Wort, Glaube, Zeichen
"Du sollst den Herrn, deinen Gott nicht versuchen".
Matthäus 4,7
Auf dem Tempelplatz hielten sich stets große Menschenmengen auf. Eine gewaltige Gelegenheit für Jesus also, um all diesen Menschen zu beweisen, dass er der Sohn Gottes sei. Wenn er nur einmal von dem Tempeldach springen würde, ohne sich einen Fuß zu verletzen, dann würde die Menge nicht mehr an seiner Göttlichkeit zweifeln.
Das war zumindest die Lüge, mit der der Teufel den Heiland versuchte. Aber Jesus gab darauf eine großartige Antwort. Er machte mit einer Aussage von Mose aus 5. Mose 6,16 Satans Betrug ein Ende: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen, wie du dies bei Massa getan hast".
Der große Unglaube, der sich in Massa zeigte, bestand darin, dass das Volk daran zweifelte, dass der Herr in ihrer Mitte war. Sie sollten später dann doch einen Beweis davon sehen. So stellten sie Gott auf die Probe und sagten: "Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?" (2. Mose 17,7)
Genauso greift der Teufel oft die Gläubigen an. Sie zweifeln. Zweifeln an der Treue und Nähe des Herrn. Als Beweis, dass der Herr mit ihnen ist, wollen sie dann doch einmal ein Zeichen sehen.
Jesus wollte sich den Menschen gegenüber nicht als Sohn Gottes offenbaren, indem er von dem Tempeldach springt. Auch wir sollten den Herrn nicht versuchen, indem wir allerlei Zeichen suchen, worauf wir dann unseren Glauben aufbauen könnten. Das Fundament unseres Glaubens wird durch das Wort Gottes und nicht durch Zeichen gebaut. Es ist die Predigt, die uns zum Glauben bringt. Die Zeichen gehen nicht dem Glauben voraus, sondern folgen denen, die glauben.
In Massa und Meriba wollte das Volk einmal sehen, ob Gott ihnen in ihren Nöten helfen konnte und wollte. Das wollten sie dann als einen Beweis ansehen, um an ihn glauben und ihm vertrauen zu können. Darin zeigte sich ihr Unglaube.
Wir müssen Gott durch das Wort glauben, das er uns verkündigt hat. Jesus will nicht, dass wir ihm nachfolgen, weil er vom Tempeldach springen könnte, ohne sich zu verletzen. Der Herr tut keine Wunder, um uns zu überzeugen, sondern um uns in unseren Nöten zu helfen. Deswegen gab er Wasser, als die Menschen Durst hatten, und Brot als sie Hunger hatten. Aber sogar als der Herr in allen Nöten reichlich geholfen hatte, war das für das Volk noch kein Grund, um zu glauben. Sogar als sie Gott versuchten und auf die Probe stellten und Gott darauf einging, kamen sie was ihren Glauben angeht nicht weiter.
Als Jesus bei der ersten Versuchung dem Teufel antwortete, dass der Mensch aus jeglichem Worte leben soll, das aus dem Munde Gottes kommt, wollte ihn der Satan auf eine andere Weise verführen. "Versuche die Menschen durch spektakuläre Machtbeweise auf deine Seite zu bekommen", ist eine Losung, die heutzutage noch sehr wohl gehört wird. Jesus ging auch auf diese Verführung nicht ein. Es hätte die Menschen doch nicht zum Glauben gebracht.
Die Wahrheit predigen ist die einzige Basis für diejenigen, die glauben. Die wahre Reihenfolge ist also: Wort, Glaube, Zeichen.