur nicht abgeschnitten ..." (Hes. 16,4)[73]. Folglich waren sie nicht vom alten Menschen befreit.
Nach der Beschneidung und Auferstehung zum Neuen Leben und der Geistestaufe ist man nicht nur ein Kind Gottes geworden, sondern auch als Glied in den Leib Christi, die Gemeinde, eingefügt. „Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden ..." (1.Kor. 12,13)[74] Darum ist in der Schrift auch von der Beschneidung Christi die Rede. Das Ergebnis dieser Beschneidung ist nun, dass der neue Mensch aktiv als eine lebendige Zelle seinen Platz im Leib Christi einnimmt. Im Neuen Bund wird auch der Same Abrahams beschnitten, der von Christus und allen, die in Christo Jesu sind, dargestellt wird (Gal. 3,16[75] u. 29[76]).
Durch die Beschneidung des Herzens ist eine Scheidung zwischen dem alten und neuen Menschen entstanden. Während der alte in Verbindung mit den Mächten der Finsternis stand, die in ihm wirksam waren, (Eph. 2,2)[77], ist der neue Mensch aus dem Einwirken von dem Samen Gottes, das ist sein Wort auf den Geist des Menschen geboren. Deshalb können wir rufen: „Abba, lieber Vater!" Das ewige Gericht, die absolute Trennung zwischen Gut und Böse, beginnt hier, sich in einem Menschenleben zu vollziehen. Abraham glaubte, dass er Erbe der Welt sein würde (Röm. 4,13)[78]. Die geistliche Beschneidung ist das Zeichen der Verheißung der Sohnschaft Gottes. Man glaubt, auf Grund dessen Erbe in der unsichtbaren Welt zu sein, Erbe Gottes und Miterbe Christi (Röm. 8,17)[79]. Dies ist eine Sache des Glaubens, auch wenn man zunächst nur den unscheinbaren Anfang sieht.
Wir erkennen nun, welch eine tiefe und herrliche Bedeutung die Taufe besitzt. Hat sie doch mehr Inhalt als die Taufe der Bekehrung, die Johannes brachte. Wir stellen fest, dass seine Taufe dazu diente, ein natürliches Volk für das volle Heil zu bereiten, und dass sie nicht an Kindern vollzogen werden konnte.
Infolgedessen kann die neutestamentliche Taufe, die sinnbildlich darstellt, wie der alte Mensch vom neuen geschieden wird, sicherlich nicht für Kinder gemeint sein. Durch die Behauptung, dass die Taufe die Stelle der alttestamentlichen Beschneidung eingenommen habe, unterläßt man die Beschneidung des Herzens, und „der Täufling" steht außerhalb der Freiheit des Königreiches Gottes. Prof. Dr. A. F. N. Lekkerkerker, (ein holländischer Theologe) , schreibt in seinem Buch: „Gij zijt gedoopt" (Ihr seid getauft): „Auf die Einheit von Altem und Neuem Testament wird in der ‚Lehre vom Bunde des Herrn mit den Gläubigen‘ Nachdruck gelegt, so dass unterstellt wird: die Taufe hat die Stelle der Beschneidung eingenommen.“ Aber er setzt dann fort: „In diesem Sinne begegnet die erwähnte Lehre uns nicht im Neuen Testament, auch nicht in Kolosser 2, 11[80].“
Die Taufe ist nicht an die Stelle der Beschneidung getreten, sondern die Beschneidung des Herzens ist die geistliche Wirklichkeit, die in der Beschneidung des Alten Bundes als Schatten abgebildet wurde. Die Beschneidung des Herzens „kennzeichnet" jemanden als Kind Gottes. In der Verborgenheit unter dem Wasser findet die Verborgenheit der Beschneidung des Herzens ihr Sinnbild. Ein jeder, der in der unsichtbaren Welt den Vorgang der Bekehrung, des Glaubens an Gott, der Wiedergeburt und der Beschneidung des Herzens erfahren hat, gehorche dem Ruf, mit der Taufe durch Untertauchen auch in der sichtbaren Welt davon Zeugnis abzulegen.
6. DIE TAUFE ALS BEGRÄBNIS
Zur Zeit der Sintflut gab es zwei Gruppen von Menschen auf Erden: Gehorsame und Ungehorsame, Gläubige und Ungläubige. Der gehorsame Noah glaubte dem Wort Gottes und baute daher die Arche. Die Ungehorsamen hörten nicht auf seine Predigt und trafen keine Maßnahmen. Sie ertranken, während die Gehorsamen durch Gott gerettet wurden. Petrus schrieb: „Als Gegenbild davon errettet euch jetzt die Taufe." (1.Petr. 3,21)[81] So ist die Sintflut ein Abbild oder Schatten der geistlichen Realität, die in der Taufe geschieht. Wie nämlich in der Sintflut viele Ungehorsame in einem Wassergrab begraben wurden und nur eine kleine Gruppe Gehorsamer diese Katastrophe überlebte, so begräbt der Mensch auch in der Taufe das lange Leben seines Ungehorsams. Das junge, neue Leben dagegen steht auf, um im künftigen Leben im Gehorsam vor dem Herrn zu wandeln.
Natürlich ist dieser Vorgang des Sterbens und Begrabenwerdens in der unsichtbaren Welt bereits geschehen, und die Taufe legt nur ein Zeugnis davon ab. Wer bei seiner Taufe sagt: „Ich beerdige meinen alten Menschen", meint damit, dass er im Glauben den alten Menschen bereits abgelegt hat, für tot hält und dass er davon in seiner Taufe Zeugnis ablegen will. Wie das Brot beim heiligen Abendmahl nicht der Leib des Herrn ist, sondern Abbild seines geistlichen Leibes, der Gemeinde; so ist auch die Taufe nicht das Ablegen des alten Menschen, sondern das symbolische Zeugnis von dem, was in der unsichtbaren Welt stattfand.
Einstmals waren wir ungehorsam, Gott aber gibt die Ungehorsamen nicht mehr dem Wasser, sondern dem Feuer preis. Dies bedeutet nun, dass, wer dem Herrn nicht angehört, an die bösen Mächte übergeben ist. Unter ihnen herrscht der Tod als König (Röm. 5,17)[82]. Das Reich der Finsternis bedeckt wie ein Meer die Erde. Nur diejenigen, die in die „Arche der Rettung" (Jesus Christus) einstiegen, sind aus dieser Finsternis in das Reich Gottes versetzt worden. Aber wer nun von Herzen dem Bild der Lehre, dem er übergeben worden ist, gehorsam geworden und von der Sünde frei geworden ist, der ist ein Sklave der Gerechtigkeit geworden. (nach Röm. 6,17+18)[83]. Der Ungehorsame bleibt unter dem Zorn Gottes, das heißt unter der Herrschaft der bösen Geister. (Joh. 3,36)[84] Wer aber der Predigt Gehör schenkt und sich bekehrt, wird wiedergeboren, und der Zorn Gottes bleibt nicht über ihm. Für solch einen Menschen ist Jesus Christus die Arche der Rettung. Wie Noah auf Grund seines Glaubens in die Arche ging und jede Verbindung zu seinem früheren Lebensbereich abbrach, dadurch aber auch der Flut des Gerichts über die Erde entging, so geht es auch dem Kind Gottes. Im Glauben hat es Zuflucht bei Jesus Christus genommen. Es bricht mit seinem alten Leben und mit jeder Form der Ungerechtigkeit, ist aber damit auch dem Verderben, das durch die Begierde in der Welt herrscht, entgangen (2.Petr. 1,4)[85]. Die Taufe ist das Abbild dafür, wie der Täufling den ungehorsamen alten Menschen der Vernichtung durch die Mächte der Finsternis ‑ durch das Wasser sinnbildlich dargestellt ‑ übergibt. Deshalb übergibt er sich freiwillig dem Täufer, der das Begräbnis symbolisch ausführt. In dem anschließenden Hochheben des Täuflings durch den Täufer aus dem Wasser wird die Auferstehung des neuen, gehorsamen Menschen abgebildet. Auch bei der Sintflut wurde der ungehorsame Mensch durch eine wirkliche Untertauchung begraben. Folglich denkt Petrus bei diesem Vergleich auch nicht an einige Tropfen Wasser, sondern ebenfalls an eine Untertauchung in viel Wasser. Bei der Kindertaufe vermissen wir dagegen den Gedanken an ein Begräbnis in viel Wasser. Steht doch dort nicht der Täufling im Mittelpunkt. Auch wird dort nicht abgebildet, was mit dem Kind geschehen ist, sondern man beschäftigt sich mit den Eltern, mit dem Täufer und mit dem Kirchenverband, in dessen Rahmen die Taufe vorgenommen wird. Die Dekoration, die gläubigen oder ungläubigen Eltern, die Ordinierung des Täufers, sein Amt und seine Befugnisse hält man für einen wichtigeren Gesprächsgegenstand als das kleine Kind, das tatsächlich auch keinen Unterschied zwischen der linken und rechten Hand kennt, somit ohne Zweifel auch nicht zwischen Gut und Böse, Gehorsam und Ungehorsam.
Der Durchzug durch das Rote Meer
Die kirchliche Taufformel zieht einen Vergleich zwischen dem Durchzug der Kinder Israel durch das Rote Meer und der Taufe: „Du, der Du den verstockten Pharao mit all seinem Volk im Roten Meer hast ertrinken lassen, und dein Volk Israel trockenen Fußes hindurch geführt hast, wodurch die Taufe angedeutet wurde..." Ferner lesen wir in dieser Formel: „Dies lehrt uns die Untertauchung in ... das Wasser". Dieses Untergehen oder Untertauchen ist das Abbild des Grabes. Licht und Leben verschwinden, Finsternis umringt den Menschen. Ein Jammer, dass die Formel dieses Abbild durch die Worte „... und die Besprengung mit Wasser" zunichte macht. Das Rote Meer war das Grab Pharaos, welcher ein Abbild des Teufels und seiner Diener ist; ######aber Israel als ein erneuertes Volk zog an dem gegenüberliegenden Ufer hinauf. Deshalb ist der Durchzug durch das Schilfmeer ein Zeichen für das Volk Gottes. Durch Ägypten wird sinnbildlich dargestellt, wie der geistliche Mensch durch die Knechte des Teufels in dieser Welt unterdrückt und missbraucht wird. Beide steigen in das Wassergrab (vgl. das Rote Meer). Der natürliche Mensch bleibt zurück, und der geistliche zieht hindurch. Beim Durchzug durch das Rote Meer ließen die Kinder Israels Ägypten hinter sich. Eine Rückkehr war nicht mehr möglich. So hat man auch bei der Taufe alle Brücken, die zurückführen, abgebrochen. Man kann und will nicht zurückkehren, denn man hat den Fuß auf ein anderes Land gesetzt, in dem Freiheit herrscht und Gottes Gesetze wirksam sind. In der Taufe werden die Bindungen an Pharao, d. h. an Tod und Teufel, zerrissen und die Verbindung mit Gott und dem ewigen Leben geknüpft. In 1. Kor. 10, 2[86] steht geschrieben: Alle wurden im Meer auf Mose getauft. Die Taufe im Neuen Bund dagegen spricht von besseren Dingen als der Alte Bund. Der Staub des Dienstes und der Versklavung unter der Sünde wird abgewaschen. Der Teufel wird entthront. Der alte Mensch mit seinem Schuldbewußtsein bleibt zurück, und der neue ersteht mit einem reinen und guten Gewissen. Der Zug in die Freiheit der unsichtbaren Welt vollzieht sich unter einem besseren Führer als Mose, nämlich unter Jesus, unserem Herrn. Das Lied der Überwindung nach dem Durchzug durch das Rote Meer ist der Auftakt des Liedes, das am gläsernen Meer von den Überwindern, die als Söhne Gottes offenbar geworden sind, gesungen wird (Offb. 15,2-3)[87].
Auch das Prinzip des Gesetzes ist begraben
Saulus von Tarsus hatte viel auf dem Kerbholz. In seinem fanatischen Verfolgungseifer hatte er sich Zorn für den Tag des Gerichts aufgehäuft. Nach der Bekehrung des Saulus auf dem Weg nach Damaskus wurde der gottesfürchtige Ananias zu diesem hoffnungslosen und geistlich gebrochenen Eiferer gesandt, um ihn von seiner Blindheit zu heilen und ihm die Hände zur Taufe mit dem Heiligen Geist aufzulegen. Wie schwer hatte es Paulus. Als gesetzestreuer Jude mußte er anerkennen, was er später klar und deutlich beschrieb: „Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist. Vielmehr nun, da wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt sind, werden wir durch ihn vom Zorn gerettet werden." (Röm. 5,8-9) Das Herzstück des Evangeliums ist die Rechtfertigung allein aus dem Glauben an das vollbrachte Erlösungswerk Christi. Saulus wurde aber im Gesetz erzogen, und hierin geht es nicht um den Glauben, sondern darum, daß, wer es tut, dadurch leben wird. (nach Gal. 3,12)[88]. In Damaskus wurde Saulus zu einer neuen Schöpfung. Dort wurde er ein Erbe Gottes und ein Miterbe Christi. In neuen Zungen konnte er darauf den Herrn preisen, wie die Jünger am Anfang. Das Alte war vergangen, dennoch aber konnte sich dieser Mann nicht von seinen eingerosteten Auffassungen befreien. Durfte er jetzt auf einmal alles hinter sich zurücklassen? Forderte Gott keine Buße oder Sündopfer von ihm? Ging das so leicht? Saulus wußte sich als ein Verfolger der Gemeinde Gottes. Er hatte Blut an seinen Händen. War dies ohne weiteres, nur weil er den Namen Jesu bekannte, abgewaschen? Ananias bemerkte diesen innerlichen Kampf. „Und nun, was zögerst du? Steh auf, laß dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst." (Apg. 22,16) Die Taufe ist das Zeugnis des wiedergeborenen Menschen dafür, dass er von seinem alten Leben Abstand genommen hat. Gott berücksichtigt es nicht mehr und der Täufling künftig ebenfalls nicht. Sind doch seine Sünden durch den Glauben an das Wort Gottes abgewaschen. Jesus reinigt, wie geschrieben steht: „... wie auch der Christus die Gemeinde geliebt sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, (sie) reinigend durch das Wasserbad im Wort..." (Eph. 5,25-26) Am Pfingsttag sagte Petrus: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden...“ (Apg. 2,38)[89] Viele zögern, weil sie nicht den Mut haben, mit der Vergangenheit zu brechen. Sie weigern sich, sich taufen zu lassen, weil sie das Band niemals radikal durchtrennen.
Durch seine Taufe bezeugt der Gläubige vor Gott und Menschen, dass das Alte vergangen und ein neues Leben angebrochen ist. Auch Saulus mußte aus „diesem verkehrten Geschlecht" gerettet werden. (Apg. 2,40)[90] Das sündige Leben, zu dem sein jüdisches Pflichtbewußtsein ihn geführt hatte, mußte er begraben. Er meinte natürlich, durch die Verfolgung der Gemeinde Gott einen Dienst zu erweisen, und bezeugt später selbst: „... dem Eifer nach ein Verfolger der Gemeinde; der Gerechtigkeit nach, die im Gesetz ist, untadelig geworden." (Phil. 3,6) Doch auch dieses Leben treuer Bewahrung des Gesetzes, der Traditionen, Überlieferungen und Aufsätze der Ältesten mußte begraben werden, denn der neue, gerechtfertigte Mensch lebt allein aus dem Glauben an die Verheißungen Gottes. Im Neuen Bund gilt nämlich nicht, „wer dies tut, wird leben“, sondern „wer glaubt, wird leben“.
Das Gesetz des Sinai stellte an den Menschen eine Vielzahl von Anforderungen, die er erfüllen mußte. Der Ausdruck „wer das tut, wird dadurch leben" (Gal. 3,12)[91] bezieht sich auf die Anstrengung und das Unabhängigkeitsgefühl des (frommen) natürlichen Menschen. Dieser Grundsatz des alttestamentlichen Gesetzes, dass der Mensch selbst etwas zu seiner Gerechtigkeit beitragen könne oder müsse, muß in den Tod gegeben und begraben werden. Die neue Schöpfung ist für gute Werke geschaffen, in denen sie wandeln soll, so wie beispielsweise auch das Auge geschaffen ist, um durch es sehen zu können. Wenn es gesund ist, kann es dies mühelos. (Eph. 2,10)[92] Der geistliche Mensch besitzt den Heiligen Geist, der in ihm die Gesetze des Geistes vollbringt. Die Forderung des Gesetzes wird in dem Menschen erfüllt, der nicht nach dem Fleisch wandelt (durch Anstrengung), sondern nach dem Geist (durch Glauben) (Röm. 8,4)[93]. Deshalb wurde auch zu den gottesfürchtigen Juden gesagt: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen, ... und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen." (Apg. 2,38)[94]. Heiligung wird ohne Anstrengung unsererseits erlangt. „Treu ist, der euch beruft; er wird es auch tun." (1.Thess. 5,24)
Nachdem er das Prinzip des Gesetzes in seiner Taufe begraben hatte, konnte der Apostel schreiben: „Aber was auch immer mir Gewinn war, das habe ich um Christi Willen für Verlust geachtet ... um dessentwillen ich alles eingebüßt habe und es für Dreck achte, damit ich Christus gewinne und in ihm (als Glied seines Leibes) erfunden werde, indem ich nicht meine Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz ist, sondern die durch den Glauben an Christus ...“ (Phil.3,7-9)[95] Durch die Taufe bezeugt der Mensch, dass er nichts mehr von der Einhaltung des sinaiitischen Gesetzes erwartet. Eingefügt in den Leib Christi, weiß er sich nicht nur der Sünde gegenüber, sondern auch dem Gesetz gegenüber als tot. „... haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus." (Röm. 6,11)[96]. „So seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus ..." (weil ihr dem Leib Christi angehört) (Röm.7,4)[97]. In der Taufe wird symbolisch dargestellt, dass dieses tote Leben (das Leben dem Gesetz gemäß) begraben ist. Das bedeutet, man hat vollkommen Abstand davon genommen. Somit ist deutlich geworden, dass die Kinderbesprengung so etwas niemals ausdrücken kann.
„Oder wißt ihr nicht, dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? So sind wir nun mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod ...“ (Röm. 6,3‑4)[98]. Durch seine Wiedergeburt wird der Gläubige ein Glied des Leibes Christi. Er wird in Christus Jesus hineingetauft, d. h. in seinen geistlichen Leib eingefügt.
In 1. Kor. 12, 13 steht geschrieben: „Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden..." Dieser Leib wird auch mit einem Tempel Gottes verglichen, dessen einzelne lebendige Bausteine die Gläubigen sind. In 1. Petr. 2, 5 steht geschrieben: „...laßt euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus ..." Nur der neue Mensch, der ewiges Leben hat und von allem, was an den Tod erinnert, gereinigt und erlöst ist, kann entsprechend seinen Platz im Leib Christi einnehmen, dort wirken und sich entwickeln. Im alten Leben war der Mensch nur mit den Dingen dieser Welt beschäftigt. Er war ein Mensch nach dem Fleisch. Ab und zu trat er auch mit den Mächten der Finsternis in Verbindung. Durch sie wurde er verführt, gebunden und in manchen Fällen sogar ganz in Besitz genommen. Die Werke des Fleisches sind nicht aus dem Vater – ebenso wenig wie die Begierden dieser Welt. Die Gemeinschaft mit den Mächten der Sünde läßt Berge von Schuld im Seelenleben zurück. Dieser Mensch mit all seinen Werken und seiner Schuld wird in den Tod gegeben und begraben, so wie auch Christus an die Mächte der Finsternis ausgeliefert wurde, starb und begraben wurde.
Es ist aber auch nötig, dass ein Mensch von den in ihm wohnenden Mächten befreit wird, um in der Freiheit, zu der Christus ihn erlöst hat, stehen zu können. Geschieht dies nicht, dann haben wir nur das traurige Bild jener vielen Christen vor Augen, die sich zwar bekehrt und neues Leben empfangen haben, aber noch immer keine Überwindung über das Böse besitzen und von den Sündenmächten, die ihnen Frieden, Freude und Gerechtigkeit rauben, heimgesucht werden. Zugleich mit dem Begraben des alten Menschen muß das Kind Gottes auch von den Mächten, durch die es überwältigt wurde, befreit werden.
Der Mensch muß also vor seiner Taufe befreit werden, wenn er bei seiner Taufe in vollkommener Freiheit bezeugen können will: Das Alte ist vergangen. Bei dieser Gelegenheit merken wir an, dass in den Briefen an die Gemeinden nicht vom Austreiben oder Binden der Mächte berichtet wird, weil die ersten Christen unmittelbar bei ihrer Bekehrung sofort erlöst und befreit wurden. Paulus schrieb: „Und das sind manche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden durch den Namen des Herrn Jesus und durch den Geist unseres Gottes." (1.Kor. 6,11) Einen Restbestand dieser Vorstellung findet man noch in der Römisch-Katholischen Kirche, bei der dem Taufvollzug die Formel vorangestellt wird: „Weiche, unreiner Geist, und wage es hinfort nicht mehr, dich ihm (ihr), d. h. dem Täufling, zu nähern."
Als Philippus in der Stadt Samaria das Evangelium Jesu Christi verkündigte, begann er mit der Austreibung unreiner Geister und der Heilung der Kranken. Über diese Befreiung entstand große Freude. Danach ließen sich Männer und Frauen taufen (Apg. 8,4-13)[99]. So wurde auch Saulus erst von seiner Blindheit geheilt, bevor er getauft wurde.
Die Schrift sagt sehr deutlich, wer der alte Mensch ist. „Auch euch (hat er auferweckt), die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden, in denen ihr einst wandeltet gemäß dem Zeitlauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten der Macht der Luft, des Geistes, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt." (Eph. 2,1-2)
Die (englische) Weymouth-Übersetzung schreibt dazu: Das sind Mächte im Luftreich, die jetzt wirksam sind. Folglich ist der alte Mensch ein Gefährte der bösen Mächte, während der neue durch den Heiligen Geist mit Jesus Christus verbunden ist. Bei seiner Taufe bezeugt also der Mensch, dass eine Scheidung von diesen Mächten vollzogen ist und er mit der Ungerechtigkeit gebrochen hat.
„Oder wißt ihr nicht, dass wir ... auf Seinen Tod getauft sind?" Der Herr Jesus legte sein Leben ab, weil er mit dem Feind Berührung gehabt hatte (Kol. 2,15)[100]. „... aber der Herr ließ ihn treffen unser aller Schuld." (Jes. 53,6)[101]. Jesus nahm unsere Schuld auf sich und wurde begraben. So legen auch wir unser altes Leben, das von den Mächten mißbraucht wurde, ab und halten es für tot. Wir begraben es und denken nicht mehr daran, weil Gott es auch nicht tut. „Niemand, der seine Hand an den Pflug gelegt hat und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes." (Luk. 9,62) Der Herr sagte auch: „Wenn jemand mir nachkommen will, der verleugne sich selbst ..." (Matth. 16,24)[102]. Sich selbst verleugnen bedeutet sich abkehren von der irrtümlichen Ansicht, dass wir selbst noch etwas zu unserer Rettung beitragen können. Wir vertrauen nicht mehr auf uns selbst. Der Gedanke, dass ein Mensch sich selbst das Heil erwerben kann, wird in den Tod gegeben. In der Taufe ist dieser alte Lebensgrundsatz abgelegt worden. In der heutigen Zeit wandern manche Menschen in ein fremdes Land aus, um dort unter neuen Gesetzen ein völlig neues Leben zu beginnen. In diesem Sinne ist auch die Taufe eine Auswanderung aus der Welt und eine Einbürgerung in der himmlischen (geistlichen) Welt. Dadurch, dass man sich in Wasser untertauchen läßt, bezeugt man seinen festen Entschluß, ein Himmelsbürger zu werden. Diese Tatsache aber kann eine Kinderbesprengung in keiner Weise darstellen, denn es ist unmöglich, dass ein anderer stellvertretend für uns solch einen Beschluß faßt. Bei der Kindertaufe spricht man vor Gott eine Anzahl „frommer" Wünsche aus, bei der biblischen Taufe aber den im Glauben gefaßten Entschluß. Die Taufe ist ein Bekenntnis. Jesus sagte: „Jeder nun, der mich vor den Menschen bekennen wird, den werde auch ich bekennen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist." (Matth. 10,32) Außerdem sagte er: „... ihr werdet meine Zeugen sein ..." (Apg. 1,8)[103].
Bei der Taufe bezeugt man vor Gott und Menschen, vor heiligen und gefallenen Engeln, dass man sich für Jesus entschieden hat und dass er sein Werk vollbracht hat. Sie alle schauen bei diesem bedeutungsvollen Geschehen zu. Unsere Zeit erfordert eine echte Entscheidung: für oder gegen Jesus. Das Massenchristentum erkennt diese vollkommene Übergabe nicht an und hält sich nicht an die biblische Reihenfolge. Man besprengt dort ein Kind, und dies wird erst nach einigen Jahren konfirmiert. Von solchen Handlungen jedoch spricht die Bibel nicht. Unsere Zeit verlangt die Wiederherstellung der biblischen Reihenfolge und den Gehorsam der Jüngerschaft. Dieser Entschluß bringt Kampf und Mühe: „Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden." (2.Tim. 3,12) Mit dem alten Leben zu brechen, es abzulegen und in den Tod zu geben, das alles fällt schwer und bringt Schmerzen ein, doch ist dieses Leiden nicht zu vergleichen mit der „Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“ (Röm. 8,18)[104].
7. DIE TAUFE ALS AUFERSTEHUNG
„So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln." (Röm. 6,4) Durch das Aufstehen des Täuflings aus dem Wasser wird der herrlichste Ratschluß Gottes und Erweis seiner Gnade und Erlösung abgebildet: nämlich die Auferstehung aus den Toten. Der alte Mensch wurde begraben, und der neue erhebt sich. Der alte Mensch ist derjenige, der in Gemeinschaft mit den sündigen Mächten lebte. Bei seiner Bekehrung zerriß der Mensch dieses Band und knüpfte im Glauben eine neue Verbindung mit Gott. Daher kann der Apostel in Römer 6, 1 und 2 bezeugen: „Was sollen wir nun sagen? Sollten wir in der Sünde verharren, damit die Gnade zunehme? Das sei ferne! Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben?" In seiner Taufe bezeugt der wiedergeborene Mensch, dass er alle Beziehungen zum Reich der Finsternis abgebrochen hat: Er ist „der Sünde gestorben". Das neue Lebensprinzip aber blieb erhalten. Es konnte nicht sterben, da es aus Gott geboren ist. Deshalb wird die Taufe genannt: „die Bitte an Gott um ein gutes Gewissen, durch die Auferstehung Jesu Christi" (1.Petr. 3,21)[105]. Der neue Mensch bekennt nicht länger, dass er ein Sünder ist ‑ mit Schuld beladen und an die Mächte der Finsternis gebunden - sondern, dass er gerechtfertigt und heilig, also mit dem Heiligen Geist verbunden ist. In dem Zusatz „durch die Auferstehung Jesu Christi" wird bezeugt, dass die Kraft, die Jesus aus den Toten auferweckt hat, auch uns zu einem neuen Leben auferstehen lassen hat. Jesus war der Erste in der Auferstehung, sowie Er in allem der Erste gewesen ist. So wie hier von einem Weg des Sterbens, Begrabenwerdens und Auferstehens Jesu Christi in der sichtbaren oder natürlichen Welt die Rede ist, muß jeder, der ein Kind Gottes werden will, demselben Weg in der unsichtbaren oder geistlichen Welt folgen. Dadurch wird dargestellt, dass der ungehorsame, alte Mensch zu bestehen aufgehört und der neue Mensch sich aus dem Tod in ein neues Leben erhoben hat. Was von Jesus geschrieben steht, gilt auch für ihn: Er ist „getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist." (1.Petr. 3,18)[106]. Sterben bringt Trennung und Schmerz. Der fleischliche Mensch geht unter, und der geistliche entrinnt damit der Sünde. Bei der Auferstehung aus dem Wassergrab sind alle Bindungen an den Tod zerbrochen. Wer so nach dem Fleisch gelitten hat, muß sich mit derselben Gesinnung wappnen, dass er nämlich der Sünde entronnen ist. (1.Petr. 4,1)[107]
Was in der biblischen Taufe ausgedrückt wird, ist in der heiligen Schrift auch in anderen Bildern wiedergegeben. Jesus gebrauchte beispielsweise das Bild vom Weizenkorn. Dieses fällt in die Erde und stirbt. Es ist künftig wertlos. Doch das Prinzip des neuen Lebens stirbt nicht, erwächst doch hieraus die neue Pflanze. „Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er gewollt hat, ..." (1.Kor. 15,38)[108] Deshalb kann auch nur ein Wiedergeborener, der das neue Leben schon besitzt, sich taufen lassen. Gott antwortet auf die Bekehrung mit der Wiedergeburt, und der Gläubige muß sich dann auch sofort taufen lassen. Allein Kinder Gottes besitzen etwas, was aus dem Wassergrab auferstehen kann. Wer sich als Unbekehrter oder Nicht‑Wieder-geborener taufen läßt, gleicht demjenigen, der erwartet, dass aus einem Pflasterstein etwas wachsen könne. Ein neugeborenes Gotteskind ersteht zu neuem Leben auf. Der Apostel Paulus sprach über das Absterben des Weizenkorns im Sinne des Verfallens des äußeren Menschen. Dieser besitzt einen Schatz, der in der sichtbaren Welt einen Wert darstellt. Paulus kannte diesen Schatz aus seinem früheren Leben. Damals war er angesehen. Jeder beugte sich tief vor dem gelehrten und frommen Rabbiner Saulus von Tarsus. Sein Schatz war die Ehre bei Menschen und seine Wissenschaft, seine Kenntnis, sein Ansehen, seine gesellschaftliche Stellung, sein Geschlecht und seine Abstammung. Wer aber den Weg Jesu erwählt und in der Neuheit des Lebens wandeln will, bemerkt, dass dieser äußere Mensch verfällt. „Aber was auch immer mir Gewinn war, das habe ich um Christi Willen für Verlust geachtet." (Phil. 3,7) Brachte doch Jesus ein Königreich, das nicht von dieser Welt ist, sondern den inneren Menschen betrifft. Der äußere Mensch hat es mit dem Sichtbaren zu tun: Ehre, gesellschaftliche Stellung, Einfluß, Macht, Wissenschaft, Bildung, Kunst und Reichtum. Der innere Mensch dagegen ist der unsichtbare, der sich in der unsichtbaren Welt, in der der Geister, bewegt. Der innere Mensch ist der Teil des Menschen (Seele und Geist), der sich der sinnlichen Wahrnehmung entzieht. Während der äußere Mensch verdirbt, wird der innere von Tag zu Tag erneuert, d. h. er entwickelt sich von Kraft zu Kraft und von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. (2.Kor. 4,16)[109] Sobald das neue Leben erstanden ist, nimmt es seine Stellung im Himmel ein. Sein Platz als ein Glied am Leib Christi ist im Reich Gottes. „Er hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus." (Eph. 2,6) Auch dieser Bürgerschaft im Himmel ist sich der besprengte Säugling nicht bewußt, denn in diese geistliche Welt werden nur Kinder eingegliedert, die nicht aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Ihre Geburt, ihr Wandel, ihr Kampf ist im Himmel, und auch ihre Schätze sammeln sie im Himmel. Sie können sagen: „Wir sind mit auferweckt und sitzen mit in der Himmelswelt."
Wer getauft ist, bekennt, dass er in den Leib Christi, der im Himmel (der unsichtbaren Welt) ist, aufgenommen wurde. Durch die Vergebung der Sünden und seiner Schuld hat er grundsätzlich die Gerechtigkeit empfangen. Der Getaufte glaubt und bekennt, dass der Mensch, der aus Gott geboren ist, ein neues Leben zu führen beginnt. „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft worden seid, ihr habt Christus angezogen." (Gal. 3,27) Bei seiner Taufe bekennt der Gläubige, dass er in Christus ‑ als Glied des Leibes Christi ‑ das Grundprinzip der Gerechtigkeit empfangen hat.
„Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus." (Röm. 5,1) Die Heiden, die nicht nach der Gerechtigkeit getrachtet haben, haben Gerechtigkeit erlangt, die aus Glauben kommt. (Röm. 9,30)[110] So wie der Mensch Gottes in der sichtbaren Welt stets in seiner Bekleidung wandelt, so ist er in der unsichtbaren Welt ‑ was den inneren Menschen anbetrifft ‑ in das Kleid der Gerechtigkeit eingehüllt. Die guten Werke bilden die Fäden, aus denen dieses Kleid gewebt ist. Zur Bereitung der Gemeinde als die Frau des Lammes in der Endzeit wird gesagt: „Und ihr wurde gegeben, dass sie sich kleide in feine Leinwand, glänzend, rein; denn die feine Leinwand sind die gerechten Taten der Heiligen." (Offb. 19,8) Wenn wir uns mit Christus bekleiden, so bedeutet dieser Ausdruck, dass er der Urheber unserer guten Werke ist. Wenn wir wissen wollen, was „gute Werke" eigentlich auszeichnet, dann müssen wir das Leben Jesu genau studieren. Der Herr sagte: „Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun..." (Joh. 14,12)[111]. Jesus trieb böse Geister aus, heilte Kranke und befreite Gebundene von ihren Ketten. Dies alles tat er, um das Königreich Gottes auf Erden zu verwirklichen. Kurzum er ist umhergezogen und hat wohlgetan, und hat alle, die vom Teufel überwältigt waren, gesund gemacht. (Apg. 10,38)[112]. Durch die Taufe mit dem Heiligen Geist will er uns Kraft von oben, Kraft aus der unsichtbaren Welt, schenken, damit wir seinem Vorbild folgen können. Dieser Geist Gottes wirkt durch die Liebe Gottes. Geist und Liebe Gottes gehören zueinander. Sind wir mit seinem Heiligen Geist erfüllt und ist die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen, so können wir liebhaben, was Gott liebt, und Werke tun, wie Jesus sie tat. Nun können wir Schätze im Himmel sammeln, wo weder Motten noch Rost sie unansehnlich machen und wo kein Dieb einbrechen oder stehlen kann. (Matth. 6,20)[113] Dieser Schatz im Himmel, der im Seelenleben aufgehoben ist, bildet das Kleid der Gerechtigkeit. Jesus warnt davor, dass ein Mensch Schaden an seiner Seele erleiden kann. Wer ein geteiltes Herz hat, wird bemerken, dass das Kleid seines inneren Menschen angetastet wird. Die Bibel mahnt: „Glückselig, der wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt umhergehe und man nicht seine Schande sehe." (Offb. 16,15) Die Schätze, die im Himmel gesammelt werden, dieses Kleid der Gerechtigkeit, bilden die Größe und die Gestalt eines Menschen in der unsichtbaren Welt. Wie es in der natürlichen Welt große und kleine Menschen gibt, so auch in der geistlichen. Wer aber im Himmel groß sein will, wird auf Erden klein sein müssen, nämlich niedrig und demütig.
Von den Großen im Gottesreich heißt es: „Wer (die Mächte der Finsternis) überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen..." (Offb. 3,12)[114] Die endgültigen Proportionen des innerlichen oder geistlichen Menschen hängen also von dem Kleid, das er durch seine gerechten Taten geschaffen hat, und von seinen Schätzen im Himmel ab. Die Kinderbesprengung kennt dieses Sinnbild der Auferstehung nicht, die Kindertaufe drückt das nicht aus. Ihre Bedeutung reicht nicht weiter als die des Alten Bundes: Abkunft gemäß natürlicher Abstammung und Unterwerfung unter das Gesetz des Sinai. Bei der wahren Taufe dagegen bekennt man, dass man die alte Tracht, das weltliche Kleid, abgelegt und das Gewand der Gerechtigkeit angelegt hat.
8. DIE TAUFE ALS BITTE UM EIN GUTES GEWISSEN
Die Taufe ist „nicht ein Ablegen der Unreinheit des Fleisches, sondern die Bitte an Gott um ein gutes Gewissen, durch die Auferstehung Jesu Christi. Der ist zur Rechten Gottes, nachdem er in den Himmel gegangen ist, und Engel und Mächte und Kräfte sind ihm unterworfen." (1.Petr. 3,21‑22)
Bei der Wiedergeburt wird das Kind Gottes aus dem Machtbereich der Finsternis in das Königreich Jesu Christi versetzt. (Kol. 1,13)[115]. Dort muß es beginnen, bewußt zu leben, zu handeln, zu wandeln und zu kämpfen. Diese neue Welt zu sehen und zu unterscheiden, muß es erst noch lernen. Es muß sich die Situation, in der es nun zu leben beginnt, bewußt machen. Damit es für dieses neue Leben zugerüstet wird, folgt auf die Taufe im Wasser noch eine weitere Taufe, aber nun im Heiligen Geist. Der Gläubige muß nach seiner Taufe „mit der Kraft aus der Höhe angetan werden." (Luk. 24,49)[116] Erst dann können sich in ihm die geistlichen Gaben entfalten, die unentbehrlich für sein persönliches Wachstum und den Aufbau der Gemeinde als Leib des Herrn sind. Ohne diese Kraft ist es unmöglich, den Fußstapfen Jesu zu folgen. Hebräer 6, 1-2[117] beschreibt die Grundlage des christlichen Glaubens. Dort ist nicht die Rede von der Lehre der Taufe, sondern von einer Lehre von den Taufen; d. h. hier liegt eine Mehrzahl vor! Die Taufe im Heiligen Geist ist eine separate Erfahrung, eng verbunden mit und ‑ wenn das biblische Vorbild eingehalten wird ‑ augenblicklich folgend auf die Taufe im Wasser.
Jesus bat um den Heiligen Geist
Auch mit seiner Taufe im Heiligen Geist war Jesus der erste unter vielen Brüdern. Zusammen mit Johannes erfüllte er alle Gerechtigkeit. Die Ganzheit des Heilsweges wurde am Jordan offenbart. In Lukas 3, 21 steht geschrieben, dass Jesus getauft wurde. Er befindet sich mit Johannes dem Täufer in diesem Fluß. Das Jordanwasser tropft noch von seinem Kopf und seinen Händen. Danach richtet der Menschensohn seine Blicke zum Himmel und betet. Er begehrt jetzt die „Kraft aus der Höhe", die Gabe des Heiligen Geistes. „Es geschah aber, als das ganze Volk getauft wurde und Jesus getauft war und betete, dass der Himmel aufgetan wurde und der Heilige Geist in leiblicher Gestalt, wie eine Taube, auf ihn herabstieg ..." (Luk. 3,21-22)
Auf die Wassertaufe folgt die Taufe im Heiligen Geist. Johannes wie Jesus blickten in die unsichtbare Welt und beide sahen dieses Heilsgeschehen. (Matth. 3,16)[118] (Mark. 1,10)[119] Sie sahen den Geist in leiblicher Gestalt wie eine Taube herniederkommen. Jesus war im Wasser getauft, und damit bezeugte er, dass es einen Zugang in das Königreich Gottes geben sollte. Durch die Taufe im Heiligen Geist fing das Königreich an, sich in ihm zu offenbaren. Damals begannen „die Kräfte der zukünftigen Welt“ in ihm wirksam zu werden, so dass er böse Geister austreiben, Kranke heilen und Besessene befreien konnte (Hebr. 6, 5)[120]. Gab es zwar auch im Alten Bund viele Propheten und gewaltige Gottesmänner, so zogen sie doch nicht umher, um Kranke zu heilen und Gebundene zu erlösen. Dies war nicht ihr Auftrag, obwohl wir verschiedentlich lesen können, dass ein Toter durch sie auferweckt wurde. Die Heilung und Erlösung des Menschen sind mit der Taufe im Heiligen Geist verbunden, denn durch die Geistesgaben ist das Gotteskind befähigt, seinem Nächsten zu helfen. Jesus sagte: „Wenn ich aber durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch (in euren Bereich) gekommen." (Matth. 12,28)[121] In Lukas 11, 13 steht: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wieviel mehr wird der Vater, der vom Himmel (gibt, den) Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!" Der Heilige Geist wird einem Christen nicht von selbst zuteil. Das Gotteskind muß ihn begehren und um ihn bitten. Es betet im Glauben, wissend, dass Jesus, der „die Verheißung des Heiligen Geistes vom Vater empfangen hat“, auch sicher die Antwort geben wird (Apg. 2,33)[122]. Der Gläubige öffnet sich dem Heiligen Geist, der ihn erfüllen wird. Auch am Pfingsttag waren die Jünger „einmütig beieinander“ (Apg. 2,1)[123]. „Diese alle verharrten einmütig im Gebet..." (Apg. 1,14) Sie warteten auf die Erfüllung der Verheißung des Vaters, und ihr Glaube war an ihrer großen Freude zu erkennen, mit der sie im Tempel allezeit Gott priesen. (Luk. 24,53)[124] Ihr Glaube wurde belohnt. Am Pfingsttag hörten die Jünger ein Brausen aus der unsichtbaren Welt „wie“ von einem gewaltigen Wind. (Apg. 2,2-3)[125] Sie sahen im Geist Zungen „wie" von Feuer. Jesus und Johannes sahen entsprechend den Heiligen Geist „wie" eine Taube herniederfahren. Wir sahen Gläubige im Heiligen Geist getauft werden, während „wie" aus einem goldenen Krug ein Strom Wasser mit einem Glanz „wie" von Feuer herniederströmte. Auf mancherlei Weisen werden auch heute noch diese unsichtbaren Geschehnisse dem geistlichen Auge geoffenbart. Die biblischen Zeiten haben erneut begonnen, lebendig zu werden. Jesus hinterließ das Vorbild, und in unserer Zeit folgen ihm Tausende im Wasser und im Geist.
Jesus betete mit einem guten Gewissen, und der Himmel wurde geöffnet. In seinem Gebet suchte er Verbindung mit dem himmlischen Vater, und er ergriff im Glauben die Verheißung des Vaters.
Durch die Wiedergeburt ist uns eine Stätte in der Himmelswelt gegeben. Und die Taufe im Heiligen Geist ermöglicht es uns, den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade zu erweisen. (Eph. 2,6‑7)[126] Die Taufe im Heiligen Geist ist die Herrlichkeit, die auf die Taufe im Wasser folgt. Die Bibel sagt zu jedem Menschen: „So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden..." (Joh. 1,12)[127] Das ist Gnade. Aber darauf folgt die Herrlichkeit und der überschwengliche Reichtum der Gnade: „Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und (zwar) Gnade um Gnade." (Joh. 1,16)
Als sich die unsichtbare Welt öffnet, wird Jesus im Heiligen Geist getauft. Von diesem Augenblick an beginnt sein Auftrag. Er wird erst mit „der Kraft aus der Höhe" angetan. Dann ertönt eine Stimme aus dem Himmel, die sagt: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe." (Matth. 3,17) Jesus war das Vorbild, und wir wollen in seinen Fußstapfen wandeln. Auch zu uns spricht die Stimme aus dem Himmel bei der Taufe im Heiligen Geist: „Ihr seid Kinder des Wohlgefallens und Söhne Gottes." Von jetzt an wissen wir, dass wir Erben Gottes und Miterben Christi sind. Die Taufe im Wasser und die Taufe im Heiligen Geist müssen einander folgen. Dies ist die Grundlage des Evangeliums.
Es gibt also eine Wassertaufe und eine Taufe im Heiligen Geist. Bei der Wassertaufe ist der Gemeindeleiter oder der dienende Bruder der Täufer. Der Gläubige unterzieht sich der Taufe, und das Element, in dem er getauft wird, ist das Wasser. Bei der Taufe im Heiligen Geist ist der Herr Jesus selbst der Täufer. Johannes sagt: „...er wird euch mit Heiligen Geist ... taufen." (Matth. 3,11)[128] Der Gläubige unterzieht sich dieser Taufe, und das Element, in dem er jetzt getauft wird, ist der Heilige Geist.
Jedes Kind Gottes empfängt den Heiligen Geist, wenn es ihn im Glauben annimmt. Wie sein Glaube der Beweis dafür ist, dass es ein Kind Gottes geworden ist, so ist der Glaube für es auch der Beweis, dass es den Heiligen Geist empfangen hat. „Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.“ (Das sind auch die Realitäten der unsichtbaren Welt.) (Hebr. 11,1) Ein Außenstehender erkennt an dem veränderten Lebenswandel, dass jemand ein Kind Gottes geworden ist. So merkt er auch, dass jemand mit dem Heiligen Geist getauft ist, wenn dieser in neuen Zungen zu sprechen anfängt. „Daher sind die Sprachen zu einem Zeichen, nicht für die Glaubenden, sondern für die Ungläubigen..." oder Außenstehenden (1.Kor. 14,22)[129]. Die folgenden Schriftstellen weisen auf, dass die Taufe im Heiligen Geist der Taufe im Wasser folgen muß: „Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zu Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“ (Apg. 2,38)
Damit ist die schriftgemäße Abfolge offensichtlich: Bekehrung, Wassertaufe und Taufe im Heiligen Geist. Das Gleiche sehen wir auch in Samaria. „Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reich Gottes und dem Namen Jesu Christi verkündigte, wurden sie getauft sowohl Männer als Frauen." (Apg. 8,12)[130].
Dem schloß sich das Gebet um den Heiligen Geist durch Petrus und Johannes über dieser Schar an. „Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist." (Apg. 8,17) Man beachte bei diesem Geschehnis, dass von Männern und Frauen die Rede ist. Kinder waren hier nicht inbegriffen. Wenn sie wirklich anwesend sind, werden sie besonders genannt, beispielsweise in Apg. 21,5[131], wo von Männern, Frauen und Kindern, die Paulus hinaus geleiteten, die Rede ist. In Apg. 19, 5‑6 steht: „Als sie es aber gehört hatten, ließen sie sich auf den Namen des Herrn Jesus taufen, und als Paulus ihnen die Hände aufgelegt hatte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten." Dies ist erneut die Bestätigung, dass der Wassertaufe die Taufe im Heiligen Geist folgen muß. In Galater 3, 14 lesen wir: „...damit der Segen Abrahams (die Gerechtigkeit des Glaubens und die Gotteskindschaft) in Christus Jesus zu den Nationen komme, damit wir die Verheißung des Geistes durch den Glauben empfingen." Eine Ausnahme von dieser göttlichen Regel finden wir in Caesarea. Als Petrus später in Jerusalem von denjenigen, die aus der Beschneidung waren, beschuldigt wurde, mit den Heiden Gemeinschaft gehabt zu haben, erklärte er ihnen, dass er hierbei unter der Leitung des Heiligen Geistes gestanden habe. Cornelius, zu dem er gesandt worden war, hatte in einer Vision erfahren, dass Petrus ihm die Botschaft der Rettung bringen sollte. „... der wird Worte zu dir reden, durch die du errettet werden wirst, du und dein ganzes Haus." (Apg. 11,14) So geschah es dann auch: „Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten." (Apg. 10,44) Die Heiden im Haus des Cornelius empfingen also den Heiligen Geist, bevor sie im Wasser getauft waren. „Dann antwortete Petrus: Könnte wohl jemand das Wasser verwehren, dass diese nicht getauft würden, die den Heiligen Geist empfangen haben wie auch wir? Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen Jesu Christi." (Apg. 10,47-48) Petrus und die Judenchristen mußten aus diesem Geschehnis lernen, dass das Heil auch zu den Heiden gekommen war, wie geschrieben steht: „Ich werde Nicht-mein-Volk mein Volk nennen und die Nicht-Geliebte Geliebte." (Röm. 9,25) Auch in unserer Zeit gibt es Beispiele, dass jemand im Heiligen Geist getauft wird, bevor er in Wasser getauft ist. Dies ist in der Tatsache begründet, dass das richtige Verständnis der Wassertaufe fehlt und die Christenheit durch falsche Lehren auf einen Irrweg geleitet worden ist.
Die Bitte um ein gutes Gewissen
Der Begriff „gutes Gewissen" beinhaltet, dass man frei von Schuldgefühlen ist (Hebr. 10,22)[132]. Die neue Schöpfung weiß, dass Jesus für ihre Sünden gestorben ist und dass sie in der Neuheit des Lebens aufersteht. Der Täufling hat ein reines Gewissen. Das erste, was er nach seiner Taufe tut, besteht darin, dass er die Verbindung mit Jesus sucht. Er betet zu Gott. Das tat Jesus auch. Es handelt sich dabei um einen Wunsch nach Kraft und um den Heiligen Geist. Säuglinge haben weder ein gutes noch ein schlechtes Gewissen. So wenig sie den Unterschied zwischen links und rechts kennen, ebenso wenig können sie auch zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Sie sind völlig von ihren Eltern abhängig, die sie leiten und heiligen müssen. Säuglinge können weder beten noch können sie ihren Geist ausrichten, und ‑ wie die Männer in Ephesus ‑ wissen sie auch nicht, dass es den Heiligen Geist gibt. Ihre Besprengung hat demzufolge keine Bedeutung im Königreich der Himmel. Mit der Bitte um ein gutes Gewissen ist auch die Taufe mit dem Heiligen Geist aus dem kirchlichen Denken entschwunden. Und da somit die Taufe im Heiligen Geist in Vergessenheit geriet, verschwanden auch die Geistesgaben. Man predigt nicht darüber, so dass all diese Dinge den Kirchgängern völlig unbekannt sind. Die Gläubigen jedoch müssen in den Fußstapfen ihres Meisters wandeln. Durch die Kraft des Heiligen Geistes können sie dann die Gesetze des Geistes ausleben. Die Taufe im Heiligen Geist eröffnet dem Menschen Gottes die Möglichkeit, vollkommen und zu allem guten Werk völlig zugerüstet zu werden (2.Tim. 3,17)[133]. Auch in der Bedeutung der Taufe als Bitte um ein gutes Gewissen ist uns der Herr als Vorbild vorangegangen. Wir freuen uns, dass auch in unserer Zeit viele ihm folgen wollen, um die biblische Taufe in ihrer tiefen, reichen Bedeutung und auch die Geistesgaben zu empfangen.
9. TAUFBEFEHL UND TAUFFORMEL
Jesus begann seinen Auftrag hier auf der Erde mit einer Taufe und beendete ihn mit dem Taufbefehl. Bei seiner Himmelfahrt gab er seinen Jüngern den Auftrag: „Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, in dem ihr diese tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe." (Matth. 28,19-20) „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung. Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden; wer aber nicht gläubig geworden ist, wird verdammt werden." (Mark. 16,15-16)
Der Befehl Jesu, das Evangelium zu verkündigen, gilt dem gesamten Gottesvolk und zu allen Zeiten. Denn es steht geschrieben, dass dies bis an die Enden der Erde geschehen müsse.
Das Evangelium verkündigen bedeutet, das Werk Jesu und die Verheißungen Gottes bekannt machen. Der Mensch muß ja etwas haben, woran er glauben kann. Glauben ist nie etwas Verschwommenes, sondern stets etwas völlig Klares. Der Glaube ist eine Tätigkeit des Geistes. Er muß in der geistlichen Welt auf einer eindeutigen Realität gegründet sein, an der er sich festhalten kann, d. h. ein Wort, eine Verheißung, eine Aussage, eine Ermahnung, eine Warnung oder etwas dergleichen. Wenn Gott nicht gesprochen hätte, könnte der Mensch auch nicht an ihn glauben. Wenn aber das Wort Gottes gepredigt wird, kann es der Mensch im Glauben ergreifen oder verwerfen. „Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi." (Röm. 10,17)[134] Durch die Predigt also empfängt der Mensch etwas, woran er sich halten kann. So wird sein Glaube auf Gott und seinen Sohn gerichtet. Echter Glaube führt zu dem Ergebnis, dass man Jesus annimmt und durch dessen Leiden die Versöhnung mit Gott erfährt; denn Jesus ist das Wort Gottes. In seinen Worten zu bleiben bedeutet, ausharrend und standfest an sie zu glauben, wie immer auch die Umstände aussehen mögen. Man bekennt dann: „Was der Herr gesagt hat, ist wahr und trifft ein." Durch den Glauben an die Worte Gottes wird man ein Nachfolger Jesu Christi. Jünger sind diejenigen, die den Fußstapfen des Meisters folgen und die in Gemeinschaft mit ihrem Herrn leben. Jesus sprach von „meinen" Jüngern. Das bedeutet, Nachfolger von ihm zu sein. So schrieb Paulus beispielsweise: „Seid meine Nachahmer, wie auch ich Christi (Nachahmer bin)!" (1.Kor. 11,1) Man wird nicht automatisch oder mechanisch ein Jünger, sondern allein durch persönlichen Glauben. Auch wird man es nicht durch eine äußerliche Taufhandlung, sondern nur weil man mit seinem Herzen das Evangelium ergriffen hat. Ein Kind hat zwar auch die Fähigkeit zu glauben in sich, diese richtet sich jedoch gemäß seiner Entwicklung erst auf das natürliche Leben (worin es sich hauptsächlich durch Glauben orientieren muß), und erst später auf das geistliche. „Aber das Geistliche ist nicht zuerst, sondern das Natürliche, danach das Geistliche." (1.Kor. 15,46)
Dem Glauben, der auf Gott gerichtet ist, folgt die Wiedergeburt. Denn durch den Glauben ist die Gemeinschaft mit Gott zustande gekommen. Gottes Antwort darauf ist die Wiedergeburt. Wenn jemand sich Gott zuwendet, indem er Jesus annimmt, empfängt er die Kraft, ein Kind Gottes zu werden (Joh. 1,12)[135].
Die Geburt ist der Beginn unseres natürlichen Lebens; die Wiedergeburt hingegen ist der Beginn des geistlichen Menschen.
Die richtige Abfolge und die richtige Weise
„Macht alle Völker zu meinen Jüngern, sie taufend!" (nach Matth. 28,19: Urtext). Die erste Aufforderung Jesu an einen Neubekehrten besteht darin, sich im Glauben daran, dass die Verheißungen Gottes an ihm erfüllt sind, taufen zu lassen.
Zwischen Bekehrung und Taufe liegt von seiten des Menschen keine andere Verpflichtung als die des Glaubens.
Man braucht also mit der Taufe nicht zu warten, bis man auf dem Weg der Heiligung Fortschritte gemacht hat. Der Täufling muß gehorsam sein im Glauben, dass der Herr sein Werk an ihm vollbracht hat. Entsprechend dem Auftrag Jesu folgt also die Taufe auf die Bekehrung, denn der Befehl, Menschen zu Jüngern zu machen, schließt diese mit ein. Die Tatsache, dass man gläubige Eltern hat, ersetzt diese Forderung nicht. Wir alle müssen bewußt zur Bekehrung gelangen und dadurch Jünger Jesu werden. Dann folgt unmittelbar die Taufe. Wer die biblische Ordnung aufgibt, schwächt auch die Notwendigkeit der Bekehrung ab. Es ist übrigens auffällig, wie wenig unter den Christen, die die Kinderbesprengung vertreten, Aufgeschlossenheit dafür herrscht, einen schriftgemäßen Entschluß zu fassen. Überall in der Bibel geht die Bekehrung der Taufe voraus, so dass diese Handlung ihr unmittelbar folgen kann. Am Pfingsttag kamen 3000 Seelen zum Glauben, und am selben Tage noch ließen sie sich taufen (Apg. 2,41)[136]. Von den Samaritern wird gesagt: „Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reich Gottes und dem Namen Jesu Christi verkündigte, wurden sie getauft, sowohl Männer als Frauen." (Apg. 8,12) Der Kämmerer aus dem Morgenland dagegen erhält einen besonderen Unterricht. Und während sie noch auf dem Weg waren, sprach er: „Siehe, (da ist) Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden? Philippus aber sagte: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, ist es erlaubt. Er aber antwortete und sprach: Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist." (Apg. 8,36-37) Der Kerkermeister in Philippi nahm Jesus als seinen persönlichen Retter an. Er begriff, dass er danach Konsequenzen ziehen mußte. So ließ er sich noch in derselben Nacht taufen (Apg. 16,33)[137]. Saulus hatte in Erinnerung an seine Missetaten gegenüber dem Volk Gottes Schwierigkeiten, sich unmittelbar nach seiner Bekehrung taufen zu lassen. Ananias dagegen sagte: „Und nun, was zögerst du? Steh auf, laß dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst." (Apg. 22,16) Einer der wichtigsten Schritte eines Menschen in seinem natürlichen Leben ist sein Entschluß zur Ehe. So wie auf das Einander-Kennenlernen und die Verlobung die Ehe folgt, so folgt auf die Bekehrung und Wiedergeburt auch die Taufe. Während der Freundschafts- bzw. Verlobungszeit lernt man einander kennen und vertrauen. Bei der Eheschließung wird die Entscheidung, die man in der Stille des Herzens getroffen hat, vor allen Menschen offenbar. Man bricht mit dem Junggesellendasein und beginnt ein neues Leben. So wird auch in der Taufe das alte Leben begraben, und man ersteht mit Christus zu einem neuen Dasein auf. In der Taufe faßt man in aller Öffentlichkeit den Entschluß für das ganze Leben. Man weiß, dass man diesen Schritt für immer getan hat. Für alle Zeit gehört man Jesus an. Ein Zurück gibt es nicht mehr. So etwas kann die Kindertaufe natürlich nicht abbilden. Folglich erkennen wir sie auch nicht an, ebenso wenig wie wir eine Kinderehe Gültigkeit anerkennen würden.
Zunächst ist also die Kindschaft erforderlich, danach erst erfolgt die Taufe. Während der Schreiber des Hebräerbriefes die Grundlage der christlichen Lehre ausbreitet, weicht er nicht von dieser Reihenfolge ab. Erst auf die Bekehrung von toten Werken und auf den Glauben an Gott folgt die Lehre der Taufen (Hebr. 6,1)[138]. Der Taufbefehl Jesu ist sehr bedeutungsvoll. An seiner inneren Konsequenz ist nicht zu rütteln. Darum hat auch niemand das Recht, die dort vorliegende Abfolge oder die Art und Weise, nach der man die Taufe vollzieht, zu verändern, so wie auch niemand befugt ist, sie im Ungehorsam zu übergehen. Bei der Kindertaufe jedoch kehrt man die göttliche Reihenfolge um. Zunächst „tauft" man, und erst danach hofft man auf die Jüngerschaft. Jesus erteilte den Befehl, die neuen Jünger in Wasser unterzutauchen. Bei der „Besprengung mit“ anstelle „der Taufe in Wasser“ geht schon im Abbild die Bedeutung der Taufe verloren.
Wer das Abendmahl feiert, hält es auch nicht mit einem Apfel und Limonade, sondern mit Brot und Wein. Nur im äußersten Notfall dürfte man diese Elemente verändern. So steht es auch mit der Taufe. Wer sich taufen läßt, begnügt sich nicht mit wenigen Wassertropfen, vielmehr geht er vollständig im Wassergrab unter. „Aber auch Johannes taufte zu Änon, nahe bei Salim, weil dort viel Wasser war; und sie kamen hin und wurden getauft." (Joh. 3,23)[139] „Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf..." (Matth. 3,16) Sowohl der Täufer als auch der Täufling müssen sich im Wasser befinden. „Und er befahl, den Wagen anzuhalten. Und sie stiegen beide in das Wasser hinab, sowohl Philippus als der Kämmerer; und er taufte ihn. Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen,..." (Apg. 8,38-39) Die Apostel und Nachfolger unseres Herrn nahmen also die Worte ihres Meisters sehr ernst. Sie führten aus, was er ihnen zu tun befohlen hatte. Die Lutherübersetzung gibt Matth. 3,11 mit folgenden Worten wieder: „Ich taufe euch mit Wasser zur Buße ...". Ließt man hingegen den griechischen Urtext, so begegnet dort an der Stelle des Wortes „mit", die griechische Präposition „in". Es heißt also dort „in" (dem) Wasser taufen. Es sei dem Leser überlassen, sich zu erklären, warum man dann nicht die Präposition „in" auch in der Übersetzung beibehielt.
Jesus erteilte den Auftrag, „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes" zu taufen. Wir merken an, dass die Meinungen der Theologen über die Bedeutung der Präposition „in" sehr stark voneinander abweichen. Markus Barth behandelt in seinem Buch „Die Taufe ein Sakrament?" die Wendung „auf" den Namen. Johannes Warns verwirft in seinem Werk „Baptism" diese Übersetzung: „nicht auf den Namen, sondern zu dem Namen hinzu“. Andere übersetzen die bezeichnete Wendung außerdem mit „unter“ dem Namen. Wenn wir die geläufige Übersetzung beibehalten, dann erhebt sich augenblicklich die Frage, was die Präposition „in" eigentlich meint. Wir wollen versuchen, eine Erklärung von der Bedeutung der Taufe her zu geben.
Bei seiner Taufe bezeugt der Täufling, dass in der unsichtbaren Welt etwas mit ihm geschehen ist.
Er übergibt sich dem Täufer, wie er sich in der unsichtbaren Welt dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist übergab. Was Gott an ihm vollbracht hat, wird jetzt in der sichtbaren Welt durch die Taufe abgebildet. Der Täufer steht also an Stelle des unsichtbaren Gottes. In der gleichen Weise kann auch ein Prophet an Gottes Stelle reden. Paulus identifiziert sich so mit seinem Auftraggeber, dass er schreiben kann: „So sind wir nun Gesandte an Christi Statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Laßt euch versöhnen mit Gott!" (2.Kor. 5,20) Diese Gleichstellung mit dem göttlichen Auftraggeber finden wir auch in den Schriftworten: „In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben..." oder „... durch den Glauben an seinen Namen ..." oder „... dass sie nicht mehr in diesem Namen zu irgendeinem Menschen reden." (Mark. 16, 17)[140]; (Apg. 3, 16)[141]; (Apg. 4, 17)[142] Im Königreich Gottes haben der Vater, der Sohn und der Heilige Geist alles ausgeführt. Der Vater hat den Täufling als Kind oder Sohn angenommen. Der Sohn Gottes, Jesus Christus, hat die Rechtsgrundlage für diese Erlösung geschaffen. Durch ihn wurde der Täufling gerettet. Der Heilige Geist ist die Hand, wodurch der Vater und der Sohn arbeiten.
Wiedergeburt, Beschneidung des Herzens, das Begraben des alten Menschen und die Auferstehung des neuen sind das Werk des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Täufer tauft den Täufling in Wasser im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, an deren Stelle er steht. Zu Saulus wurde gesagt: „... laß dich taufen und deine Sünden abwaschen..." (Apg. 22,16)[143]. Hiermit bildete Ananias als Täufer ein Geschehen ab, das in der geistlichen Welt schon eingetreten war. Der Täufling kommt zum Täufer, wie er zu Gott kam, freiwillig und im Glauben. Der Täufling ist hat volle Gewißheit darüber, daß, wenn der Täufer ihn untergetaucht hat, Gott ihn als ein Kind angenommen und neues Leben in ihm erweckt hat, denn er folgte der Einladung: „Ein jeder von euch lasse sich taufen!" So wie er ja auch dem Ruf des lebendigen Gottes Folge leistete. „Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Mann der Bosheit seine Gedanken! Und er kehre um zu dem Herrn, so wird er sich über ihn erbarmen, und zu unserem Gott, denn er ist reich an Vergebung!" (Apg. 2,38[144]; Jes. 55, 7) Denn drei sind es, die in der unsichtbaren Welt vom Erlösungsplan zeugen, der Vater, das Wort und der Heilige Geist. Und diese drei sind eins in ihrer Vollkommenheit, Liebe, Kraft, Heiligkeit, Erbarmung und Wahrheit. (1.Joh. 5,7)[145] Jesus aber formulierte den Taufbefehl auf folgende Weise: „... im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Er ehrte hiermit den Vater und den Heiligen Geist, die zusammen mit dem Wort von Ewigkeit her Gott sind. Er kannte seine Stellung und die Grenzen seiner Autorität im Himmel hinsichtlich des Vaters, der Geist ist, und hinsichtlich des Heiligen Geistes, durch den der Vater und der Sohn in den Herzen der Menschen Wohnung finden sollten (Joh. 4,24[146]; Joh. 14, 23)[147]. Jesus kam im Namen des Vaters (Joh. 5,43)[148]. Die Werke, die er vollbrachte, waren im Namen des Vaters getan. (Joh. 10,25)[149]. Man bemerke, dass Jesus selbst nie getauft hat. "... obgleich Jesus selbst nicht taufte, sondern seine Jünger ..." (Joh. 4,2) Der Herr kam hiermit einer Verwirrung zuvor. Konnte er doch als Täufer nicht darstellen, was er in Wirklichkeit in der unsichtbaren Welt war, nämlich Schöpfer des Heils.
Die Taufe ist ein Abbild davon, dass im Himmel etwas geschehen ist. Daher konnte Jesus nicht gleichzeitig Abbild und Wirklichkeit sein. Überdies ist er der Täufer im Heiligen Geist, d. h. der Vollbringer einer besonderen, höheren Aufgabe. Die Wassertaufe ist ja nur Sinnbild, während die Taufe im Heiligen Geist die Wirklichkeit darstellt.
Eine bemerkenswerte Tatsache ist es auch, dass die Jünger nicht im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, sondern „auf den Namen Jesu Christi" tauften. (Apg. 2,38)[150] Weitere Wendungen dafür lauten: „auf den Namen des Herrn Jesus" (Apg. 8,16[151]; Apg. 19,5)[152]; „im Namen Jesu Christi" (Apg. 10,48)[153]. Mit dem Gebrauch der Präposition haben wir uns auch hier wieder an den griechischen Urtext gehalten. Es erhebt sich nun die Frage, ob ein wesentlicher Unterschied zwischen der Vorstellung der Taufe „im Namen Jesu Christi" und der Taufe „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" besteht. Jesus sagte: „... damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat." (Joh. 5,23) „Alles ist mir übergeben von meinem Vater ...“ (Matth. 11,27)[154] Die Jünger tauften im Namen Jesu Christi, weil der Vater alles dem Sohn übergeben und ihm sogar die Vollmacht über den Heiligen Geist anvertraut hatte. Als der Kerkermeister von Philippi ausrief: „Ihr Herren, was muß ich tun, dass ich errettet werde?" ‑ lautete die Antwort: „Glaube an den Herrn Jesus Christus..." (Apg. 16,31) Paulus und Silas hätten auch sagen können: Habt Glauben an Gott, denn er wird euch annehmen und euer Vater sein! (2.Kor. 6,17-18)[155] Die Jünger hingegen wußten, dass Gott nur einen Weg bereitet hatte, um Menschen als seine Kinder anzunehmen. Und dieser Weg ist Jesus Christus. Die Worte der Taufformel „im Namen Jesu" geben deutlicher als die freien Übersetzungen den Weg an, auf dem der Täufling das Heil erlangt hat. Auch wissen wir, dass Jesus gesagt hat: „Ich und der Vater sind eins." (Joh. 10,30) Ferner lesen wir: „Der Herr aber ist der Geist..." (2.Kor. 3,17)[156] Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes zu taufen, bedeutet für uns als Jünger, im Namen Jesu zu taufen. Auch in der Taufe sind wir Zeugen Jesu. (Apg. 1,8)[157] Durch seinen Namen verherrlichen wir den Vater und den Heiligen Geist. Auf die Bitte: „Herr, zeige uns den Vater...!" ‑ lautete die Antwort: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige uns den Vater?" (Joh. 14,8-9)[158]. So ist es auch hier. Wer im Namen Jesu getauft ist, ist zugleich im Namen des Vaters und des Heiligen Geistes getauft. Heute wird gewöhnlich nicht mehr gemäß der Taufformel „im Namen Jesu" die Taufe vollzogen. Prof. Dr. A. F. N. Lekkerkerker schreibt in seinem Buch „Ihr seid getauft": „In der frühchristlichen Kirche war es üblich, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes zu taufen. Das bezeugt schon die Didaché (eine frühchristliche Schrift, die von manchen auf die Zeit zwischen 50 und 70 n. Chr. datiert wird), aber in derselben Schrift wird auch noch vom Taufvollzug im Namen des Herrn gesprochen". „ ... denn eine Segnung in Christus ist identisch mit einer Segnung im Vater, im Sohn und im Heiligen Geist." (gemäß Ambrosius) Merkwürdig ist allerdings, dass im „Hirtenbrief über die heilige Taufe...“ von der Synode der Reformierten Kirche nur dann eine Taufe anerkannt wird, wenn sie unter Verwendung der sogenannten „trinitarischen Formel" aus Matth. 28,19[159] vollzogen wird. Die Taufe im Namen Jesu scheint nicht anerkannt zu werden. Wir vermissen jedoch leider beim Taufen den Namen Jesu, den wir auch in den Psalmen, die die Reformierte Kirche als Lieder im Gottesdienst verwendet, nicht finden.
Obwohl wir wissen, dass wir eigentlich zweimal dasselbe sagen, taufen wir dennoch „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes auf (in) Jesu Namen“. Johannes taufte „im Namen Gottes“, d. h. im Auftrag des Vaters. Paulus taufte die zwölf Männer in Ephesus, die schon einmal durch Johannes getauft worden waren, erneut, nun aber „im Namen des Herrn Jesu“. (Apg. 19,5)[160] Er tat dies also im Auftrag des Sohnes Gottes. Im Neuen Bund geschieht nichts ohne Jesus. Niemand kommt zum Vater als nur durch ihn (Joh. 14,6)[161]. Wie kann ein Säugling, der noch nicht einmal den Unterschied zwischen rechts und links kennt, sich zu diesem Weg entschließen? Gläubige Eltern können ihrem Kind wohl Glaubensformen lehren, die Wahl aber muß das eigene Herz einmal selbst vornehmen.
10. DIE TAUFE MIT FEUER
Wir sagten im vorangehenden Kapitel, dass in der Bibel die Rede sei von folgendem:
1. Eine Taufe in den Leib Christi. In 1. Kor. 12, 13 steht: Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden...“ Bei seiner Wiedergeburt wird der Mensch eingefügt in den Leib Christi, die Gemeinde. Er wird dann ein lebendiger Baustein im Tempel Gottes (1.Petr. 2,5)[162].
2. Eine Taufe im Wasser. Bei seiner Wassertaufe legt der Gläubige Zeugnis von dem ab, was in der unsichtbaren Welt mit ihm geschehen ist. Sie ist eine Abbildung der Wiedergeburt, der Beschneidung des Herzens, des Begrabens des alten und der Auferstehung des neuen Menschen.
3. Eine Taufe im Heiligen Geist. Sie ist eine Erfahrung in der unsichtbaren Welt, bei der der Mensch „Kraft aus der Höhe“ (Luk. 24,49)[163]. Jesus sprach: „Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist;...“ (Apg. 1,8)
Als vierten Punkt wollen wir nun die „Taufe mit Feuer" behandeln. Johannes der Täufer verglich gegenüber der Schar, die ihm zuhörte, seinen Auftrag mit dem des Herrn Jesus, und zeigte den Unterschied zwischen beiden Aufträgen mit folgenden Worten auf: „Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße, der aber nach mir kommt, ist stärker als ich ... er wird euch mit Heiligem Geist und mit Feuer (wörtlich: in Heiligem Geist und Feuer) taufen." (Matth. 3,11)[164]
Jesus Christus ist der Stärkere; denn mit ihm ist das Königreich der Himmel zu uns gekommen. Im Neuen Bund wird mehr Kraft gegeben und mehr Vollmacht geoffenbart als im Alten. Jesus versöhnt uns mit Gott, indem er die Schuld wegnimmt, die als eine Folge der Sünde wie Hefe im menschlichen Herzen zurückbleibt. Dieses verunreinigte Herz wird im Blut, das von allen Sünden reinigt, gewaschen.
Jesus ist der Stärkere, weil er als Lamm Gottes die Sünde der Welt wegnimmt. Es gibt keine herrlichere und mächtigere Botschaft als diese: Jesus nimmt die Sünde fort. Er beseitigt, was zur Sünde verführt, denn er erlöst (befreit) vom Bösen. Zwischen den Menschen, die Vergebung empfangen haben, und den Verursachern der Ungerechtigkeit zieht er einen Trennungsgraben. Jesus ist gekommen, um den Menschen von den Sündenmächten zu scheiden. Wenn wir als Gotteskinder gesündigt haben, d. h. erneut mit dem Bösen in Beziehung getreten sind, können wir es damit nicht abtun, indem wir sagen: „So bin ich nun einmal." Vielmehr sollen wir sofort aufrichtig unsere Sünden bekennen und von ihnen ablassen, d. h. die Gemeinschaft mit dem Bösen abbrechen. Das Blut Jesu wird uns erneut reinigen, denn er ist treu. Indem wir uns mit der Sünde zu identifizieren beginnen, bekennen wir unseren Gehorsam und unsere Verbundenheit mit dem Reich der Finsternis, d. h. dass wir das Werk dieses „Meisters" ausführen, als ob es unser eigenes Werk wäre. Es ist schon schlimm genug, wenn wir uns von Satan gebrauchen lassen, aber wir weigern uns, uns selbst als eine Einheit mit ihm zu sehen. Wir sind nicht mehr seine Knechte, die soviel Hingabe an die Sache ihres Despoten aufbringen, dass sie dessen Werk als das ihrige betrachten. Sind wir doch keine Kinder des Bösen, sondern des himmlischen Vaters.
Jesus ist der Stärkere als der Täufer im Heiligen Geist. Sein Geist und unser Geist werden eine Einheit. Der wiedergeborene Mensch empfängt eine Kraft aus der unsichtbaren Welt, die stärker ist als die des Feindes, so dass dieser durch sie überwunden wird. Der menschliche Geist und der Geist Gottes wirken zusammen. Wenn der Heilige Geist in einem Menschen einzieht, bringt er alle göttlichen Gaben mit. Jesus ist auch der Stärkere, weil er durch die Taufe im Heiligen Geist die Gaben austeilt. Allein durch die Kraft von Gottes Geist kann der Mensch reife, vollkommene Früchte hervorbringen, die in der unsichtbaren Welt als ein Schatz für das ewige Leben aufbewahrt werden. Freude und Friede erfüllen das Herz desjenigen, der die Taufe des Stärkeren empfangen hat.
Doch Jesus tauft nicht nur im Heiligen Geist, sondern auch in Feuer. Die himmlische Kraft, die wir erhalten, muß gegen den Feind eingesetzt werden. Jeder, der im Heiligen Geist getauft wird, wird den heftigen Anläufen des Fürsten der Finsternis ausgesetzt. Er soll durch das Feuer geprüft und geläutert werden. „Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe..." (Offb. 3,19)[165]
Nachdem Jesus im Wasser getauft war, empfing er den Geist Gottes und mit dieser Taufe auch die Zurüstung für seine Arbeit. Gott salbte ihn mit dem Heiligen Geist und mit Kraft. (Apg. 10,38)[166]. Nach der Taufe im Heiligen Geist folgte augenblicklich die „Taufe in Feuer“. „Dann wurde Jesus von dem Geist in die Wüste hinaufgeführt, um von dem Teufel versucht zu werden." (Matt. 4,1) Jesus mußte die Feuerprobe bestehen. Der Vater prüfte seinen im Geist getauften Sohn. In einem geistlichen Kampf wurden die Kräfte gemessen und die Positionen geortet. In Jesus wirkten die Gaben der Weisheit, der Erkenntnis und der Geisterunterscheidung. Der Gegner wurde von Anfang an erkannt und entlarvt. Jesus widerstand dem Teufel und erwiderte ihm in der Kraft des Heiligen Geistes: „Geh hinweg, Satan!" (Matth. 4,10)[167]. Als dieser abzog, konnten die heiligen Engel Gottes kommen, um ihm zu Diensten zu sein. Jesu Wandel vollzog sich in der unsichtbaren, himmlischen Welt. Hier trug er seinen Kampf aus, hier erlangte er auch seine Überwindung. Immer wieder geriet der Herr Jesus in dieses Feuer. Die Mächte der Hölle ließen ihn zwar eine Zeitlang in Ruhe, fielen ihn aber dann erneut an. Die Taufe im Heiligen Geist verschaffte ihm die Waffen, mit denen er die unsichtbaren Angreifer abwehrte. Man wollte Jesus in Nazareth einen Fels hinabstürzen. Aber er band die unsichtbaren Mächte. Die geballten Fäuste erschlafften, so dass er durch ihre Mitte wegging. (Luk. 4,30)[168] Man versuchte ihn zu greifen und zu steinigen, doch er entkam. Jesus war durch seine vollständige Taufe mit göttlicher Kraft ausgestattet und unantastbar. Das Feuer des Feindes konnte ihm nicht schaden. So durfte er in allen Versuchungen sagen: „... der Fürst der Welt kommt und hat nichts in mir ..." (Joh. 14,30)[169]. Der Böse konnte ihn nicht antasten. Er konnte ihn weder während eines Sturms untergehen lassen noch konnte er ihn mit Krankheit schlagen noch zur Sünde verführen. Aber als schließlich der Sohn sich selbst „zu nichts machte" und der Vater den Heiligen Geist zurückzog, erfuhr Jesus Angst. (Phil. 2,7)[170] Er wußte, dass sein Schutz weggenommen war und der Böse ihn treffen konnte, denn es war die Stunde der Finsternis. Es war der Tag des Zornes Gottes, und Jesus wurde für uns alle hingegeben. In den Tagen seines Leidens, besonders aber, als er am Kreuz hing, sehen wir, wie die Mächte der Hölle gegen ihn Sturm liefen. Die Mächte der Sünde und Krankheit bewiesen gerade jetzt ihre Kraft. Hunde umringten ihn, Stiere von Basan umzingelten den Gekreuzigten, und der Rachen des Löwen war aufgerissen (Ps. 22,14)[171]. Hier war zu sehen, wer die Feinde Gottes und der Menschheit sind und welch verheerende Kraft sie aufbringen können. Aber niemals können vermögen sie den geistlichen, unsichtbaren Mensch antasten, weil er eine neue Schöpfung ist.
In Römer 4,25[172] wird gesagt, dass Jesus um unserer Sünden willen dahingegeben wurde. Demselben Wort begegnen wir auch in Römer 1,24.26 u. 28[173]. Dort wird vom Sünder gesprochen, der in „Unreinheit“, „in schändliche Leidenschaften“ und „untaugliches Denken“ dahingegeben wird. Somit kommt er ins Feuer. Und wenn er sich nicht bekehrt, wird er mit dem Feuer der Hölle, das für ewig bei und in ihm bleibt, verbunden. In Jesus wurde der Zorn Gottes, das unauslöschliche Feuer, gelöscht, weil er eine vollkommen neue Schöpfung war. Er triumphierte am Kreuz von Golgatha über die Fürsten und Gewaltigen. Er entwaffnete sie, weil in ihm Gottes Gesetz vollkommen wirksam war. Sie wurden aller Waffen beraubt, weil sie an dem Erstling der neuen Schöpfung nichts mehr fanden. Durch das Kreuz wurden sie öffentlich zur Schau gestellt: Christus hat über sie triumphiert. (Kol. 2,15)[174]
Jesus sagte einmal zu seinen Jüngern: „Den Kelch, den ich trinke, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden.“ (Mark. 10,39) Seine Nachfolger sollten also in dieser Welt den heftigen Angriffen der Mächte in der geistlichen Welt ausgesetzt sein. Je mehr sie den Fußstapfen Jesu folgen würden, desto mehr würden sie in den geistlichen Kampf geraten. Jesus verkündigte nicht das Evangelium von äußerlicher Ruhe oder weltlichem Frieden, denn er sprach: „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen." (Joh. 17,15) Auch der Apostel sagt: „Wenn wir allein in diesem Leben auf Christus gehofft haben, so sind wir die elendesten von allen Menschen." (1.Kor. 15,19) Gerade die Kinder Gottes sind an vorderster Front den Angriffen der bösen Mächte ausgesetzt, denn jeder von ihnen soll „mit Feuer gesalzen werden". (Mark. 9,49)[175] Wer jedoch in der Kraft des Heiligen Geistes stehen bleibt, kann keinen Schaden erleiden. „Wir wissen, dass jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern der aus Gott Geborene bewahrt ihn, und der Böse tastet ihn nicht an." (1.Joh. 5,18) Der Herr fordert uns auf, in seiner Kraft Widerstand zu leisten, wenn wir von den Dämonen angegriffen werden. Im Verbrennungsvorgang sind Holz, Heu und Stoppeln die Nahrung des Feuers. Gold aber geht keine Verbindung mit dem Feuer ein. Bei Erhitzung schmilzt es. Die Schlacken werden dann ausgeschieden und setzen sich oben ab. In Edelmetall selbst findet das Feuer keine Nahrung. Nachdem es geläutert ist, wird es schließlich aus dem Feuer genommen, denn es ist nicht dazu bestimmt, für immer darin zu bleiben. Paulus schreibt in 1. Kor. 3, 13: „...so wird das Werk eines jeden offenbar werden ...Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, das wird das Feuer erweisen." Der Herr rät uns, bei ihm Gold zu kaufen, das in Feuer geläutert ist, damit wir reich werden (Offb. 3,18)[176]. Über den Messias, der zu seinem Tempel kommen sollte, weissagte Maleachi: „...Denn er wird wie das Feuer eines Schmelzers und wie das Laugensalz von Wäschern sein. Und er wird sitzen und das Silber schmelzen und reinigen, und er wird die Söhne Levi reinigen und sie läutern wie Gold und wie Silber ...“ (Mal. 3,2-3)[177] Jesus ist der Täufer im Heiligen Geist, aber auch im Feuer! Unsere Augen müssen für den geistlichen Kampf geöffnet werden, und wir dürfen nicht ausweichen. Auf diese Weise haben wir teil an den Leiden Christi. Die Feuerglut der Prüfung gehört zu uns, weil sie auch zu Christus gehörte. „Geliebte, laßt euch durch das Feuer (der Verfolgung) unter euch, das euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes; sondern freut euch, insoweit ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid..." (1.Petr. 4,12-13)[178]. Je mehr wir uns dem Ende nähern, desto heißer wird die Feuerglut. „Denn siehe, der Tag kommt, der wie ein Ofen brennt. Da werden alle Frechen und alle, die gottlos handeln, Strohstoppeln sein. Und der kommende Tag wird sie verbrennen ... Aber euch, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung ist unter ihren Flügeln..." (Mal. 3,19-20) Möge die Gemeinde Jesu Christi keine „Vogel-Strauß‑Politik" betreiben! „Denn die Zeit (ist gekommen), dass das Gericht anfange beim Hause Gottes ... (1.Petr. 4,17)[179]. Wir müssen die Kraft des Heiligen Geistes besitzen, um dem Satan zu widerstehen, ihn zu vertreiben und zu überwinden. Jesus tat das, und wir müssen ihm darin folgen. Das hat man unter „seinen Fußstapfen folgen" zu verstehen! Man möge sich nicht mit frommem Betrug zufrieden geben. Wir sehen, wie die Macht der Finsternis zunimmt. Wenn bereits die Kinder Gottes so sehr von den unsichtbaren Mächten angetastet werden, was wird dann das Ende derer sein, die im Ungehorsam gegenüber dem Evangelium Gottes verharren, die sich nicht bekehren und weder im Wasser noch im Heiligen Geist getauft sind? Was soll künftig das Ende eines Volkes Gottes sein, das die unsichtbare Welt nicht kennt und sich mit der Nahrung begnügt, die nicht aus dem Himmel (der unsichtbaren Welt) stammt, - eines Volkes, das weder in der geistlichen Welt gewandelt noch dort gekämpft hat, eines Volkes, von dem gesagt werden kann: „Mein Volk kommt um (wird zur Beute der bösen Mächte) aus Mangel an Erkenntnis..." (Hosea 4,6 wörtlich)[180] Gott gebraucht die Dämonen zu seinem Dienst. Wie ein Ingenieur eine neue Brücke absichtlich belastet, um ihre Tragfähigkeit festzustellen, so untersucht der Herr auch seine neue Schöpfung. Die alte war fehlerhaft. Die neue dagegen wird standhalten, wenn sie dem Bild Jesu Christi entsprechend gestaltet wird. (Röm. 8,29)[181] Wenn der Herr dem mächtigen, Verderben bringenden Heer der Heuschrecken, der Nager, der Käfer und der Raupen gebietet, sein Unheilswerk auszuführen, so ist dies das Heer, das sein Wort vollstreckt. „Denn groß ist der Tag der Herrn und sehr furchtbar. Und wer kann ihn ertragen?" (nach Joel, 4 u. 2,11)[182].
Jesus ist der Täufer mit Feuer. „seine Worfschaufel ist in seiner Hand, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen..." (Matth. 3,12)[183]. Es kommt eine Zeit, da die Spreu, die früher sehr wohl eine Aufgabe zu erfüllen hatte, ein Raub der Flammen werden wird. In der Zeit, da das Korn reif geworden ist, hat die Spreu ihren Zweck erfüllt. Das Königreich Gottes aber kennt nur Wachstum. Wer zurückschaut, ist abgeschrieben und dem Tod preisgegeben. Möglicherweise hatten die törichten Jungfrauen für ihre Zeit ein schönes Lämpchen, zur Mitternachtszeit aber verlosch es.
Einmal gebrauchte der Herr eine Wasserflut um sein Urteil an der Erde zu vollstrecken. Doch nur Noah und seine Angehörigen wurden in ihr bewahrt. Dieser Mann Gottes war mit seiner Familie mitten in den Wasserströmen, in denen sich Gottes Zorn über dieser Welt entlud. In der Arche aber waren sie bewahrt worden. Die Kinder Israels waren in der Tiefe des Roten Meeres, doch auch sie kamen dort nicht um. Mitten zwischen den brennenden Städten Sodom und Gomorra samt dem ganzen Landstrich wurde das Städtchen Zoar wegen des rechtschaffenen Lot bewahrt. Während Petrus diese Vorbilder aus der Haushaltung der Schatten, der Zeitperiode des Alten Bundes, die uns zur Belehrung aufgeschrieben sind, überdenkt, führt er an: „Der Herr weiß die Gottseligen aus der Versuchung zu retten, die Ungerechten aber aufzubewahren auf den Tag des Gerichts, wenn sie bestraft werden;..." Durch Wasser ging die damalige Welt unter. „Die jetzigen Himmel und die (jetzige) Erde aber sind durch dasselbe Wort aufbewahrt und für das Feuer aufgehoben zum Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen." (2.Petr. 2,9[184]; 3,6-7) Das Urteil ist vorausgesagt. Eine Sintflut des Feuers kommt über die unsichtbare und sichtbare Welt. Jetzt wird deutlich, dass die geistliche Welt nie durch natürliches und sichtbares Feuer vergehen wird. Das Feuer, das gemeint ist, ist die Entfesselung der Mächte der Finsternis. Aber in den letzten Tagen wird Gott in überschwenglicher Weise seinen Geist auf alles Fleisch ausgießen, damit jeder, der Jesus Christus angehört, am Tag des Herrn bestehen kann.
In unserer Zeit liegen Gut und Böse dicht beieinander. Sie wohnen manchmal zusammen in einem Menschenherzen. Je mehr der Tag des Endurteils naht, desto deutlicher heben sich Gut und Böse wie weiß und schwarz voneinander ab. Dies geschieht durch das mächtige Wirken des Heiligen Geistes einerseits und den lastenden Druck des Reichs der Finsternis andererseits. Wer gereinigt ist, soll noch mehr geheiligt werden, wer aber unrein ist, soll noch unreiner werden. (Offb. 22,11)[185] Dann steht die Gerechtigkeit sichtbar der Sünde und Gebundenheit gegenüber. Der Weizen ist ausgereift, aber das Unkraut ebenfalls. „...Und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune." (Matth. 13,30)
Die Zeit ist dann gekommen, dass die Mächte der Hölle sich allesamt auf die der göttlichen Kraft beraubte Menschheit stürzen können. Die Gemeinde Jesu Christi jedoch wird als eine Braut ohne Flecken und Runzeln, erfüllt und geleitet vom Heiligen Geist, offenbar werden. Himmel und Erde werden durch Feuer geläutert und gereinigt. Es gibt ein unauslöschliches Feuer, so wie es auch einen Strom lebendigen Wassers gibt. Beide sind geistlich, d. h. es sind Bilder für die unsichtbare Welt.
Wenn das Feuer sein Werk hier auf Erden und im Himmel getan hat, wird es zurück in den feurigen Pfuhl geworfen. (Offb. 19,20[186] u. 20,14[187]). „... das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln", heißt auch „die äußerste Finsternis" (Matth. 25,41)[188]. Dieser Pfuhl ist die ewige Abgrenzung zwischen dem bösen Heerlager mit seinen Mächten, Kräften und den Menschen, die mit ihnen verbunden sind, und zwischen den Kindern Gottes, die einen Platz im Königreich der Himmel unter den heiligen Engeln haben. Zwischen diesen beiden Welten tut sich eine unüberbrückbare Kluft, ein ewiger Abgrund, auf. Im Reich der äußersten Finsternis ist der Geist des Gottlosen der Willkür und Herrschaft teuflischer Mächte völlig preisgegeben, ein Zustand, den wir nicht klarer als mit den Worten Jesu beschreiben können: „... wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt." (Mark. 9,48) Dorthin strömt kein Lebenswasser mehr, das das Feuer auslöscht. Und es gibt dort auch keine vollkommene Vernichtung des Menschen, denn sein Wurm, das unvergängliche Überbleibsel, geht nicht zugrunde. Furchtbares Gericht der Hölle! Der Geist der Kinder Gottes wird dagegen eins mit dem Heiligen Geist. Er hat sie in Liebe und Sanftmut geleitet, getröstet, ermuntert, auferbaut, gestärkt und bewahrt, um sie rein und untadelig vor den Vater stellen zu können. Sie sind befähigt, mit dem Vater auf seinem Thron zu sitzen (Offb. 3,21)[189].
11. WAS MACHEN WIR NUN MIT UNSEREN KINDERN?
Auch hinsichtlich unserer Kinder werden wir unseren Standpunkt erklären müssen. Es ist offensichtlich, dass wir unsere kleinen Kinder nicht taufen lassen. Dennoch wollen wir ihnen einen Segen mitgeben, der biblisch zu verantworten ist.
In 1. Kor. 7, 14 steht geschrieben: „Denn der ungläubige Mann ist durch die Frau geheiligt, und die ungläubige Frau ist durch den Brüder geheiligt; sonst wären ja eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig." Das Heil fließt also vom gläubigen Ehepartner zum ungläubigen, und der Segen der gläubigen Eltern strömt zum Kind, das in ihnen geheiligt ist. Die Kinderbesprengung geht laut der Taufformel von dem Gedanken aus, dass die Kinder der Gläubigen in Sünde empfangen und geboren seien und darum auch manch einem Elend, ja der Verdammnis selbst, unterworfen seien.
Gleichzeitig bittet man jedoch die Eltern zu bezeugen, dass ihre Kinder in Christus geheiligt seien und deshalb als Glieder der Gemeinde getauft werden müßten. Das ist ein Hinken auf beiden Seiten.
Unsere Kinder sind jedoch nicht geheiligt in Christus, wie es die Taufformel lehrt, sondern gemäß dem erwähnten Text aus dem ersten Korintherbrief: Sie sind in den Eltern geheiligt. Gläubige sind Könige und Priester im Reich Gottes, und ihre Kinder sind keine kleinen Verdammten, wie es die Taufformel glauben macht, sondern Prinzen und Prinzessinnen, gleichfalls bestimmt, zu ihrer Zeit die Königsstellung zu empfangen. Die Ehe ist eine heilige, von Gott gewollte und gebotene Einrichtung. Infolge dessen sind unsere Kinder nicht in Sünden empfangen, auch nicht ein Erbteil des Teufels, sondern des Herrn. Wir ziehen sie nicht für den Widersacher, sondern für Gott auf. Darum gehören die Kinder gläubiger Eltern zum Wirkungskreis des Heiligen Geistes und nicht zu dem der bösen Mächte. Sagt doch die Bibel, dass unsere Kinder nicht unrein, sondern heilig sind. Heilig sein aber bedeutet, abgesondert zu sein für das Heil, besonders der Leitung der Eltern unterstellt, so dass sie selbst ihre Entscheidung treffen können.
Unsere Kinder kommen auf eine finstere Erde, über die der Oberste dieser Welt herrscht. Sie werden von Geburt an und manchmal auch noch vor dieser Zeit durch die bösen Mächte bedroht. Diese trachten danach, sie krank und zum Raub der Sünde zu machen, sie zu binden, zu beängstigen oder irgendwie zu beschädigen. So sind ganze Geschlechter im Griff bestimmter Krankheits‑ und Sündenmächte. Von Geschlecht zu Geschlecht nehmen diese bösen Geister Eltern und Kinder in Beschlag. Deshalb muß in vielen Fällen das unsichtbare Band mit den Vorfahren im Namen Jesu zerschnitten werden. Hierdurch wird das Kind von den bösen Mächten, die seine Vorfahren geleitet und unterdrückt haben, befreit. Hat ein Kind gläubige Eltern, dann übernehmen sie die Leitung und Beschirmung des Kindes durch den Heiligen Geist. Die jugendlichen Kinder, die kleinen wie die großen, sind in ihren Eltern geheiligt.
Wie Vater und Mutter für Kleidung und Nahrung des Kindes sorgen und seine natürlichen Beschützer sind, so sind sie dies auch in geistlicher Hinsicht. Sie müssen deshalb für das Kind eintreten, wenn böse Mächte der Sünde und Krankheit es anfallen. Die Aufgabe der Eltern bei ihrem wehrlosen Kind besteht darin, den Mächten, die es oftmals seit seiner Empfängnis bedrohen, zu widerstehen. Wenn diese das Kind überwältigt haben, sollten die Eltern sie austreiben. Durch den gläubigen Vater und die gläubige Mutter empfängt das Kind Heilung, Befreiung, Ruhe und Freude. Wir heiligen uns für unsere Kinder, wie dies der Herr für uns tat. „Wie du mich in die Welt gesandt hast, habe auch ich sie in die Welt gesandt; und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie Geheiligte seien durch Wahrheit." (Joh. 17,18-19) Jesus heiligte sich für uns. Er sonderte sich von der Welt ab, um uns zu retten. Deshalb können auch wir als Eltern uns keine einzige Bindung mit dem Reich der Finsternis erlauben. Wenn wir beispielsweise lügen, können wir die Lügenmacht, die unser Kind anfällt, nicht vertreiben. Wenn wir selbst unreine Gedanken hegen, können wir keine Mächte der Unreinheit in Jesu Namen vertreiben. Unsere Kinder sind in den Eltern geheiligt, d. h. sie finden in ihren Eltern einen geistlichen Schutz gegen die Mächte der Finsternis, während die Eltern es gleichzeitig in das Heil Jesu Christi einführen und darin unterweisen. Das Heil unserer Kinder hängt also von unserer geistlichen Stellung und Aktivität in der geistlichen Welt ab.
Wenn wir einen Säugling an den Rand eines Grabens legen, dann trifft uns die Schuld, wenn das Kind ins Wasser fällt und ertrinkt. Wir lernen aus den natürlichen Geschehnissen die geistlichen verstehen. Viele Kinder wachsen in einer Umgebung auf, in der ihre Seele besudelt und verunreinigt wird, weil sie nicht durch das Gebet der Eltern und das Wirken der geistlichen Gaben in ihren Eltern beschützt werden. Wenn diese geistlichen Mittel bei den Eltern nicht gefunden werden, wo können dann diese kleinen Kinder Schutz finden? Welchen Einflüssen unterliegt doch das Kind eines Trinkers und Ehebrechers? Demjenigen, der sein Kind nicht heiligt, sondern entweiht (das bedeutet, es in Berührung mit den Mächten der Finsternis zu bringen) und es nicht durch Wort und Vorbild auf dem Weg der Gerechtigkeit leitet, gilt das Wort des Herrn: „Für den wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.“ (Matth. 18,6)[190].
Kommt es denn dann nie vor, dass auch gläubige Eltern ein Kind haben können, das leiblich oder gar geistig überwältigt ist? Ganz gewiß. Die Dämonen sind gesetzlos. Sie tasten jemanden auch zu Unrecht an. Gläubige Eltern dürfen diesen Zustand jedoch nicht bestehen lassen. Sie müssen im Namen Jesu eine Gegenoffensive starten, zumal der Herr sagt, daß, der in uns ist, stärker ist als die, die gegen uns sind. Die Eltern müssen alle ihre Feinde unter ihre Füße bekommen. Wir kämpfen somit für den Leib unseres Kindes, als ob es unser eigener Körper wäre, und ebenso für seinen Geist und seine Seele, als ob wir selbst angegriffen würden.
Vieles ist hierbei noch unvollkommen. Meistens erkennen wir leider erst, was geschehen ist, nachdem der Feind seinen Schlag bereits an unseren Kindern ausgeführt hat. Wir strecken uns aber auch in diesem Ringen nach der Vollkommenheit aus.
Unsere Kinder leben noch das natürliche Leben, das Leben von dieser Erde. Aber als Eltern sondern wir sie von dieser Welt ab und bewahren sie vor den Einflüssen der bösen Geister, bis sie selbst Jesus annehmen und durch die Wiedergeburt zu geistlichen Menschen werden. Dann werden sie auch Bewohner der Stadt Gottes, des himmlischen Jerusalem. Wenn der Herr sagt: „... solcher ist das Reich der Himmel" (Matth. 19,14)[191], dann meint er damit, dass diese Kinder dazu bestimmt sind, das Königreich Gottes zu offenbaren. Wir sagen mit dem Wortlaut einer alten römisch-katholischen Taufformel: „All ihr unreinen Geister ‑ im Namen Gottes, des allmächtigen Vaters, und im Namen Jesu Christi, seines Sohnes, unseres Herrn und Richters, und in der Kraft des Heiligen Geistes: Weicht aus diesem Geschöpf Gottes, das unser Herr in seinen Heiligen Tempel hat rufen wollen, damit es selbst ein Tempel des lebendigen Gottes werde, bewohnt vom Heiligen Geist." Solange ein Kind klein ist, halten wir am gefährlichen Graben Wache. Wenn es jedoch zehn Jahre alt ist, am Graben spielt und hineinfällt, dann ist es selbst schuld daran. Denn es ist inzwischen so groß geworden, dass es die Gefahr selbst erkennen kann. Jedoch werden wir ihm wieder reine Kleider anziehen, wenn es nach Hause kommt.
So ist es auch im Geistlichen. Sind unsere Kinder größer geworden, so müssen sie selbst die Entscheidung zwischen Gut und Böse treffen und Mitstreiter werden. Natürlich fassen unsere Kinder wohl auch einmal einen falschen Entschluß. Aber wir sollten sie dann nicht abweisen, wenn sie mit ihren Schwierigkeiten zu uns kommen, sondern mit ihnen zusammen zum Herrn gehen. Wenn sie so weit erwachsen sind, dass sie sich mit vollem Bewußtsein zu Gott bekehren können und wollen und eine feste Entscheidung getroffen haben, dann werden sie sich wohl auch taufen lassen.
Was die menschliche Seite betrifft, so hängt das Heil der Kinder von den Eltern ab. Darum müssen diese die Mächte der Unruhe, Angst, Krankheit, Sünde usw. im Namen Jesu von ihren Kindern vertreiben. Wenn sie den Sieg nicht erlangen können, dann sollen sie zu ihren Brüdern und Schwestern in der Gemeinde gehen und um Hilfe bitten.
Die Gemeinde ist das Haus Gottes (1.Tim. 3,15)[192]. Sie ist die Darstellung des Leibes Christi auf Erden. In der Gemeinde liegt die größte Kraft und Herrlichkeit des Geistes des Herrn. Die geistlichen Gaben werden in ihr zum Dienst und zur Auferbauung gegeben. Wenn die Wohltaten Jesu Christi mit ihrem Heil sowie Heilung sich besonders in der Gemeinde offenbaren, dann ist es auch unsere Pflicht, die Kinder dorthin zu bringen. Wir lassen unsere Säuglinge dort nicht besprengen. Denn dies hat nicht die geringste Bedeutung und ist völlig unnütz, sondern wir bringen sie in der Gemeinde dar. Wir bringen sie vor das Haupt der Gemeinde, vor Jesus Christus. Dies tun wir, so wie Maria und Josef das Jesuskind im Tempel vor den Herrn brachten (Luk. 2,22)[193]. Wir wollen ihnen einen Segen zuteil werden lassen. Dies tun wir auf dieselbe Weise, wie Jesus es tat. Seine Art und Weise war gut. In Markus 10, 16 steht geschrieben, dass Jesus die kleinen, ungetauften Kinder umarmte, ihnen die Hände auflegte und sie segnete. Jesus umarmte sie. Das bedeutet, er beanspruchte sie für das Königreich Gottes. So hebt auch der Gemeindeleiter das Kind empor vor dem Angesicht des Herrn, während die Eltern inmitten der Gemeinde stehen. Wir denken hierbei an das Bild des alttestamentlichen Hebopfers. Dabei brachten nämlich die Priester des Herrn einen Teil des Opfers nicht auf dem Brandopferaltar dar, sondern hoben es als Hebopfer oder Schwingopfer vor dem Angesicht des Herrn empor, der es darauf sozusagen als ein Anteil zurückgab, das dem Hohenpriester oder den Priestern zuteil wurde. (vgl. 2.Mose 29,24[194] und 28[195]; 3. Mose 8,30‑31[196]; 3. Mose 23,11[197] u. 20[198]). Im Namen der Gemeinde weiht der Gemeindeleiter das Kind dem Herrn, damit Er sein Heil und seine Herrlichkeit an diesem Kind offenbaren soll. Deshalb segnet er es unter Handauflegung im Namen Jesu. Das Kind wird danach den Eltern zurückgegeben, damit sie es leiten, beschützen und heiligen, bis es selbst durch seine Taufe bezeugt, dass es in den Leib Christi eingefügt ist und folglich einen eigenen Platz in der Gemeinde hat. Auch die Gemeinde versteht sich als Gemeinde Gottes mitverantwortlich für das Wohl des dargebrachten Kindes. Die Eltern können zu jeder Zeit die Brüder und Schwestern zu Hilfe rufen. Die Gemeinde tritt mit ein für die Kinder der Gläubigen, die berufen sind, die Seligkeit zu erben.
Auch der Herr ist nicht untätig, sondern er schenkt dem Kind in der unsichtbaren Welt heilige Engel als Beschützer. „...denn ich sage euch, dass ihre Engel in den Himmeln allezeit das Angesicht meines Vaters schauen, der in den Himmeln ist." (Matth. 18,10)[199]. Sind doch diese Engel „alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil erben sollen." (Hebr. 1,14)[200]. Wie beim Hausbau schon vorher eine Ladung von Steinen bereit steht, um eingefügt zu werden, so liegen auch die Kinder gläubiger Eltern als zukünftige Steine in unmittelbarer Nähe des Tempels Gottes. Dies schließt natürlich das Einbauen anderer Steine nicht aus; denn sie kommen von Ost und West, von Nord und Süd für den Bau der Wohnung Gottes im Geist. Die Gemeinde Jesu Christi trägt nicht nur für die eigenen Kinder Sorge, sondern ist zugleich Evangelisations‑ und Missionsgemeinde. Sie ist sich ihres weltweiten Auftrags bewußt, so dass sie keine Volks‑ oder Familienkirche ist. Als Kind wuchs Mose am okkultesten Hof der Welt auf, und er blieb bewahrt. Er war in seinen Eltern, Amram und Jochebed, geheiligt. Später sprach der Herr aus dem brennenden Busch zu ihm: „Ich bin der Gott deines Vaters!" (2.Mose 3,6)[201]. Mose war eins mit dem Volk Gottes, dem Abbild der Gemeinde (Hebr. 11,25)[202]. Samuel kam in die unreine Umgebung der Priester Hophni und Pinehas. Er jedoch war in seiner Mutter Hanna auf Grund des Gelübdes geheiligt, das sie im Haus Gottes ausgesprochen hatte. Hiob brachte für seine Kinder Opfer dar und heiligte sie. Jesus war in seinem eigenen Vater, der ihn auf besondere Weise beschirmte und bewachte, geheiligt.
Unsere Kinder sollten wissen, dass sie gläubige Eltern haben, die zu einer Gemeinde gehören, die betet und kämpft. Der Herr legt den Eltern eine schwere Verantwortung auf, ihre Kinder, die mit ihnen in dieser Welt zurückgelassen sind, in der geistlichen Welt zu bewahren und zu heiligen. Zur Erfüllung dieser Aufgabe gibt der Herr ihnen Kraft und Weisheit durch den Heiligen Geist, der in ihnen wohnt, und durch die Geistesgaben. Gottes Wort legt allerdings auch dem Kind eine Verpflichtung auf: Es muß seinen Eltern gehorchen, denn ein ungehorsames Kind ist wie ein unlenkbares Pferd. Wenn ein Elternteil im natürlichen Leben das Kind von Jugend auf Gehorsam lehrt, dann wird dieses auch später im geistlichen Leben lernen können, Gott zu gehorchen.
Ein Kind, das seinen gläubigen Eltern gegenüber ungehorsam ist, kann niemals Gott gehorsam sein. Ungehorsam ist eine Sünde wie Wahrsagerei, und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst. (1.Sam. 15,23)[203] Wenn ein Kind seinen gläubigen Eltern nicht gehorcht, steht es folglich unter dem Einfluß eines anderen Geistes, der es zugleich von Gott wegführt. Es ist demnach von größter Bedeutung, das Kind auch im natürlichen Leben an den Gehorsam zu gewöhnen. Ein Vater und eine Mutter, die durch den Heiligen Geist geleitet werden, haben von Gott die Kraft und die Weisheit empfangen, ein gehorsames Kind ohne Druck oder Gewalt zu führen und es auf dem Weg der Gerechtigkeit zum Ruhm des Namens Jesu zu bewahren.
12. WESHALB WIR DIE KINDERTAUFE VERWERFEN
Der Unterschied zwischen gefälschtem und echtem Geld ist am auffälligsten, wenn wir beide nebeneinander legen und Detail für Detail vergleichen. Wenn wir dies mit der Kindertaufe, die nur durch Besprengung, und mit der biblischen Taufe, die auf Grund des Glaubens und durch Untertauchen erfolgt, tun, wird der Unterschied deutlich und über jeden Zweifel erhaben. Die letztere besitzt eine tiefe Bedeutung. Ist sie doch nicht von Menschen erfunden, sondern von Gott geboten. Jesus selbst sagte: „Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr diese tauft..." (Matth. 28,19) Wie Johannes der Täufer gesandt war, um zu taufen, so sendet der Herr jetzt auch seine Diener, die seine Unterweisung bejaht haben, aus, um zu taufen.
Diese biblische Taufe ist so bedeutsam und wertvoll, dass sich der Böse und zusammen mit ihm der natürliche Mensch dieser göttlichen Einrichtung erbittert widersetzen. Wenn Ihr im Gehorsam den Weg Gottes gehen wollt, müßt Ihr den Widerstand der Bekannten, der Kirchenräte, Eltern oder Kinder, des Mannes oder der Frau, der Brüder und Schwestern überwinden. Wie Noah, der Prediger der Gerechtigkeit Gottes, müßt auch Ihr eine Entscheidung treffen. Und Noah stand sogar der ganzen Menschheit allein gegenüber!
Bruder oder Schwester, aus welcher Ursache heraus habt Ihr Euch noch nicht auf biblische Weise taufen lassen? Die Kinderbesprengung ist keine Taufe. „Und nun, was zögerst du? Stehe auf, laß dich taufen...!" (Apg. 22,16) Erfüllt nicht die Wünsche der Menschen, sondern die Gottes.
Der bekannte Theologe Prof. Dr. Karl Barth merkte folgendes über die Kindertaufe an: „Nach allem, was wir im Neuen Testament über die Taufhandlungen lesen, angefangen mit der Taufe des Johannes im Jordan bis hin zu den verschiedenen Taufen in der Apostelgeschichte, ist es deutlich, dass sowohl die Taufenden wie die Getauften wissen, was sie tun. Es wird nicht so einfach „drauflosgetauft“. Man läßt sich nicht taufen, ohne selber innerlich daran beteiligt zu sein, sondern man bittet um die Taufe. Das Evangelium wird verkündigt, dann gibt es Menschen, die glauben und sagen: Was hindert mich, dass ich mich taufen lasse? Und dann werden sie getauft. Dieser Gang der Dinge scheint mir der einzig mögliche zu sein, wenn wir nicht wollen, dass die Taufe im Lauf der Zeit weiter verwildert. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Täufling erwachsen ist oder erst zehn oder zwölf Jahre. Es kommt darauf an, dass der Täufling getauft werden will, dass er von sich selbst aus sagt: „Ich glaube, darum will ich zur Gemeinde gehören", dass die Gemeinde ihn aus diesem Grund tauft und dass dieses gemeinsame Handeln auf Grund eines freien Denkens und Beschließens geschieht. Wir müssen aus dieser finsteren und düsteren Atmosphäre, in der man nicht recht weiß, was nun eigentlich geschieht, herausgeraten. Der Täufling weiß es nicht, die Paten wissen es ebensowenig, und die Gemeinde, die dabei sitzt und Lieder singt, weiß es auch nicht. In einer ‑ ich will nicht sagen mystischen ‑ aber doch halbwegs magischen Stimmung wird etwas getan und dann wird gelesen: „Laßt die Kinder zu mir kommen ...“, obwohl das überhaupt nichts mit der Taufe zu tun hat. Auch der berühmte Abschnitt aus Apostelgeschichte 2, 39: „Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern..." ‑ hat damit nichts zu tun. Man behält jedoch diesen Trott immer weiter bei. Und die Kirche wird tatsächlich verwässert, buchstäblich ver-tauf-wässert. Und dann klagt man später noch darüber, dass es mit der Volkskirche so traurig bestellt sei, zu der die Menschen zwar dann wohl noch gehören, aber doch kein Bekenntnis ablegen wollen. Wie kann man das von den armen Stümpern auch erwarten, wo man sie ja doch nichts gefragt hat, als man sie in diesen Verein hineinbrachte ‑ im weißen Taufgewand. Hier die Patentante, da der Patenonkel, und danach das leckere Essen, und Hochwürden, Herr Pastor, der sich so freundlich über das Kindchen hinbeugte und etwas Wasser tröpfelte. Allemal schön und gut, aber im Grunde der Sache ist es nicht allein bei den Katholiken, sondern auch bei uns Lutheranern und Reformierten ein Stück übrig gebliebener Magie, was wir da betreiben. Diese Atmosphäre müssen wir loswerden. Darum halte ich es mit den Brüdern, die die Kindertaufe aufgeben wollen.“
Danach schreibt Prof. Dr. Karl Barth: „Einen Befehl, Kinder zu taufen, findet man nirgends im Munde Jesu oder irgendwo anders im Neuen Testament. Dies begann erst im zweiten oder dritten Jahrhundert."
Sein Sohn, Dr. Markus Barth, macht folgende Bemerkungen: „Das Neue Testament spricht nicht von einer Taufe unmündiger Kinder. Die Kindertaufe der katholischen Kirche bedeutet einen Abfall vom apostolischen Christentum. Unsere gegenwärtigen kirchlichen Praktiken sind mit den Tatsachen des Neuen Testaments schwerlich in Übereinstimmung zu bringen. Gerade der allgemein verbreitete Tauf‑Aberglaube ist dafür Grund genug, fortan im Glauben an Jesus Christus demütig und nüchtern die biblische Taufe zu bejahen. Der Glaube muß auf Christus gerichtet sein, nicht auf das Sakrament selbst."
1. Johannes der Täufer taufte keine Säuglinge. Er arbeitete auf die Bekehrung hin, bevor man sich taufen ließ: „... und sie wurden von ihm im Jordan getauft, indem sie ihre Sünden bekannten." (Matth. 3,5.6) „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen ..." (Apg. 2,38) Bei Säuglingen kann von Bekehrung und Sündenbekenntnis, worauf die Vergebung der Schuld erfolgt, keine Rede sein. Ein Säugling hat keine vorsätzlichen und keine unvorsätzlichen Sünden.
2. Die Säuglingsbesprengung raubt dem Menschen das Vorrecht, sich später durch persönlichen Gehorsam die Bedeutung seiner eigenen Taufe bewußt zu machen, sie anzunehmen und sich darüber zu freuen.
3. Bei der Taufe wird alle Gerechtigkeit erfüllt. (Matth. 3,15)[204]. Säuglingen aber fehlt noch die Gerechtigkeit, die allein durch Glauben erworben wird.
4. Die Taufe ist das Bad der Wiedergeburt. (Titus 3,5)[205]. Bei Säuglingen ist von Wiedergeburt nicht die Rede, denn erst auf das Natürliche folgt das Geistliche. (1.Kor. 15,46)[206]. Die „bedingt unterstellte Wiedergeburt" vermindert für ein Kind die Notwendigkeit einer späteren Bekehrung und persönlichen Annahme Christi, da man ‑ von falschen Gründen ausgehend - meint, dass ein Kind wiedergeboren sei. „... sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen." (Luk. 13,3)
5. Die Taufe ist das Abbild der Beschneidung des Herzens, die das Werk des Heiligen Geistes, nicht das des Menschen, ist „eine Beschneidung, die nicht mit Händen geschehen ist..." (Kol. 2,11)[207]. Bei einem Säugling ist von einer Trennung zwischen dem alten und dem neuen Menschen nicht die Rede.
6. Die Taufe ist ein Abbild vom Begraben des alten und Auferstehen des neuen Menschen. Auch hier ist die Kinderbesprengung kein treffendes Sinnbild, sie tastet vielmehr die Bedeutung der echten Taufe an: „... mit ihm begraben in der Taufe; in ihm auch auferweckt durch den Glauben..." (Kol. 2,12)[208]. Bei der Kinderbesprengung geht die Bedeutung des Untertauchens des Gläubigen in Wasser verloren. Man raubt damit dem Kind auch das beweiskräftigste Zeugnisses seiner Auferstehung: „So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln." (Röm. 6,4)
7. „Die Taufe ist die Bitte zu Gott um ein gutes Gewissen." (1.Petr. 3,21: Urtext) Bei einem Säugling kann von einem Wissen oder einem Gewissen (d. h. „zusammen‑wissen", nämlich Gottes und des Menschen) nicht die Rede sein, ebensowenig wie er auch ein Gebet erdenken oder aussprechen kann. Die Kinderbesprengung ist daher unbiblisch, weil sie nicht die von Gott geforderten Voraussetzungen erfüllt.
8. Jesus verlangte zuallererst Glauben. „Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden ..." (Mark. 16,16)[209]. Besitzt der Geist eines Säuglings bereits die Fähigkeit, seinen Glauben zu aktivieren oder eine Verheißung Gottes im Glauben zu erfassen?
9. Der Taufe muß die Predigt und Unterweisung vorausgehen: „Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr diese tauft ..." (Matth. 28,19) Was für eine Unterweisung hat aber ein Säugling genossen?
10. Jesus taufte nie Kinder. Er legte ihnen vielmehr die Hände auf und segnete sie. Er sprach: „... denn solchen (ungetauften Kindern) gehört das Reich Gottes." (Mark. 10,13-16)[210]. Aus der Tatsache, dass die Jünger verhindern wollten, dass die Kinder zu Jesus gebracht würden, kann man schließen, dass sie sicher nicht daran gewöhnt waren, sie zu taufen. (Joh. 4,2)[211].
11. Auch die Apostel tauften keine Säuglinge: „Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen ..." (Apg. 2,41)
12. Die Kindertaufe ist nutzlos, weil daraus kein Segen für die Kinder hervorgeht. Säuglinge haben keine Worte und keine Werke, auf Grund derer sie verurteilt werden könnten.
13. Säuglinge sollten nicht getauft werden, ebensowenig wie sie zum Abendmahl zugelassen werden sollten, denn es fehlt ihnen das erforderliche Unterscheidungsvermögen. (1.Kor. 11,29)[212].
14. Die Kindertaufe führt zu einem magischen Glauben an die Sakramente. So sagt man, das Kind sei der Verdammnis unterworfen, und man glaubt gleichzeitig an die sakramentale Heiligkeit des Kindes.
15. Die Kindertaufe führt den Menschen weg von dem echten Glauben und bringt ihn dazu, auf Zeremonien, die rein menschlichen Ursprungs sind, Wert zu legen. „Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren Menschengebote lehren.“ (Mark. 7,7) Da die Kindertaufe überhaupt keine göttliche Bekräftigung besitzt, gebraucht man den Namen Gottes vergeblich, also unnütz!
16. Die Kindertaufe steht im Widerspruch zu dem ausdrücklichen Befehl Jesu und dem Vorbild, das er selbst gab. Es steht geschrieben, dass Jesus sich von Johannes im Jordan taufen ließ (Mark. 1,9)[213] „... weil dort viel Wasser war..." (Joh. 3,23)[214]. Bei der Kinderbesprengung gebraucht man wenig Wasser. Man wird also nicht getauft, denn Taufen bedeutet Untertauchen!
17. Es steht geschrieben: „Als sie aber auf dem Weg fortzogen, kamen sie an ein Wasser ...“ „...Und sie stiegen beide in das Wasser hinab, sowohl Philippus als der Kämmerer ..." (Apg. 8,36[215] u. 38[216]). Bei der Säuglingsbesprengung wird das Kind zum Wasser getragen. Es ist vollkommen passiv. Obendrein steigen weder der Täufer noch der Täufling in das Wasser. Sie steigen auch nicht aus dem Wasser, wie dagegen berichtet wird: „Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen..." (Apg. 8,39)[217]
Im ganzen Neuen Testament ist nirgendwo von einer Kindertaufe oder Säuglingsbesprengung die Rede. Alle getauften Hausgenossen waren keine kleinen Kinder, zumindest aber wurden sie nicht mit hinzugezählt, wie man es aus dem Textzusammenhang entnehmen kann. Wir wissen nicht, ob Johannes der Täufer Frauen taufte, aber im Neuen Testament lesen wir, dass „sowohl Männer als Frauen“ getauft wurden (Apg. 8,12)[218]. Über Säuglinge wird jedoch nicht gesprochen.
1. In Apg. 10,44‑48[219] wird nachdrücklich bezeugt, dass im Hause des Kornelius nur die getauft wurden, die dem Wort zugehört und den Heiligen Geist empfangen hatten. Diese sprachen alle in neuen Zungen. Außerdem war Kornelius mit seinem ganzen Haus gottesfürchtig (Vers 2)[220]. Sein ganzes Haus wurde gerettet (Apg. 11,14)[221]. Kornelius erwartete den Apostel, während er seine Blutsverwandten und besten Freunde herbeigerufen hatte (Apg. 10,24)[222]. Er sagte: „Jetzt sind wir nun alle vor Gott zugegen, um alles zu hören, was dir vom Herrn aufgetragen ist.“ (Apg. 10,33)
2. In Apg. 16, 14‑15[223] u. 40[224] wird über Lydia und ihre Taufe gesprochen. Diese gottesfürchtige Geschäftsfrau kam aus Thyatira, das mehrere hundert Kilometer von Philippi entfernt lag. Sie sprach „mein Haus", was andeuten kann, dass sie keinen Mann hatte. Es ist nicht offensichtlich, aus welchem Grunde eine junge Frau so fern von ihrem Geburtsort ein derart großes Geschäft besaß. Als Verkäuferin von purpurnen Gewändern hatte sie ohne Zweifel Bedienstete (ihr Haus). Dieser Haushalt wird in Vers 40 andeutungsweise durch „die Brüder" kenntlich gemacht, die ein Wort der Ermutigung empfingen.
3. In Apg. 11,32-34 wird noch über die Taufe des Hauses des Kerkermeisters gesprochen. Solche Gefängnisvorsteher waren meistens vorher Söldner gewesen. Alle in seinem Haus konnten die Nacht über das Wort Gottes hören. Alle waren alt genug, um „Gläubige" genannt zu werden. „Und er ... jubelte, an Gott gläubig geworden, mit seinem ganzen Haus." (Apg. 16,34 Urtext) Das schließt Säuglinge natürlich aus.
4. In Apg. 18,8[225] steht geschrieben, dass Krispus mit seinem ganzen Haus zum Glauben kam. Jedes Kind, das alt genug ist, um zu glauben, ist auch alt genug, um getauft zu werden. Nicht allein Krispus und sein Haus, sondern auch viele Korinther, die Paulus zuhörten, „wurden gläubig und ließen sich taufen". Auch in unserer Zeit haben wir es verschiedentlich erlebt, dass ganze Familien zum Glauben kamen und sich durch Untertauchen taufen ließen.
5. Die Familie des Stephanus, die von Paulus selbst getauft worden war, hatte sich ganz in den Dienst der Heiligen gestellt. Den Korinthern wurde gesagt, dass sie solchen Menschen untertan sein sollen (1.Kor. 1,16)[226] (1.Kor. 16,15-16)[227]. Der Text des biblischen Berichts widerlegt also eindeutig alle Vermutungen, die die Vertreter der Kindertaufe bei der sogenannten „Familientaufe" aufstellen.
6. Es gibt allerdings auch solche, die sich auf 1. Kor. 7,14 berufen. Dort steht geschrieben: „... sonst wären ja eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig". Man meint, dass hier ein Argument für die Kindertaufe zu finden sei. Jedoch beweist diese Mitteilung des Apostels gerade das Gegenteil. Der Apostel stellt dort nämlich einen Vergleich zwischen dem ungläubigen und folglich ungetauften Ehemann einer gläubigen Frau und den Kindern dieses Ehepaares an. Gleichwie der ungläubige Mann durch seine Frau geheiligt ist, so sind die unmündigen Kinder durch ihre Mutter geheiligt. Waren diese Kinder getauft, so waren sie selbst bereits in die Gemeinde eingefügt. Der Vergleich wäre folglich ungeeignet gewesen. Aber weder der ungläubige Mann noch die unmündigen Kinder waren getauft. Beide kamen vielmehr nur durch die gläubige Frau mit dem Heil in Berührung.
Aus all diesem lernen wir folglich, dass die Kinder nicht getauft werden sollten. Sie werden durch ihre Eltern beschützt und geleitet und kommen auf diese Weise mit dem Evangelium Jesu Christi in Berührung. So wachsen sie auf, um später selbst ihre Entscheidung für Jesus zu treffen.
Zitierte Bibelverse
[1] Eph 2,1 Auch euch [hat er auferweckt], die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden
[2] Röm 6,23 Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.
[3] 1.Thess. 1,8-9 Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen, nicht allein in Mazedonien und in Achaja, sondern an jeden Ort ist euer Glaube an Gott hinausgedrungen, so dass wir nicht nötig haben, etwas zu sagen. Denn sie selbst erzählen von uns, welchen Eingang wir bei euch hatten und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen
[4] Luk. 1,17 Und er wird vor ihm hergehen in dem Geist und der Kraft des Elia, um der Väter Herzen zu bekehren zu den Kindern und Ungehorsame zur Gesinnung von Gerechten, um dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten.
[5] Apg. 19,4 Paulus aber sprach: Johannes hat mit der Taufe der Buße getauft, indem er dem Volk sagte, dass sie an den glauben sollten, der nach ihm komme, das ist an Jesus.
[6] Apg. 2,38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
[7] Joh. 1,33 Und ich kannte ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, dieser ist es, der mit Heiligem Geist tauft.
[8] Matth. 21,26 Wenn wir aber sagen: von Menschen, so haben wir die Volksmenge zu fürchten, denn alle halten Johannes für einen Propheten.
[9] Röm 4,25 der unserer Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist.
[10] Röm. 6,3 Oder wißt ihr nicht, dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
[11] Hebr. 7,3 Ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlechtsregister, hat er weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens, er gleicht dem Sohn Gottes und bleibt Priester auf immerdar.
[12] Gal 3,7 Erkennet daraus: die aus Glauben sind, diese sind Abrahams Söhne.
[13] Gal 3,14 damit der Segen Abrahams in Christus Jesus zu den Nationen komme, damit wir die Verheißung des Geistes durch den Glauben empfingen.
[14] Apg. 2,39 Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, hinzurufen wird.
[15] 1.Petr. 3,21 Das Gegenbild [dazu] errettet jetzt auch euch, [das ist] die Taufe - nicht ein Ablegen der Unreinheit des Fleisches, sondern die Bitte an Gott um ein gutes Gewissen -, durch die Auferstehung Jesu Christi.
[16] Apg. 19,1-7 Es geschah aber, während Apollos in Korinth war, dass Paulus, nachdem er die höher gelegenen Gegenden durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und er fand einige Jünger und sprach zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid? Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben nicht einmal gehört, ob der Heilige Geist [überhaupt da] ist. Und er sprach: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber sagten: Auf die Taufe des Johannes. Paulus aber sprach: Johannes hat mit der Taufe der Buße getauft, indem er dem Volk sagte, dass sie an den glauben sollten, der nach ihm komme, das ist an Jesus. Als sie es aber gehört hatten, ließen sie sich auf den Namen des Herrn Jesus taufen; und als Paulus ihnen die Hände aufgelegt hatte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten. Es waren aber insgesamt etwa zwölf Männer.
[17] Matth. 28,19-20 Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr diese tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.
[18] Apg. 18,26 Und dieser fing an, freimütig in der Synagoge zu reden. Als aber Priscilla und Aquila ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes genauer aus.
[19] Hebr. 6,2 der Lehre von Waschungen und der Handauflegung, der Totenauferstehung und dem ewigen Gericht.
[20] Luk. 1,17 Und er wird vor ihm hergehen in dem Geist und der Kraft des Elia, um der Väter Herzen zu bekehren zu den Kindern und Ungehorsame zur Gesinnung von Gerechten, um dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten.
[21] Luk. 1,78 durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, mit der uns der Aufgang aus der Höhe besucht hat,
[22] Matth. 4,12 Als er aber gehört hatte, dass Johannes überliefert worden war, entwich er nach Galiläa;
[23] Hebr. 8,13 Indem er von einem `neuen [Bund] spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt; was aber alt ist und sich überlebt hat, ist dem Verschwinden nahe.
[24] Joh. 3,30 Er muß wachsen, ich aber abnehmen.
[25] Joh. 1,6-8 Da war ein Mensch, von Gott gesandt, sein Name Johannes. Dieser kam zum Zeugnis, dass er zeugte von dem Licht, damit alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern [er kam,] dass er zeugte von dem Licht.
[26] Luk. 1,77 um seinem Volk Erkenntnis des Heils zu geben in Vergebung ihrer Sünden,
[27] Apg 18,24-28 Ein Jude aber mit Namen Apollos, aus Alexandria gebürtig, ein beredter Mann, der mächtig war in den Schriften, kam nach Ephesus. Dieser war im Weg des Herrn unterwiesen, und, brennend im Geist, redete und lehrte er sorgfältig die Dinge von Jesus, obwohl er nur die Taufe des Johannes kannte. Und dieser fing an, freimütig in der Synagoge zu reden. Als aber Priscilla und Aquila ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes genauer aus. Als er aber nach Achaja reisen wollte, schrieben die Brüder den Jüngern und ermahnten sie, ihn aufzunehmen. denn kräftig widerlegte er die Juden öffentlich, indem er durch die Schriften bewies, dass Jesus der Christus sei.
[28] Apg 4,4 Viele aber von denen, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig; und die Zahl der Männer kam auf etwa fünftausend.
[29] Apg 2,41 Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan.
[30] Tit 3,5 errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit [vollbracht], wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes.
[31] Kol. 2,11 In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschehen ist, [sondern] im Ausziehen des fleischlichen Leibes, in der Beschneidung des Christus,
[32] Röm. 6,3-4 Oder wißt ihr nicht, dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.
[33] Röm. 6,4 So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.
[34] 1.Petr. 3,21 Das Gegenbild [dazu] errettet jetzt auch euch, [das ist] die Taufe - nicht ein Ablegen der Unreinheit des Fleisches, sondern die Bitte an Gott um ein gutes Gewissen -, durch die Auferstehung Jesu Christi.
[35] Joh 3,1-2 Es war aber ein Mensch aus den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Oberster der Juden.
Dieser kam zu ihm bei Nacht und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen, denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.
[36] Jes. 35,8 Und dort wird eine Straße sein und ein Weg, und er wird der heilige Weg genannt werden. Kein Unreiner wird darüber hinziehen, sondern er wird für sie sein. Wer auf dem Weg geht - selbst Einfältige werden nicht irregehen.
[37] Joh 3,3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.
[38] Hiob 7,1 Hat der Mensch nicht einen harten Dienst auf Erden, und sind seine Tage nicht wie die Tage eines Tagelöhners?
[39] Eph. 6,12 Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die Geister der Bosheit in der Himmelswelt.
[40] Jes 55,10.11 Denn wie der Regen fällt und vom Himmel der Schnee und nicht dahin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt, sie befruchtet und sie sprießen läßt, daß sie dem Sämann Samen gibt und Brot dem Essenden, so wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt, und ausführen, wozu ich es gesandt habe.
[41] Tit 3,5 errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit [vollbracht], wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes.
[42] 1.Kor 15,45 So steht auch geschrieben: `Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele, der letzte Adam zu einem lebendig machenden Geist.
[43] Joh. 1,13 die nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
[44] Hebr. 3,1 Daher, heilige Brüder, Teilhaber der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Jesus,
[45] Joh. 3,4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa zum zweiten Mal in den Leib seiner Mutter eingehen und geboren werden?
[46] 1.Joh. 3,2 Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist.
[47] Röm. 2,5 Nach deiner Störrigkeit und deinem unbußfertigen Herzen aber häufst du dir selbst Zorn auf für den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes,
[48] Matth. 6,20 sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost zerstören und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen;
[49] 1.Joh 3,9 Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist.
[50] 1.Joh. 5,4 Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.
[51] Tit 3,5 errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit [vollbracht], wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes.
[52] 1.Kor 15,46 Aber das Geistliche ist nicht zuerst, sondern das Natürliche, danach das Geistliche.
[53] 1.Mose 12,3 Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!
[54] Röm. 4,13 Denn nicht durch Gesetz wurde Abraham oder seiner Nachkommenschaft die Verheißung zuteil, dass er der Welt Erbe sein sollte, sondern durch Glaubensgerechtigkeit.
[55] Röm. 4,11 Und er empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er hatte, als er unbeschnitten war, damit er Vater aller sei, die im Unbeschnittensein glauben, damit ihnen die Gerechtigkeit zugerechnet werde;
[56] Hebr 3,19 Und wir sehen, dass sie wegen des Unglaubens nicht hineingehen konnten.
[57] Hebr. 8,6 Jetzt aber hat er einen vortrefflicheren Dienst erlangt, wie er auch Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund besserer Verheißungen gestiftet worden ist.
[58] Hebr. 8,10 Denn dies ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Meine Gesetze gebe ich in ihren Sinn und werde sie auch auf ihre Herzen schreiben; und ich werde ihnen Gott und sie werden mir Volk sein.
[59] Hebr. 8,2 als Diener des Heiligtums und des wahrhaftigen Zeltes, das der Herr errichtet hat, nicht ein Mensch.
[60] 1.Petr. 2,9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat;
[61] Hebr. 8,1 Die Hauptsache dessen aber, was wir sagen, ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät,
[62] Röm. 2,8 denen jedoch, die von Selbstsucht [bestimmt] und der Wahrheit ungehorsam sind, der Ungerechtigkeit aber gehorsam, Zorn und Grimm.
[63] Gal. 6,15-17 Denn weder Beschneidung noch Unbeschnittensein gilt etwas, sondern eine neue Schöpfung. Und so viele dieser Richtschnur folgen werden, Friede und Barmherzigkeit über sie und über das Israel Gottes!In Zukunft mache mir keiner Mühe, denn ich trage die Malzeichen Jesu an meinem Leib.
[64] Hebr 4,9.10 Also bleibt noch eine Sabbatruhe dem Volk Gottes übrig. Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ist auch zur Ruhe gelangt von seinen Werken, wie Gott von seinen eigenen.
[65] Kol. 2,11-12 In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschehen ist, [sondern] im Ausziehen des fleischlichen Leibes, in der Beschneidung des Christus, mit ihm begraben in der Taufe, in ihm auch mitauferweckt durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat.
[66] Joh. 7,22 Mose gab euch die Beschneidung - nicht dass sie von Mose sei, sondern von den Vätern -, und am Sabbat beschneidet ihr einen Menschen.
[67] 1.Mose 17,10 Dies ist mein Bund, den ihr halten sollt, zwischen mir und euch und deinen Nachkommen nach dir: alles, was männlich ist, soll bei euch beschnitten werden;
[68] Joh. 1,13 die nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
[69] Gal. 3,28 Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.
[70] Apg. 8,12 Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reich Gottes und dem Namen Jesu Christi verkündigte, wurden sie getauft, sowohl Männer als Frauen.
[71] 2.Tim. 2,19 Doch der feste Grund Gottes steht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt, die sein sind; und: Jeder, der den Namen des Herrn nennt, stehe ab von der Ungerechtigkeit!
[72] Röm. 2,29 sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und Beschneidung [ist die] des Herzens, im Geist, nicht im Buchstaben. Sein Lob kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.
[73] Hes. 16,4 Und [was] deine Geburt [betrifft]: an dem Tag, als du geboren wurdest, wurde deine Nabelschnur nicht abgeschnitten, und du wurdest nicht mit Wasser abgewaschen zur Reinigung und nicht mit Salz abgerieben und nicht in Windeln gewickelt.
[74] 1.Kor. 12,13 Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden.
[75] Gal 3,16 Dem Abraham aber wurden die Verheißungen zugesagt und seiner Nachkommenschaft. Er spricht nicht: `und seinen Nachkommen von vielen, sondern von einem: `und deinem Nachkommen, [und] der ist Christus.
[76] Gal 3,29 Wenn ihr aber des Christus seid, so seid ihr damit Abrahams Nachkommenschaft [und] nach Verheißung Erben.
[77] Eph. 2,2 in denen ihr einst wandeltet gemäß dem Zeitlauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten der Macht der Luft, des Geistes, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt.
[78] Röm. 4,13 Denn nicht durch Gesetz wurde Abraham oder seiner Nachkommenschaft die Verheißung zuteil, dass er der Welt Erbe sein sollte, sondern durch Glaubensgerechtigkeit.
[79] Röm. 8,17 Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden.
[80] Kol 2,11 In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschehen ist, [sondern] im Ausziehen des fleischlichen Leibes, in der Beschneidung des Christus,
[81] 1.Petr. 3,21 Das Gegenbild [dazu] errettet jetzt auch euch, [das ist] die Taufe - nicht ein Ablegen der Unreinheit des Fleisches, sondern die Bitte an Gott um ein gutes Gewissen -, durch die Auferstehung Jesu Christi.
[82] Röm. 5,17 Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden viel mehr die, welche die Überschwenglichkeit der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.
[83] Röm. 6,17-18 Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde wart, aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Bild der Lehre, dem ihr übergeben worden seid! Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden.
[84] Joh. 3,36 Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.
[85] 2.Petr. 1,4 durch die er uns die kostbaren und größten Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch sie Teilhaber der göttlichen Natur werdet, die ihr dem Verderben, das durch die Begierde in der Welt ist, entflohen seid:
[86] 1.Kor 10,2 und alle in der Wolke und im Meer auf Mose getauft wurden
[87] Offb. 15,2-3 Und ich sah [etwas] wie ein gläsernes Meer, mit Feuer gemischt, und [sah] die Überwinder über das Tier und über sein Bild und über die Zahl seines Namens an dem gläsernen Meer stehen, und sie hatten Harfen Gottes. Und sie singen das Lied Moses, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes und sagen: Groß und wunderbar [sind] deine Werke, Herr, Gott, Allmächtiger! Gerecht und wahrhaftig [sind] deine Wege, o König der Nationen!
[88] Gal. 3,12 Das Gesetz aber ist nicht aus Glauben, sondern: `Wer diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.
[89] Apg. 2,38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
[90] Apg. 2,40 Und mit vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie und sagte: Laßt euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!
[91] Gal. 3,12 Das Gesetz aber ist nicht aus Glauben, sondern: `Wer diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.
[92] Eph. 2,10 Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.
[93] Röm. 8,4 damit die Rechtsforderung des Gesetzes erfüllt wird in uns, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist wandeln.
[94] Apg. 2,38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
[95] Phil. 3,7-9 Aber was auch immer mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust geachtet; ja wirklich, ich achte auch alles für Verlust um der unübertrefflichen Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, willen, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe und es für Dreck achte, damit ich Christus gewinne und in ihm erfunden werde - indem ich nicht meine Gerechtigkeit habe, die aus dem Gesetz ist, sondern die durch den Glauben an Christus, die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens -,
[96] Röm. 6,11 So auch ihr, haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus.
[97] Röm. 7,4 So seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, um eines anderen zu werden, des aus den Toten Auferweckten, damit wir Gott Frucht brächten.
[98] Röm. 6,3-4 Oder wißt ihr nicht, dass wir, so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.
[99] Apg. 8,4-13 Die Zerstreuten nun gingen umher und verkündigten das Wort. Philippus aber ging hinab in eine Stadt Samarias und predigte ihnen den Christus. Die Volksmengen achteten einmütig auf das, was von Philippus geredet wurde, indem sie zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat. Denn von vielen, die unreine Geister hatten, fuhren sie aus, mit lauter Stimme schreiend; und viele Gelähmte und Lahme wurden geheilt. Und es war große Freude in jener Stadt.Ein Mann aber, mit Namen Simon, befand sich vorher in der Stadt, der trieb Zauberei und brachte das Volk von Samaria außer sich, indem er von sich selbst sagte, dass er etwas Großes sei; dem hingen alle, vom Kleinen bis zum Großen, an und sagten: Dieser ist die Kraft Gottes, die man die große nennt. Sie hingen ihm an, weil er sie lange Zeit mit den Zaubereien außer sich gebracht hatte. Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reich Gottes und dem Namen Jesu Christi verkündigte, wurden sie getauft, sowohl Männer als Frauen. Auch Simon selbst glaubte, und als er getauft war, hielt er sich zu Philippus; und als er die Zeichen und großen Wunder sah, die geschahen, geriet er außer sich.
[100] Kol. 2,15 er hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt. In ihm hat er den Triumph über sie gehalten.
[101] Jes. 53,6 Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen [eigenen] Weg; aber der HERR ließ ihn treffen unser aller Schuld. -
[102] Matth. 16,24 Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach.
[103] Apg. 1,8 Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.
[104] Röm. 8,18 Denn ich denke, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.
[105] 1.Petr. 3,21 Das Gegenbild [dazu] errettet jetzt auch euch, [das ist] die Taufe - nicht ein Ablegen der Unreinheit des Fleisches, sondern die Bitte an Gott um ein gutes Gewissen -, durch die Auferstehung Jesu Christi.
[106] 1.Petr. 3,18 Denn es ist auch Christus einmal für Sünden gestorben, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe, zwar getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist.
[107] 1.Petr. 4,1 Da nun Christus im Fleisch gelitten hat, so waffnet auch ihr euch mit demselben Sinn - denn wer im Fleisch gelitten hat, hat mit der Sünde abgeschlossen -,
[108] 1.Kor. 15,38 Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er gewollt hat, und jedem der Samen seinen eigenen Leib.
[109] 2.Kor. 4,16 Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert.
[110] Röm. 9,30 Was wollen wir nun sagen? Dass die Nationen, die nicht nach Gerechtigkeit strebten, Gerechtigkeit erlangt haben, eine Gerechtigkeit aber, die aus Glauben ist;
[111] Joh. 14,12 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe.
[112] Apg. 10,38 Jesus von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat, der umherging und wohltat und alle heilte, die von dem Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm.
[113] Matth. 6,20 sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost zerstören und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen;
[114] Offb. 3,12 Wer überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen.
[115] Kol. 1,13 und uns errettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe.
[116] Luk. 24,49 und siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch. Ihr aber, bleibt in der Stadt, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe.
[117] Hebr 6,1-2 Deshalb wollen wir das Wort vom Anfang des Christus lassen und uns der vollen Reife zuwenden und nicht wieder einen Grund legen mit der Buße von toten Werken und dem Glauben an Gott, der Lehre von Waschungen und der Handauflegung, der Totenauferstehung und dem ewigen Gericht.
[118] Matth. 3,16 Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, die Himmel wurden [ihm] aufgetan, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und auf ihn kommen.
[119] Mark. 1,10 Und sobald er aus dem Wasser heraufstieg, sah er die Himmel sich teilen und den Geist wie eine Taube auf ihn herabfahren.
[120] Hebr. 6,5 und das gute Wort Gottes und die Kräfte des zukünftigen Zeitalters geschmeckt haben
[121] Matth. 12,28 Wenn ich aber durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch gekommen.
[122] Apg. 2,33 Nachdem er nun durch die Rechte Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes vom Vater empfangen hat, hat er dieses ausgegossen, was ihr seht und hört.
[123] Apg. 2,1 Und als der Tag des Pfingstfestes erfüllt war, waren sie alle an einem Ort beisammen.
[124] Luk. 24,53 und sie waren allezeit im Tempel und priesen Gott.
[125] Apg. 2,2.3 Und plötzlich geschah aus dem Himmel ein Brausen, als führe ein gewaltiger Wind daher, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden einzelnen von ihnen.
[126] Eph. 2,6.7 Er hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeitaltern den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erwiese in Christus Jesus.
[127] Joh. 1,12 so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben;
[128] Matth. 3,11 Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen;
[129] 1.Kor. 14,22 Daher sind die Sprachen zu einem Zeichen, nicht für die Glaubenden, sondern für die Ungläubigen; die Weissagung aber nicht für die Ungläubigen, sondern für die Glaubenden.
[130] Apg. 8,12 Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reich Gottes und dem Namen Jesu Christi verkündigte, wurden sie getauft, sowohl Männer als Frauen.
[131] Apg 21,5 Als wir aber die Tage vollendet hatten, zogen wir fort und reisten weiter; und sie alle geleiteten uns mit Frauen und Kindern bis außerhalb der Stadt; und wir knieten am Ufer nieder und beteten.
[132] Hebr. 10,22 so laßt uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewißheit des Glaubens, die Herzen besprengt [und damit gereinigt] vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.
[133] 2.Tim. 3,17 damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig zugerüstet.
[134] Röm. 10,17 Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi.
[135] Joh. 1,12 so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben;
[136] Apg. 2,41 Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan.
[137] Apg. 16,33 Und er nahm sie in jener Stunde der Nacht zu sich und wusch ihnen die Striemen ab; und er ließ sich taufen und alle die Seinen sogleich.
[138] Hebr. 6,1 Deshalb wollen wir das Wort vom Anfang des Christus lassen und uns der vollen Reife zuwenden und nicht wieder einen Grund legen mit der Buße von toten Werken und dem Glauben an Gott,
[139] Joh. 3,23 Aber auch Johannes taufte zu Änon, nahe bei Salim, weil dort viel Wasser war; und sie kamen hin und wurden getauft.
[140] Mark. 16,17 Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden,
[141] Apg. 3,16 Und durch den Glauben an seinen Namen hat sein Name diesen, den ihr seht und kennt, stark gemacht; und der durch ihn [bewirkte] Glaube hat ihm diese vollkommene Gesundheit gegeben vor euch allen.
[142] Apg. 4,17 Aber damit es nicht weiter unter dem Volk ausgebreitet werde, laßt uns sie ernstlich bedrohen, dass sie nicht mehr in diesem Namen zu irgendeinem Menschen reden.
[143] Apg. 22,16 Und nun, was zögerst du? Steh auf, laß dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst.
[144] Apg. 2,38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
[145] 1.Joh. 5,7 Denn es sind drei, die [es] bezeugen:
[146] Joh. 4,24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.
[147] Joh. 14,23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.
[148] Joh. 5,43 Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht auf; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen.
[149] Joh. 10,25 Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich in dem Namen meines Vaters tue, diese zeugen von mir;
[150] Apg. 2,38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
[151] Apg. 8,16 denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus.
[152] Apg. 19,5 Als sie es aber gehört hatten, ließen sie sich auf den Namen des Herrn Jesus taufen;
[153] Apg. 10,48 Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen Jesu Christi. Dann baten sie ihn, einige Tage zu bleiben.
[154] Matth. 11,27 Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater als nur der Sohn, und wem der Sohn ihn offenbaren will.
[155] 2.Kor. 6,17-18 Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt Unreines nicht an, und ich werde euch annehmen
und werde euch ein Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.
[156] 2.Kor. 3,17 Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, ist Freiheit.
[157] Apg. 1,8 Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.
[158] Joh. 14,8-9 Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns. Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige uns den Vater?
[159] Matth 28,19 Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr diese tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
[160] Apg. 19,5 Als sie es aber gehört hatten, ließen sie sich auf den Namen des Herrn Jesus taufen;
[161] Joh. 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.
[162] 1.Petr. 2,5 laßt euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott wohlannehmbar durch Jesus Christus.
[163] Luk. 24,49 und siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch. Ihr aber, bleibt in der Stadt, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe.
[164] Matth. 3,11 Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen;
[165] Offb. 3,19 Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe. Sei nun eifrig und tu Buße!
[166] Apg. 10,38 Jesus von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat, der umherging und wohltat und alle heilte, die von dem Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm.
[167] Matth. 4,10 Da spricht Jesus zu ihm: Geh hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: `Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.
[168] Luk. 4,30 Er aber schritt durch ihre Mitte hindurch und ging weg.
[169] Joh. 14,30 Ich werde nicht mehr vieles mit euch reden, denn der Fürst der Welt kommt und hat nichts in mir;
[170] Phil. 2,7 Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch erfunden,
[171] Ps. 22,14 Sie haben ihr Maul gegen mich aufgesperrt, [wie] ein Löwe, reißend und brüllend.
[172] Röm 4,25 der unserer Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist.
[173] Röm 1,24 Darum hat Gott sie dahingegeben in den Begierden ihrer Herzen in Unreinheit, ihre Leiber untereinander zu schänden,
Röm 1,26 Deswegen hat Gott sie dahingegeben in schändliche Leidenschaften. Denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr in den unnatürlichen verwandelt,
Röm 1,28 Und wie sie es nicht für gut fanden, Gott in der Erkenntnis festzuhalten, hat Gott sie dahingegeben in einen verworfenen Sinn, zu tun, was sich nicht geziemt:
[174] Kol. 2,15 er hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt. In ihm hat er den Triumph über sie gehalten.
[175] Mark. 9,49 Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden.
[176] Offb. 3,18 rate ich dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen, damit du reich wirst; und weiße Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst.
[177] Mal. 3,2-3 Wer aber kann den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen bei seinem Erscheinen? Denn er wird wie das Feuer eines Schmelzers und wie das Laugensalz von Wäschern sein. Und er wird sitzen und das Silber schmelzen und reinigen, und er wird die Söhne Levi reinigen und sie läutern wie Gold und wie Silber, so dass sie [Männer] werden, die dem HERRN Opfergaben in Gerechtigkeit darbringen.
[178] 1.Petr. 4,12.13 Geliebte, laßt euch durch das Feuer [der Verfolgung] unter euch, das euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes; sondern freut euch, insoweit ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid, damit ihr euch auch in der Offenbarung seiner Herrlichkeit mit Frohlocken freut.
[179] 1.Petr. 4,17 Denn die Zeit [ist gekommen], dass das Gericht anfange beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, was [wird] das Ende derer [sein], die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen?
[180] Hos 4,6 Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis. Weil du die Erkenntnis verworfen hast, so verwerfe ich dich, dass du mir nicht mehr als Priester dienst. Du hast das Gesetz deines Gottes vergessen, so vergesse auch ich deine Kinder.
[181] Röm. 8,29 Denn die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.
[182] Joe 2,11 Und der HERR läßt vor seiner Heeresmacht her seine Stimme erschallen, denn sein Heerlager ist sehr groß, denn der Vollstrecker seines Wortes ist mächtig. Denn groß ist der Tag des HERRN und sehr furchtbar. Und wer kann ihn ertragen?
[183] Matth. 3,12 seine Worfschaufel ist in seiner Hand, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.
[184] 2.Petr. 2,9 der Herr weiß die Gottseligen aus der Versuchung zu retten, die Ungerechten aber aufzubewahren auf den Tag des Gerichts, wenn sie bestraft werden;
[185] Offb. 22,11 Wer unrecht tut, tue noch unrecht, und der Unreine verunreinige sich noch, und der Gerechte übe noch Gerechtigkeit, und der Heilige heilige sich noch.
[186] Offb. 19,20 Und es wurde ergriffen das Tier und der falsche Prophet - der mit ihm war und die Zeichen vor ihm tat, durch die er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen und sein Bild anbeteten -, lebendig wurden die zwei in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt.
[187] Offb. 20,14 Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee.
[188] Matth. 25,41 Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!
[189] Offb. 3,21 Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.
[190] Matth. 18,6 Wenn aber jemand einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Anlaß zur Sünde gibt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.
[191] Matth. 19,14 Jesus aber sprach: Laßt die Kinder, und wehrt ihnen nicht, zu mir zu kommen, denn solcher ist das Reich der Himmel.
[192] 1.Tim. 3,15 wenn ich aber zögere, damit du weißt, wie man sich verhalten muß im Hause Gottes, das die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit.
[193] Luk. 2,22 Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Moses vollendet waren, brachten sie ihn nach Jerusalem hinauf, um ihn dem Herrn darzustellen
[194] 2.Mose 29,2 dazu ungesäuertes Brot und ungesäuerte, mit Öl gemengte Kuchen sowie ungesäuerte, mit Öl bestrichene Fladen; aus Weizengrieß sollst du sie machen.
[195] 2.Mose 29,28 Und es soll Aaron und seinen Söhnen zukommen als eine ewige Ordnung bei den Söhnen Israel, denn es ist ein Hebopfer, und ein Hebopfer soll es sein bei den Söhnen Israel, ihr Hebopfer von ihren Heilsopfern: für den HERRN.
[196] 3.Mose 8,30-31 Und Mose nahm von dem Salböl und von dem Blut, das auf dem Altar war, und sprengte es auf Aaron, auf seine Kleider sowie auf seine Söhne und auf die Kleider seiner Söhne mit ihm; und er heiligte Aaron, seine Kleider und seine Söhne und die Kleider seiner Söhne mit ihm.Und Mose sagte zu Aaron und zu seinen Söhnen: Kocht das Fleisch am Eingang des Zeltes der Begegnung! Ihr sollt es dort essen und das Brot, das im Korb des Einweihungsopfers ist, ganz wie ich geboten habe: Aaron und seine Söhne sollen es essen.
[197] 3.Mose 23,11 Und er soll die Garbe vor dem HERRN schwingen zum Wohlgefallen für euch; am andern Tag nach dem Sabbat soll der Priester sie schwingen.
[198] 3.Mose 23,20 Und der Priester soll sie schwingen mit dem Erstlingsbrot als Schwingopfer vor dem HERRN, mit den zwei Lämmern; sie sollen dem HERRN heilig sein für den Priester.
[199] Matth. 18,10 Seht zu, dass ihr nicht eines dieser Kleinen verachtet; denn ich sage euch, dass ihre Engel in den Himmeln allezeit das Angesicht meines Vaters schauen, der in den Himmeln ist.
[200] Hebr. 1,14 Sind sie nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil erben sollen?
[201] 2.Mose 3,6 Dann sprach er: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht, denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
[202] Hebr. 11,25 und zog es vor, [lieber] mit dem Volk Gottes Ungemach zu leiden, als den zeitlichen Genuß der Sünde zu haben,
[203] 1.Sam. 15,23 Denn Widerspenstigkeit ist eine Sünde [wie] Wahrsagerei, und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du das Wort des HERRN verworfen hast, so hat er dich auch verworfen, dass du nicht mehr König sein sollst.
[204] Matth. 3,15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt [so sein]; denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Dann läßt er es ihm zu.
[205] Tit 3,5 errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit [vollbracht], wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes.
[206] 1.Kor. 15,46 Aber das Geistliche ist nicht zuerst, sondern das Natürliche, danach das Geistliche.
[207] Kol. 2,11 In ihm seid ihr auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschehen ist, [sondern] im Ausziehen des fleischlichen Leibes, in der Beschneidung des Christus,
[208] Kol. 2,12 mit ihm begraben in der Taufe, in ihm auch mitauferweckt durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat.
[209] Mark. 16,16 Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden; wer aber nicht gläubig geworden ist, wird verdammt werden.
[210] Mark. 10,13-16 Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrührte. Die Jünger aber fuhren sie an. Als aber Jesus es sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Laßt die Kinder zu mir kommen! Wehrt ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht aufnimmt wie ein Kind, wird dort nicht hineinkommen. Und er nahm sie auf seine Arme, legte die Hände auf sie und segnete sie.
[211] Joh. 4,2 - obgleich Jesus selbst nicht taufte, sondern seine Jünger -,
[212] 1.Kor. 11,29 Denn wer ißt und trinkt, ißt und trinkt sich selbst Gericht, wenn er den Leib [des Herrn] nicht [richtig] beurteilt.
[213] Mark. 1,9 Und es geschah in jenen Tagen: Jesus kam von Nazareth in Galiläa und wurde von Johannes im Jordan getauft.
[214] Joh. 3,23 Aber auch Johannes taufte zu Änon, nahe bei Salim, weil dort viel Wasser war; und sie kamen hin und wurden getauft.
[215] Apg. 8,36 Als sie aber auf dem Weg fortzogen, kamen sie an ein Wasser. Und der Kämmerer spricht: Siehe, [da ist] Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden? (37)
[216] Apg. 8,38 Und er befahl, den Wagen anzuhalten. Und sie stiegen beide in das Wasser hinab, sowohl Philippus als der Kämmerer; und er taufte ihn.
[217] Apg. 8,39 Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus; und der Kämmerer sah ihn nicht mehr, denn er zog seinen Weg mit Freuden.
[218] Apg. 8,12 Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reich Gottes und dem Namen Jesu Christi verkündigte, wurden sie getauft, sowohl Männer als Frauen.
[219] Apg 10,44-48 Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, so viele ihrer mit Petrus gekommen waren, gerieten außer sich, dass auch auf die Nationen die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen worden war; denn sie hörten sie in Sprachen reden und Gott erheben. Dann antwortete Petrus: Könnte wohl jemand das Wasser verwehren, dass diese nicht getauft würden, die den Heiligen Geist empfangen haben wie auch wir? Und er befahl, dass sie getauft würden im Namen Jesu Christi. Dann baten sie ihn, einige Tage zu bleiben.
[220] Apg. 10,2 fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus, der dem Volk viele Almosen gab und allezeit zu Gott betete -
[221] Apg. 11,14 der wird Worte zu dir reden, durch die du errettet werden wirst, du und dein ganzes Haus.
[222] Apg. 10,24 und am folgenden Tag kamen sie nach Cäsarea. Kornelius aber, der seine Verwandten und nächsten Freunde zusammengerufen hatte, erwartete sie.
[223] Apg 16,14-15 Und eine Frau mit Namen Lydia, eine Purpurkrämerin aus der Stadt Thyatira, die Gott anbetete, hörte zu, deren Herz tat der Herr auf, dass sie achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde. Als sie aber getauft worden war und ihr Haus, bat sie und sagte: Wenn ihr urteilt, dass ich an den Herrn gläubig sei, so kehrt in mein Haus ein und bleibt. Und sie nötigte uns.
[224] Apg 16,40 Als sie aber aus dem Gefängnis herausgegangen waren, gingen sie zu Lydia; und als sie die Brüder gesehen hatten, ermahnten sie sie und zogen weg.
[225] Apg 18,8 Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge, glaubte an den Herrn mit seinem ganzen Haus; und viele Korinther, die hörten, wurden gläubig und ließen sich taufen.
[226] 1.Kor. 1,16 Ich habe aber auch das Haus des Stephanas getauft; sonst weiß ich nicht, ob ich noch jemand getauft habe.
[227] 1.Kor. 16,15.16 Ich ermahne euch aber, Brüder: Ihr kennt das Haus des Stephanas, dass es der Erstling von Achaja ist und dass sie sich in den Dienst für die Heiligen gestellt haben; dass auch ihr euch solchen unterordnet und jedem, der mitwirkt und sich abmüht.