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Gut reagieren

"Behüte dein Herz über alles was zu be­wahren ist".

Sprüche 4,23

 

Das Wichtigste für unser geistliches Leben ist nicht, dass wir immer von jedermann gerecht und liebevoll behandelt werden. Auch nicht, dass Menschen, die uns Unrecht zugefügt haben, auf uns zu kommen, um dies zu bekennen und wieder gut ­zumachen.

Natürlich ist es herrlich, wenn diese Dinge im Licht von Gottes Geist gelöst werden, wenn wir rehabilitiert wer­den oder Recht bekommen (sofern wir das tatsächlich haben). Aber das ist es nicht, wodurch wir geistlich vorwärts und näher zu dem Herrn kommen. Viel wichtiger ist, dass wir ler­nen, stets ein reines Herz zu haben, ein Herz, das frei ist von Bit­terkeit, Groll und Neid. Die reinen Herzens sind, werden Gott sehen. (Matthäus 5,8). Schließlich vergeben wir den Menschen nicht, weil sie das verdienen, sondern weil wir, wenn wir dem anderen nicht vergeben, selbst weiterhin mit Bitterkeit in unserem Herzen herumlaufen. Die Folge wird sein, dass wir geistlich dahinsiechen. "Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himm­lischer Vater auch euch vergeben; wenn ihr aber den Menschen ihre Vergehungen nicht vergebt, so wird euer Vater auch eure Vergehungen nicht vergeben". (Matthäus 6,14,15).

Durch eine verletzte Seele und einen Geist voller Selbst­mitleid fügen wir uns selbst mehr Schaden zu, als durch das Erfahren von Unrecht, das uns andere Menschen antun. Unser geistliches Leben stagniert dann auch nicht deshalb, weil uns andere schlecht behandeln, sondern durch unsere falsche Reaktion darauf. Nämlich, wenn wir unsere Gedanken vom Teu­fel beeinflussen lassen. Unser geistliches Leben wird mehr geschädigt, indem wir anderen Menschen Vorwürfe machen und durch die falsche Gesinnung von "nicht vergeben wollen", als durch das Unrecht, das wir erleiden.

Manchmal denken wir, dass wir in der Versuchung nicht ge­sündigt hätten, weil wir anderen kein Unrecht angetan haben. Aber sogar dann, wenn wir keine verkehrten Dinge tun, aber in unserem Denken doch verkehrt reagieren, hat der Teufel bereits sein Ziel erreicht.

Darum ist für alle, die dem Herrn dienen, wichtig, sich über bestimmte Enttäuschungen und Ungerechtigkeiten hinweg­setzen zu können. Denn auch wenn wir nicht in diesem Sinne fallen, dass wir in Bezug auf unsere Geschwister Fehler mach­en, kann doch der Böse in unserem Leben eine Hintertür finden. Dies liegt dann nicht an unseren verkehrten 'Aktion­en', sondern an unseren falschen 'Re-Aktionen'!

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