Höre, damit deine Seele lebe
"Guter Boden ist die Basis für Frucht"
Lukas 8,15
Im Allgemeinen wird regelmäßig dafür gebetet, dass der Herr die Lippen derjenigen salbt, die sein Wort bringen. Dies wird von allen, die im Dienst des Wortes stehen, sehr hoch angerechnet. Aber es scheint manchmal, dass alles vom Prediger abhinge. Oder die gesamte Verantwortung für das geistliche Leben der Kinder Gottes und das Wachstum der Gemeinde ruhe auf dem "gesalbten Prediger". Deswegen müssen die Prediger immer wieder "etwas neues" bringen. Stets eine Botschaft, die noch kräftiger in die Zuhörer eindringt.
Das Gleichnis vom Sämann zeigt uns in dieser Hinsicht eine besonders überraschende Wahrheit. Das ganze Problem des Fruchttragens lag laut Jesus nicht bei dem Sämann (der Prediger) noch bei der Saat (das Wort Gottes). Der entscheidende Faktor war der Boden, worauf die Saat fiel. Man sollte also vielmehr für den Boden als für den Sämann und die Saat beten. Es ist mehr Fürbitte für die Ohren der Zuhörer nötig als für die Lippen der Redner. Das Problem des Fruchttragens lösen wir nicht mit mehr und besseren Rednern, die noch schöner und kräftiger reden können, als die vor ihnen. Fruchttragen hängt von der Bereitwilligkeit ab, um mit einem offenen Herzen nach der Stimme Gottes zu hören. Wer ein Ohr hat, der höre.
In dem Gleichnis war nur von einer Art Samen die Rede. Aber da waren verschiedene Bodensorten, worauf der Samen fiel. Der Sämann hatte nur den Auftrag, den guten Samen überall auszustreuen. Ob der Samen aufging oder nicht, hing nicht davon ab, ob er mit noch schöneren oder besseren Samen arbeiten konnte. Nein, ob und wie die Saat aufging, hing vom Boden ab.
Der Boden verändert sich nicht durch die Saat, die hineinfällt. Guter Boden ist eine Bedingung, die gestellt wird. Falls diese fehlt, erreichen sogar die besten Kanzelredner und die durch Gott gesalbten Prediger kein Ergebnis.
In einem Herzen, worin der Glaube durch Sorgen und Schwierigkeiten erstickt wird, beispielsweise während Versuchungen, kommt kein gutes Gewächs zur Entwicklung. Wenn das Ohr mit Kritik und Vorurteilen verstopft ist, kann die beste Saat nicht einmal keimen, geschweige denn zum Wachstum und zur Blüte kommen. Jesus sagt in Lukas 8,15, dass das Wort bei denen Frucht trägt, die es mit einem guten und redlichen Herzen hören und mit Ausharren festhalten.
Deswegen können wir nur schwer den Predigern die Schuld geben, wenn es in unserem Leben nur wenig Frucht gibt. Wenn wir unsere Herzen besser auf die Stimme des Herrn abstimmen und darauf hören würden, dann würde jede Wahrheit von Gottes Wort in unserem Leben hundertfache Frucht tragen.
Es läuft also darauf hinaus, dass sich nicht nur die Prediger auf die Botschaft, die sie bringen, vorbereiten müssen, sondern auch diejenigen, die hören. Diese müssen mit einem zubereiteten Herzen kommen.