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Doppelte Arbeit

"Ich danke Gott, dass ich mehr in Zungen rede als ihr alle".

"Ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle".

1.Korinther 14,18 und 15,10

 

In seinem Gespräch mit der samaritischen Frau bot Jesus ihr lebendiges Wasser an. Die Frau war sofort besonders an diesem wunderlichen Wasser interessiert. Und zwar wegen einem sehr einfachen, aber praktischen Grund: "Damit ich nicht hierher zu kommen brauche, um Wasser zu schöpfen." (Johannes 4,15). Um also eine Menge Arbeit zu ersparen!

Seitdem verlangen viele nach dem lebendigen Wasser, dem Heiligen Geist, aus dem gleichen Grund. "Sobald die Kraft des Geistes über uns kommt, wird unsere Aufgabe immer viel bequemer". So wird oft gedacht und gesprochen, "dann werden wir mit weniger Einsatz mehr tun können". "Die Arbeit des Herrn wird dann von unserer Seite aus nicht mehr so viel Hingabe und Ausharren erfordern". Mit anderen Worten: "Der Herr tut seine Arbeit selber und wir genießen mehr unsere Ruhe und Bequemlichkeit". Mit dem lebendigen Wasser erspart man sich auf diese Weise viel Arbeit.

Wir hören die Menschen dann auch oft beten, dass sie alles dem Herrn überlassen und aus sich selbst nichts tun wollen. Ist dies richtig? Auf den ersten Blick erscheint dies als ein weit entwickelter Grad an Hingabe und Abhängigkeit. Die Gefahr ist nur, dass wir die Dinge Gott überlassen, die wir selbst in seinem Auftrag tun sollten. Die Bibel sagt zum Beispiel, dass der Heilige Geist für uns mit unaussprechli­chem Seufzen fleht. (Römer 8,26). Aber bedeutet dies, dass wir nicht mehr selbst zu beten brauchen? Im Gegenteil! Lies mal Epheser 6,18: "Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist".

Der Heilige Geist ist auch derjenige, der die Welt von Sünde und Gerechtigkeit überzeugt. (Johannes 16,8). Aber dies enthebt uns nicht von dem Auftrag, den Jesus seiner Gemeinde gab: "Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung". (Markus 16,15). Der Hei­lige Geist ist uns nicht gegeben worden, um uns Arbeit zu ersparen. Er schaltet uns nicht aus. Er schaltet uns gera­dezu ein! In all der Arbeit des Geistes bezieht Gott seine Kinder mit ein.

Wie geht das? Um die Wahrheit zu sagen: die samaritische Frau verdoppelte ihren Einsatz, nachdem sie das lebendige Wasser empfangen hatte. An diesem Tag legte sie die Strecke von der Stadt zum Brunnen zweimal zurück. Zuerst ging sie hin, um den Menschen von Jesus zu erzählen, dann musste sie noch einmal den gleichen Weg zurückgehen, um ihren Krug zu holen.

Sogar die Gnadengaben erleichtern nicht unseren Auftrag. Paulus, der dem Herrn dankte, dass er mehr als andere in Zungen redete, sagte einmal: "Ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle." Dies muss deutlich sein: Wenn wir das Vor­recht haben, uns immer wieder geistlich aufzubauen, indem wir zum Beispiel die Geistesgaben aktiv gebrauchen, muss sich dies darin zeigen, dass wir mehr in der Praxis für den Herrn beschäftigt sind.

Sind wir jedoch darauf aus, unseren Auftrag zu erleichtern und unsere Arbeit zu vereinfachen, dann ist es besser, dass wir weiterhin aus dem Brunnen Jakobs trinken. Denn wenn wir unseren Durst mit dem lebendigen Wasser löschen, das uns Jesus anbietet, kann es sehr wohl so werden, dass wir wie die samaritische Frau doppelt soviel Arbeit bekommen.

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