“Segenbringer" oder “Segenholer"?
... Offenbarung ... zum Nutzen aller.
1. Korinther 12,7
Du bist vielleicht gerade erst zum Herrn gekommen. Du hast dein Herz dem Heiland gegeben und seit kurzer Zeit dienst du nicht mehr der Welt, sondern Jesus Christus. Das ist herrlich. Preist den Herrn!
Nun gibt es etwas sehr Wichtiges, worauf wir dich hinweisen wollen. Es gibt heutzutage viele Christen, die wir "Segenholer" nennen könnten, obwohl es doch der Wille Gottes ist, dass wir "Segenbringer" sind. Viele Gläubige sind immer da zu finden, wo sie einen großen Segen erwarten. Sie gehen von einem Ort zum anderen, von einer Gemeinde zur nächsten. Sie bleiben dort für eine kurze Zeit "hängen", bis sie von einem anderen Ort hören, wo noch mehr Segen zu holen ist. "Aber", wirst du sagen, "das ist doch das, was wir benötigen: durch den Herrn gesegnet zu werden. Je mehr Segen, desto besser".
Wir wollen einmal sehen, wie die ersten Christen in ihre Versammlungen gingen. Sie kamen in erster Linie nicht um Segen zu empfangen, sondern sich gegenseitig zu stärken und zu erbauen, also einen Segen zu bringen! Sie hatten einander lieb, und in ihren Versammlungen ermahnten und trösteten sie sich gegenseitig. Dabei arbeitete der Heilige Geist mit ihnen zusammen, indem er ihnen viele Gaben schenkte, wodurch sie alle auferbaut wurden.
Heutzutage sehen wir manchmal etwas ganz anderes. Es ist völlig normal, am Anfang einer Bibelstunde jemanden beten zu hören: “Herr, wir sind hierher gekommen, um einen großen Segen zu empfangen...". Die Menschen kommen leer in die Versammlung, um erfüllt wieder wegzugehen. Manchmal kommt nur der Leiter erfüllt, um leer wieder nach Hause zu gehen!
Denkst du nicht, dass unsere Versammlungen viel herrlicher wären, wenn jeder, bevor er sich auf den Weg macht, vor Gottes Angesicht käme, um zu bitten: "Herr, gib mir Kraft, mein Bruder zu stärken, die Last meiner Schwester tragen zu helfen. Gib mir eine Offenbarung deines Geistes, um die Gemeinde zu erbauen. Gib mir ein Loblied, Herr, und leite mein Gebet!" Wenn wir dies in unserem Herzen verlangen, dann wird der Heilige Geist uns sicher zur Hilfe kommen. Die Gaben des Geistes werden dann überall zum Vorschein kommen. Der Heilige Geist wird dann auch mächtig in dir wirken.
Du fragst dich vielleicht: "Wo sind denn all die Geistesgaben ? Wir sehen so wenig davon". Aber Gott fragt sich: "Wo sind doch diejenigen, die von Herzen verlangen, mitzuhelfen meine Gemeinde zu bauen ?" Schließlich sind gerade dafür die Gaben des Geistes da.
Zuviel Gläubige sind "Segenholer". Sie sind immer passiv. Aber Gott ruft uns, "Segenbringer" zu sein. Paulus schrieb an Timotheus: "Sei gewiß, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten kommen werden, denn die Menschen werden selbstsüchtig sein". Viele Gemeinden durchstehen heutzutage auch schwere Zeiten, weil dort selbstsüchtige Christen sind; Christen, die immer rufen: "Gib uns, gib uns". Je mehr Gläubige kommen, um zu holen anstatt zu bringen, desto schwerer wird es.
Wenn du so lebst, ist es nicht nur für die Gemeinde schädlich, sondern noch mehr für dich selbst. „Segenholer“ haben noch kein selbständiges Glaubensleben. Sie kennen das Geheimnis des persönlichen Wandels mit Gott nicht. Darum stützen sie sich auf andere. Sie sind abhängig von einem Prediger, der sie aufbaut, von einer Versammlung, in der sie Segen empfangen. Selbst haben sie aber nichts, was sie austeilen könnten. Stattdessen heißt es immer wieder: "Gib uns, gib uns".
Die Sache ist ernsthafter als du denkst. Wenn Jesus wiederkommt, werden die „Segenholer“ beschämt dastehen. Das lehrt uns das Gleichnis von den törichten Jungfrauen. Als der Bräutigam kam, riefen die törichten Jungfrauen noch im letzten Moment: "Gebt uns von eurem Öl". Aber sie bekamen zur Antwort: "Kauft euch selbst". Die törichten Jungfrauen waren nicht zugerüstet, um eingehen zu können. Sie waren zu sehr daran gewöhnt, mit dem Öl der anderen zu rechnen.
Deshalb, wenn du eine Entscheidung für Jesus getroffen hast, triff dann noch eine zweite Entscheidung: werde ein "Segenbringer" und ganz gewiss wird der Herr dir seinen Geist schenken. "Werdet erfüllt mit seinem Geist und redet untereinander in Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern." (Eph 5,18). Der Geist wird unter uns die Gaben austeilen, wenn wir das Wohlergehen des anderen im Auge haben. Ja, die Bibel sagt: "Und einem jeglichen wird die Offenbarung des Geistes gegeben, zum Nutzen von allen." (1. Kor 12,7).
Lasst uns also nicht selbstsüchtig sein und dem Segen hinterherlaufen. Empfange deine Kraft an den Füßen Jesu und gehe dahin, wo Not herrscht, wo du helfen kannst, in der Kraft des Heiligen Geistes an der Gemeinde des Christus zu bauen.